Laden

Schwangerschaftskosten von der Steuer absetzen

Während der Schwangerschaft investierst du viel Zeit und Geld in Untersuchungen, Kurse und die Grundausstattung für das Baby. Einige dieser Kosten kannst du von der Steuer absetzen.
Mach jetzt den kostenlosen Steuer-Check

Welche Schwangerschaftskosten kann ich absetzen?

Du kannst deine selbst getragenen medizinischen Ausgaben als außergewöhnliche Belastungen absetzen. Auch Fahrtkosten werden anerkannt, wenn sie durch Fahrten zu deinen Behandlungen entstehen. Im Einzelnen kannst du folgende Kosten absetzen:

Kursgebühren:

  • für ärztlich verordnete Schwangerschaftsgymnastik
  • für den Geburtsvorbereitungskurs

Rechnungen:

  • für Medikamente und Untersuchungen
  • für künstliche Befruchtungen
  • für ärztlich verordnete Bäder, Massagen und Gymnastik
  • für die Hebamme, die entbindende Ärztin und das Krankenhaus

Fahrtkosten:

  • zu Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt* oder der Frauenärztin*
  • zur Schwangerschaftsgymnastik
  • zum Geburtsvorbereitungskurs
  • ins Krankenhaus zur Entbindung
Achtung:

Du kannst diese Kosten nur dann als außergewöhnliche Belastung absetzen, wenn sie von deiner Krankenkasse nicht übernommen wurden.

Für die Ausgaben für z. B. den Geburtsvorbereitungskurs und Medikamente brauchst du einen Nachweis über die medizinische Notwendigkeit. Dein Arzt* oder deine Ärztin* stellt dir dafür ein Attest aus. Dieses muss jedoch ausgestellt werden, bevor die Kosten entstehen.

Für eine künstliche Befruchtung übernimmt die Krankenkasse in der Regel 50 Prozent deiner Kosten. Insgesamt zahlt sie für drei Behandlungszyklen. Deine selbst getragenen Kosten sind als außergewöhnliche Belastungen absetzbar.

Wichtig:

Bewahre alle Quittungen für z. B. Taxifahrten auf. Falls das Finanzamt nachfragt, musst du sie vorlegen können.

Fährst du mit deinem eigenen Auto, kannst du die Fahrt wie eine Dienstreise mit der Reisekostenpauschale abrechnen. Für jeden gefahrenen Kilometer auf dem Hin- und Rückweg setzt du 0,30 Euro, bzw. ab dem 21. Kilometer 0,35 Euro ab.

Nicht absetzbare Kosten

Nicht absetzbar sind hingegen Kosten für Umstands- und Babykleidung, die Einrichtung eines Babyzimmers sowie den Umzug in eine größere Wohnung aufgrund der Familienplanung. Das sind alles Ausgaben der allgemeinen Lebensführung.

Beachte, dass du nur eigene Ausgaben absetzen kannst. Hat deine Krankenkasse, Versicherung oder dein Arbeitgeber Kosten übernommen, darfst du dir diese nicht steuermindernd anrechnen lassen.

Die Krankenkasse übernimmt normalerweise einen Großteil der Behandlungskosten. Dazu gehören die Vorsorgeuntersuchungen mit drei Ultraschalluntersuchungen und der Geburtsvorbereitungskurs. Erhältst du weitere Ultraschalluntersuchungen, übernimmt sie die Krankenkasse nur, wenn sie wegen einer Risikoschwangerschaft entstehen. 3D-Ultraschalluntersuchungen werden dagegen nicht übernommen. Daher kannst du diese Schwangerschaftskosten in deiner Steuererklärung absetzen.

Kosten der Schwangerschaft in der Steuererklärung

Deine Kosten für die Schwangerschaft und Geburt sind als außergewöhnliche Belastungen absetzbar. Das sind unvermeidbare Ausgaben aus z. B. gesundheitlichen Gründen.

Bei außergewöhnlichen Belastungen gibt es allerdings ein Hindernis: Sie gelten erst als steuermindernd, wenn du damit deine zumutbare Belastungsgrenze überschreitest. Diese ist individuell und abhängig von verschiedenen Faktoren:

  • Gesamtbetrag des Einkommens
  • Familienstand
  • Anzahl deiner Kinder
Zumutbare Belastungsgrenze, beziehungsweise zumutbare Eigenbelastung – Grafik von Taxfix
Die zumutbare Eigenbelastung wird stufenweise ausgerechnet. Wie du diese genau ermittelst, kannst du im Artikel „Was ist meine zumutbare Eigenbelastung?“ nachlesen.

Der Zeitpunkt der Geburt kann bezüglich der zumutbaren Eigenbelastung von Vorteil sein.

Beispiel:

Du bist verheiratet, mit deinem*r Partner*in zusammen veranlagt und ihr erwartet euer erstes Kind. Euer gemeinsames Einkommen beträgt 60.000 Euro im Jahr.

Wird euer Kind im Januar geboren, beträgt eure zumutbare Eigenbelastung für das Jahr der Schwangerschaft 2.935,30 Euro.
Kommt euer Baby z. B. im Dezember zur Welt, wird eure zumutbare Eigenbelastung rückwirkend für das ganze Kalenderjahr für Steuerpflichtige mit einem Kind berechnet. Dann beträgt eure zumutbare Eigenbelastung: 1.575,30 Euro.

Jeder Cent, der über diesen Betrag hinausgeht, wirkt sich in deiner Steuererklärung steuermindernd aus.

Die Schwangerschaftskosten werden steuerlich wie Krankheitskosten behandelt. Diese Art von außergewöhnlichen Belastungen trägst du in der Steuererklärung in der Anlage „Außergewöhnliche Belastungen“ ein oder nutzt bequem die Taxfix-App bzw. Browser-Anwendung. Damit sparst du dir auch das Steuerdeutsch und endlose Formulare – stattdessen beantwortest du einfach verständliche Fragen zu deiner Steuersituation.

Als außergewöhnliche Belastungen gelten auch andere Kosten, die durch Krankheit oder die Pflege von Angehörigen entstanden sind.

Da sich außergewöhnliche Belastungen erst über dem Betrag deiner zumutbaren Eigenbelastung steuerlich lohnen, sammle alle Rechnungen und Quittungen. Begleiche am besten deine Behandlungs- und Kursrechnungen im selben Kalenderjahr, in dem du sie erhältst. Auf diese Weise überschreitest du eher die Betragsgrenze und kannst deine Schwangerschaftskosten von der Steuer absetzen.

Neben den Ausgaben für die Schwangerschaft solltest du nicht vergessen, dass du auch Anspruch auf finanzielle Unterstützung hast. Beantrage rechtzeitig Kindergeld und Elterngeld.

DISCLAIMER
Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keine*n zertifizierte*n Steuerberater*in. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Torsten Elsner
von Torsten Elsner
veröffentlicht am: 19.07.2017
aktualisiert am: 19.08.2022

50% Sofort-Auszahlung für deine Steuererklärung

Mit Taxfix machst du heute deine Steuer und hast innerhalb weniger Minuten 50 % deiner errechneten Erstattung auf dem Konto.

Das könnte dich auch interessieren
Über Taxfix
Mit Taxfix machst du deine Steuererklärung schnell und papierlos von überall – sowohl über die App auf deinem Smartphone als auch online im Browser. Du machst nach dem Frage-Antwort-Prinzip Angaben zu deiner steuerlichen Situation und lässt deine mögliche Rückerstattung berechnen. Über die ELSTER-Schnittstelle werde deine Daten dann sicher übermittelt.