Fünf ganz legale Steuertricks

10. April 2018

Aktuell verzichtet etwa jeder Vierte der rund 40 Millionen Arbeitnehmer auf seine Steuererklärung und verschenkt bis zu 900 Euro. Dabei kann der Steuerzahler mit einigen Tricks mehr aus seiner Steuererklärung rausholen. Das Berliner Tax-Tech-Unternehmen Taxfix zeigt, welche ganz legalen Steuertricks die Steuerrückerstattung erhöhen können.

Steuertrick 1: Längere Arbeitsplatz-Fahrten auswählen

Ein Arbeitnehmer kann für jeden Arbeitstag, an dem die Fahrt zur Arbeit zurückgelegt wurde, 30 Cent pro Kilometer von der Steuer absetzen. Mit der Entfernungspauschale ist es daher möglich, die Kosten für den Arbeitsweg steuerlich geltend zu machen. Ein “Umweg” zum Arbeitsplatz kann sich dabei zeitlich und finanziell lohnen. Die Vorgabe, dass dabei mindestens 20 Minuten Zeit gespart werden muss, gilt nicht mehr. Wenn ein längerer und offensichtlich verkehrsgünstigerer Weg tatsächlich regelmäßig genutzt wird, kann dieser angegeben werden.

Sparpotenzial: sehr hoch
Schwierigkeitsgrad: gering

Rechenbeispiel:

  • Längerer Fahrweg über die Autobahn: 8 km
  • Zeitersparnis: 15 Minuten
  • 220 Arbeitstage pro Jahr
  • Höhere Werbungskosten: 528 Euro

“Wie hoch die Kosten zum Arbeitsweg tatsächlich sind, wird innerhalb der Kilometerpauschale nicht abgefragt. Deshalb sind Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsweg nicht mit dem Auto, sondern mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen im klaren Vorteil gegenüber den Autofahrern – das wissen viele Steuerzahler nicht”, sagt Mathis Büchi, CEO und Mitgründer von Taxfix.

Steuertrick 2: Reinigungskosten für Berufskleidung als Werbungskosten absetzen

In einigen Berufen ist die Arbeitskleidung Pflicht, wie zum Beispiel in der Gastronomie, bei Polizisten, Piloten, Fluglotsen, Bahnkontrolleure, Hotelangestellte, der Feuerwehr, Geistlichen, Krankenschwestern oder Ärzten. Das Finanzamt erkennt Uniformen, eine Kleidung mit dauerhaft angebrachten Firmenlogo oder Schutzkleidung (wie bei Gärtner- oder Handwerkerberufe) als Berufskleidung an. In diesem Fall können die Kosten der Reinigung als Werbungskosten abgesetzt werden, indem die Quittungen einfach aufgehoben und bei Bedarf eingereicht werden.

Das ist sogar dann möglich, wenn man die Kleidung selbst wäscht. Hier muss der Anteil der Berufskleidung aus der gesamten Wäsche nachgewiesen werden.

Für die Reinigungskosten in einem Einpersonenhaushalt gilt bei einer Buntwäsche à 60 Grad eine Pauschale von 76 Cents pro Kilo, 48 Cents pro Kilo in einem Zweipersonenhaushalt.

Angenommen man wohnt alleine, arbeitet abzüglich des Urlaubs 46 Wochen im Jahr und wäscht seine ca. 3 Kilogramm schwere Arbeitskleidung einmal pro Woche, kommt man auf folgendem Betrag:

46 Wochen x 0,76 Euro x 3kg = 104,88 Euro.

Sparpotenzial: gering
Schwierigkeitsgrad: mittel bis hoch

Steuertrick 3: Sachspenden als Sonderausgaben vermerken

Dass der Staat spendenfreudige Steuerzahler fördert, ist bekannt. Dabei kann man nicht nur Geldspenden in seiner Steuererklärung angeben. Auch Sachspenden, inklusive gebrauchte Gegenstände, werden als Sonderausgaben anerkannt. Dafür muss der Marktwert geschätzt und auf Verlangen nachgewiesen werden. Hierzu reicht zum Beispiel eine Recherche im Internet um die Vergleichswerte, wie zum Beispiel auf Ebay Kleinanzeigen, zu etablieren. Sogar den Zeitaufwand im Ehrenamt kann man als Spende absetzen.

