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Deine Steuerklasse wechseln

Maria Murnikov
22. Februar 2021

Das sind die Möglichkeiten während der Corona-Krise

Vielen Steuerzahlern drohen während der Corona-Pandemie finanzielle Verluste . Der Grund: Kurzarbeit oder ein bevorstehender Jobverlust. Steuerlich ist es möglich, die monatlichen Verluste zu reduzieren und den Nettolohn zu verbessern. Du fragst dich wie? Mit dem Wechsel der Steuerklasse. In diesem Artikel erfährst du, wie.

Steuerklasse wechseln – Die Fakten im Überblick:

  • Die Höhe der Lohnsteuer hängt von der aktuellen Steuerklasse ab. Sie ist von deinem Familienstand abhängig.
  • Sollte dir ein Jobverlust drohen oder ist Kurzarbeit, in Sicht, lohnt es sich, die Steuerklasse zu überprüfen und ggf. zu wechseln.
  • Die Steuerklasse kann mehrmals im Jahr gewechselt werden.

Wovon hängt die Steuerklasse eigentlich ab?

Als Arbeitnehmer erhältst du eine Steuerklasse vom Finanzamt. Diese richtet sich nach deinem Familienstand. Ledige, alleinerziehende und verheiratete werden unterschiedlich eingestuft. Wer verheiratet ist oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, kann die Steuerklasse wechseln. Falls letzteres auf dich zutrifft, dann könnte ein Steuerklassenwechsel während der Corona Krise für dich interessant sein.

In der Regel erhalten beide Partner nach der Hochzeit automatisch die Steuerklasse 4. Für Singles entspricht diese ungefähr der Steuerklasse 1. In diesem Fall können Paare ihre Steuerklasse wechseln. Das kann nützlich sein, denn die Steuerklasse bestimmt, was am Ende des Monats an Nettolohn übrig bleibt.

Das musst du beachten: Steuerlich spielt es keine Rolle, welche Steuerklasse ihr als Paar wählt. Erst mit der Einkommenssteuererklärung werden die Steuern exakt berechnet. Das hängt also nicht von der Lohnsteuerklasse ab. Nach der Einkommensteuererklärung erstellt das Finanzamt dann den Steuerbescheid. Mit diesem erhältst du als Steuerzahler entweder eine Erstattung, wenn du zu viel an Lohnsteuern gezahlt hast. Es kann aber auch sein, dass das Finanzamt eine Nachzahlung fordert. Die Steuerklassen bestimmen also nur, was am Ende des Monats an Nettolohn übrig bleibt.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn der Ehepartner in Kurzarbeit ist?

Stehst du vor einer Kurzarbeit kann es sich lohnen, die Steuerklasse zu wechseln. Ideal ist es, wenn du als Hauptverdiener in der Partnerschaft in die Steuerklasse 3 wechselst.

Das gilt nicht immer und muss im einzelnen Fall berechnet werden. Denn der Wechsel in eine vorteilhafte Steuerklasse bedeutet für den Partner automatisch eine nachteilige Steuerklasse.

Beispiel: Der Hauptverdiener wechselt von der Steuerklasse 3 auf 5, weil der Ehegatte von Kurzarbeit bedroht ist. Dadurch sinkt der Nettolohn des Hauptverdieners.

Ob sich der Wechsel in diesem Fall lohnt, hängt nun von der Höhe des Kurzarbeitergeldes des insgesamt geringer verdienenden Partners ab. Als Paar solltet ihr euch also ausrechnen, ob insgesamt mehr Nettolohn auf dem Konto übrig bleibt.

Die Steuerklasse kann mehrmals im Jahr gewechselt werden

Bislang war der Wechsel in eine andere Steuerklasse nur einmal im Jahr möglich. Nur in Ausnahmefällen wurde ein zweiter Wechsel erlaubt. Inzwischen sind Wechsel aber mehrmals im Jahr möglich. So kannst du die Steuerklasse, je nach Lebensbedingungen in der Corona-Pandemie schnell anpassen.


Beispiel: Der Arbeitsplatz droht wegzubrechen. Anschließend würde Arbeitslosengeld bezogen werden.

Die Steuerklasse hat auch Einfluss auf die Höhe des Arbeitslosengeldes. In der Steuerklasse 3 sind die Leistungen oftmals höher. Es wird immer die Steuerklasse berücksichtigt, die zu Anfang des jeweiligen Jahres eingetragen wurde. Droht der Arbeitsplatz auch im neuen Jahr wegzubrechen, kann es sich lohnen, im alten Jahr bis zum 1. Januar des neuen Jahres die Steuerklasse zu wechseln.

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