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Was ist neu für Studierende seit Corona?

Ist die Überbrückungshilfe steuerfrei? Müssen Studierende die Hilfen steuerlich berücksichtigen? Wenn ja, wie genau? Können Studierende ein Homeoffice von der Steuer absetzen? Diese Fragen beantworten wir dir im folgenden Artikel.
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Studierendenjobs und Corona

Auch Studierende haben während Corona ihre Jobs verloren und tragen davon eine finanzielle Last. Während Unternehmen schnell Hilfe versprochen wurde, war die Lage für Studierende lange unsicher. 2020 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein Hilfspaket von über 100 Mio. Euro geschnürt. Viele haben bis zum Ende der ersten Antragsfrist am 30. September 2020 Hilfen erhalten. Im November 2020 wurden weitere Hilfen gewährt. Diese konnte bis Ende September 2021 beantragt werden.

Die Lage für Studierende im Überblick:

Studierende können im Rahmen des staatlichen Hilfsprogramms während der Corona-Krise zwei unterschiedliche Formen der Hilfe beantragen: Das zinslose KfW-Studiendarlehen und Hilfen aus dem Nothilfefonds. Nur die Zuschüsse aus dem Nothilfefonds müssen nicht zurückgezahlt werden. Die Überbrückungshilfe ist für Studierende nicht steuerpflichtig, da sie eher wie eine Sozialleistung betrachtet wird, die aufgrund einer Härtesituation gezahlt wurde. Deshalb müssen sie in deiner jährlichen Steuererklärung nicht berücksichtigt werden.

Auch Studierende können Homeoffice von der Steuer absetzen. Dafür muss einiges berücksichtigt werden: Das Arbeitszimmer muss ein geschlossener Raum sein. Die Ausgaben für Büroartikel oder Telefonkosten können auch unabhängig davon von der Steuer abgesetzt.

Wie funktioniert die Corona Überbrückungshilfe für Student*innen?

Viele Studierende befinden sich zu Pandemiezeiten in einer schwierigen finanziellen Situation. Die reguläre BAföG-Hilfe steht nicht allen zu, weshalb Student*innen eine von zwei Hilfsmöglichkeiten des BMBF bekommen können:

  1. Der Kfw-Studienkredit: Ab dem 8. Mai 2020 konnten Student*innen während der Corona-Pandemie ein zinsloses Darlehen beantragen. Der Antrag wird online gestellt und ist relativ unbürokratisch. Die Zinsen für das Darlehen übernimmt das BMBF. Bis zu 650 Euro Hilfen im Monat sind möglich.
  2. Zuschüsse aus dem Nothilfefonds: Student*innen konnten bis Ende September 2021 bis zu 500 Euro aus dem Nothilfefonds erhalten. Dafür müssen sie nur eine finanzielle Notlage nachweisen. Aufgrund der verbesserten Lage wurden diese Hilfe im Oktober 2020 ausgesetzt. Sie wurde im November desselben Jahres aber wieder gewährt und war bis 30.09.2021 verfügbar. Je nach aktuellem Kontostand der Student*innen wurden zwischen 100 und 500 Euro gewährt. Wer 500 Euro und mehr auf dem Konto hat, erhält keine Hilfen aus dem Nothilfefonds.

Für den Antrag auf Überbrückungshilfe mussten online folgende Unterlagen eingereicht werden:

Personalausweis bzw. Identitätsnachweis
Eine eigene deutsche Bankverbindung
Ein Kontoauszug, der beweist, dass sich der*die Studierende in einer pandemiebedingten Notlage befindet

Die Überbrückungshilfe ist nicht steuerpflichtig – Das sollte jedoch trotzdem beachtet werden:

Wenn Studierende Überbrückungshilfen aus dem Nothilfefonds erhalten oder noch erhalten werden, müssen sie diese nicht versteuern. Trotzdem kann es für Studierende Sinn ergeben, eine Steuererklärung abzugeben. Manche sind sogar dazu verpflichtet.

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Welche Studierende müssen eine jährliche Steuererklärung abgeben?

Studierende müssen erst ab den jährlichen Einnahmen von 9.744 Euro (Steuerjahr 2021) Steuern zahlen. Alles unter diesem Betrag ist steuerfrei. Das gilt sowohl für Einkommen aus Nebenjobs, geringfügiger Beschäftigung, Minijobs als auch Werkstudentenjobs. Ausgenommen sind die Einnahmen aus der Überbrückungshilfe des Notfallfonds.
Auch selbstständige Studierende müssen jährlich eine Steuererklärung abgeben – die sogenannte Einkommensteuer. In diese Erklärung müssen die Einnahmen aus der Überbrückungshilfe mit einfließen und ggf. versteuert werden.

Können Studierende Homeoffice von der Steuer absetzen?

Grundsätzlich ja! Auch als Studierende bist du von dieser Regelung nicht ausgenommen. Ebenso wie bei regulären Angestellten kann das Homeoffice unter Umständen von der Steuer abgesetzt werden.

Während der Pandemie mussten viele vom Büro, Uni zu den eigenen vier Wänden ins Homeoffice wechseln. Viele haben sich ein Büro mit Telefon und Drucker eingerichtet. Dabei wird oft der eigene WLAN-Anschluss genutzt. Doch leider kann nicht jeder sein Homeoffice steuerlich geltend machen. Rechtlich kann ein Raum nur von der Steuer abgesetzt werden, wenn das Arbeitszimmer ein getrennter und geschlossener Raum ist.

Beispiele:

  • Von der Steuer absetzbares Arbeitszimmer: Ein eigener, für die Arbeit eingerichteter, geschlossener Raum. Der Raum darf für keine anderen Zwecke genutzt werden.
  • Von der Steuer nicht absetzbares Arbeitszimmer: Ein Raum, der mit Telefon, Drucker und Bürobedarf eingerichtet ist, in dem aber zusätzlich noch ein Gästebett steht. Hier wäre es für das Finanzamt nicht plausibel, dieses Zimmer von der Steuer abzusetzen.
  • Unabhängig davon können Büromaterial und Anschaffungen steuerlich geltend gemacht werden.

Die Homeoffice-Pauschale bietet jedoch die Möglichkeit, etwas abzusetzen, wenn nur eine Arbeitsecke genutzt wird und kein eigener Raum zur Verfügung steht. In unserem Beitrag findest du mehr dazu.

DISCLAIMER
Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keine*n zertifizierte*n Steuerberater*in. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Julian Schwarzmann
von Julian Schwarzmann
veröffentlicht am: 18.08.2022
aktualisiert am: 22.08.2022

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