Wichtig ist, dass die Spende für die satzungsmäßigen Zwecke des Vereins genutzt wird. Möchte man zum Beispiel seinem Sportverein Trikots spenden, so lässt man sich vom Verein dafür eine Zuwendungsbestätigung ausstellen, die als Spendennachweis dient.

Sparpotenzial: mittel
Schwierigkeitsgrad: leicht

Steuertrick 4: Die Tierbetreuung als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen

Muss das Haustier während des Urlaubs zu Hause bleiben, lohnt es sich eine Tierbetreuung oder einen Hundesitter aufzusuchen. Denn die Betreuung lässt sich als haushaltsnahe Dienstleistung eintragen. Voraussetzung ist, dass das Tier in den eigenen vier Wänden versorgt wird. Absetzbar sind Fahrt- und Arbeitskosten, Futter oder Katzenstreu wiederum nicht. Hierfür muss man für die Aufwendung eine Rechnung erhalten haben und die Überweisung auf das Konto des Erbringers der Leistung nachweisen können.

Sparpotenzial: gering
Schwierigkeitsgrad: mittel

Steuertrick 5: Eigenbeleg als selbstgestrickte Quittung

Fehlen für einzelne Ausgaben die erforderlichen Nachweise, muss man die Kosten nicht automatisch aus der eigenen Tasche zahlen. Es bleibt noch die Möglichkeit, den Beweis mittels „Eigenbeleg“ anzutreten. Auf dem Beleg müssen der Name und die Anschrift des Zahlungsempfängers, die Art, der Preis und das Datum der Aufwendung genannt sowie eine Unterschrift hinterlassen werden.

Grundsätzlich sollten Eigenbelege eher die Ausnahme und nicht die Regel sein, das heißt es sollte ein Eigenbeleg nur erstellt werden, wenn die Quittung versehentlich weggeworfen wurde oder unleserlich ist, oder wenn es für die Ausgaben nie einen Beleg gab, wie zum Beispiel beim Kauf eines Regals als Arbeitsmittel auf dem Flohmarkt oder Ebay Kleinanzeigen. Deswegen ist es wichtig, immer einen Grund zu nennen, der die Ausstellung des Eigenbeleges legitimiert, es hilft auch die Transaktion mittels eines Kontoauszuges nachzuweisen. Ansonsten erkennt das Finanzamt die Kosten nicht an.

Sparpotenzial: hoch
Schwierigkeitsgrad: hoch

Zitat: “Noch zu viele Steuerzahler verzichten auf die Steuererklärung, aus Angst falsche Angaben zu machen, und das, obwohl es viele einfache Wege gibt, ein großes Sparpotenzial zu erzielen. Ziel bei Taxfix ist, dem Steuerzahler seine maximal rechtmäßige Erstattung zurückzugeben, ohne dass besonderes Vorwissen im Steuerrecht erforderlich ist. Durch simple Tricks und der richtigen Unterstützung, wie anhand der Taxfix-App, ist die Rückerstattung garantiert”, sagt Mathis Büchi, CEO von Taxfix

Über das Unternehmen Taxfix
Taxfix wurde von Mathis Büchi und Lino Teuteberg in Berlin in 2017 gegründet. Gemeinsam haben die beiden bereits Smallpdf gegründet, das mit über 15 Millionen Nutzern erfolgreich am Markt besteht. Das Taxfix-Team besteht aus mehr als 25 Mitarbeitern und setzt sich unter anderem aus Steuerberatern, Juristen und Entwicklern zusammen. So ist sichergestellt, dass alle Inhalte der App wie auch der Website immer aktuell, geschützt und steuerrechtlich korrekt sind. Das Unternehmen wird von den Investoren Creandum und Redalpine unterstützt. www.taxfix.de