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Außergewöhnliche Belastungen: Pflegekosten absetzen

Pflegekosten kannst du von der Steuer absetzen. Dazu auch die Ausgaben für die Pflege von Angehörigen. Hier erfährst du, wie du vorgehst.
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Welche Pflegekosten kann ich absetzen?

Neben Kosten für deine eigene Pflege kannst du auch Pflegekosten von Angehörigen geltend machen. Ausgaben für Heimunterbringung werden nur anerkannt, wenn sie aufgrund von Pflegebedürftigkeit, Krankheit oder Behinderung notwendig sind. Altersbedingte Heimunterbringung hingegen gilt als Aufwendung der privaten Lebensführung. Ab dem Zeitpunkt einer Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit kannst du den Heimaufenthalt aber absetzen.

Das sind anerkannte Kosten:

  • Pflege
  • Nahrung, Unterbringung, Kleidung
  • Pflegevorrichtungen (z. B. Prothesen)
  • Fahrtkosten (z. B. Fahrt der pflegebedürftigen Person zum Arzt)

Fahrtkosten kannst du nur geltend machen, wenn sie im Zusammenhang mit der Pflege entstehen. Für Einkaufsfahrten und Fahrten, um den Haushalt zu machen, kannst du sie nicht im Rahmen der Pflegekosten absetzen.
Besuchsfahrten zur Krankenbetreuung werden dir nur anerkannt, wenn ein Nachweis der medizinischen Notwendigkeit vorliegt.

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Wann habe ich außergewöhnliche Belastungen?

Pflegekosten zählen zu den außergewöhnlichen Belastungen. Diese sind unumgängliche Kosten, die höher sind als die von anderen Steuerzahlern mit gleichem finanziellen und familiären Stand. Lies in unserem Steuertipp über außergewöhnliche Belastungen mehr.

Belege sammeln

Die Ausgaben für deine Pflegekosten müssen einzeln nachgewiesen werden können. Hierbei gilt die Belegvorhaltepflicht. Du musst die Nachweise nicht mehr einreichen, aber aufbewahren und nur noch bei Nachfrage vorlegen.

Für die Anerkennung der Kosten benötigst du einen Nachweis für die Pflegebedürftigkeit:

  • bei ambulanter Pflege: die Rechnungsstellung eines nach § 89 SGB XI anerkannten Pflegedienstes
  • Bescheinigung Einstufung in Pflegestufe
  • Bescheinigung des Versicherers
  • Bescheid der Pflegekasse
  • Nachweis für psychische Erkrankungen, Demenz und geistige Behinderung, die eine Betreuung notwendig machen

Pflegekosten im Mantelbogen eintragen

Pflegekosten gibst du im Mantelbogen auf Seite 3 unter „Andere außergewöhnliche Belastungen“, Zeile 67-70, an.

Beachte: Deine Gesamtausgaben sind nicht in voller Höhe absetzbar.
Nur der Betrag, der höher ist als deine zumutbare Eigenbelastung, gilt als steuermindernd.

Von deinen Gesamtausgaben musst du folgende Beträge abziehen:

  • Pflegegeld aus privaten und gesetzlichen Versicherungen
  • Erstattungen von Versicherungen
  • Einkünfte und Bezüge der gepflegten Person
  • Haushaltsersparnis durch die Wohnungsauflösung der pflegebedürftigen Person
  • Nachlass der verstorbenen gepflegten Person
  • Kosten, die nicht direkt mit der Pflege zusammenhängen (z. B. wenn die Pflegehilfe auch die Wohnung putzt)

In Zeile 67 trägst du die Art der Belastung und die Summe ein, die von dem Gesamtbetrag deiner Ausgaben abgezogen wird.

In den Zeilen 68-70 kannst du die Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen für eine Steuerermäßigung nach § 35a EStG eintragen. Das sind Aufwendungen, die im Rahmen der Pflege oder Heimunterbringung entstehen, aber in den Bereich Haushaltshilfe fallen.

Pflege-Pauschbetrag statt außergewöhnliche Belastungen

Laut §33b Absatz 6 EStG kannst du auch statt der Steuerermäßigung den Pflege-Pauschbetrag anrechnen lassen. Für das Veranlagungsjahr 2021 liegt der zwischen 600 Euro (Pflegegrad 2) und 1.800 Euro (Pflegegrad 4 und 5). Es ist sinnvoll den Pauschbetrag zu nutzen, wenn deine tatsächlichen Kosten niedriger sind. Den Pflege-Pauschbetrag trägst du im Mantelbogen in den Zeilen 65-66 ein.

Für den Anspruch auf den Pflege-Pauschbetrag gelten diese Voraussetzungen:

  • der Pflegebedürftige ist mindestens in der Pflegestufe 2 eingeordnet
  • du pflegst die Person zu mindestens 10 % selbst
  • Ort der Pflege ist ihre oder deine Wohnung
  • für die Pflege erhältst du keinen Lohn
  • du pflegst einen Angehörigen oder eine nahestehende Person wie z. B. deinen Schwiegervater

Steuererklärung abschicken

Du hast alles ausgefüllt und die Belege für deine eigenen Unterlagen kopiert? Dann hast du es schon geschafft und musst nur noch das Formular mit den Originalnachweisen online oder per Post abschicken. Das Finanzamt berechnet auf Grundlage deiner Kostenangaben, ob und in welcher Höhe du die Pflegekosten sowie Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen erstattet bekommst.

DISCLAIMER
Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keine*n zertifizierte*n Steuerberater*in. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Julian Schwarzmann
von Julian Schwarzmann
veröffentlicht am: 18.08.2022
aktualisiert am: 19.08.2022

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