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Trinkgeld ist meist steuerfrei

Trinkgelder sind in der Regel steuerfrei. Unter bestimmten Voraussetzung gilt dies aber nicht mehr. Was du als Trinkgeldgeber*in und -nehmer*in beachten solltest, erfährst du hier.
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Du hast Trinkgeld erhalten

Die gute Nachricht vorweg. Als Arbeitnehmer*in darfst du dein erhaltenes Trinkgeld in den allermeisten Fällen behalten. Die Voraussetzungen dafür sind im § 3 Nr. 51 Einkommensteuergesetz (EStG) festgehalten. Dort heißt es, dass Trinkgelder steuerfrei sind, die einem*r Arbeitnehmer*in…

  • anlässlich einer Arbeitsleistung
  • freiwillig
  • ohne Bestehen eines Rechtsanspruchs und
  • zusätzlich zum Betrag gegeben werden.

Unwichtig ist in diesem Zusammenhang die Höhe des Trinkgelds. Selbst Summen von mehreren Hundert oder gar Tausend Euro wären steuerfrei, wenn die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sind.

Ein Beispiel:

Tom arbeitet als Kellner in einem Restaurant. Bei der Abrechnung erhält er von einem Gast als Dank für die zuvorkommende Bedienung zusätzlich zum Rechnungsbetrag von 36,20 Euro ein Trinkgeld in Höhe von 3,80 Euro. Diesen Betrag darf Tom komplett behalten.

Wird aber in der Speisekarte beispielsweise ein Bedienzuschlag erwähnt, entfällt die Freiwilligkeit der Zahlung und damit auch die Steuerfreiheit.

Wichtig ist hierbei auch der Begriff „Arbeitnehmer*in“. Denn erhältst du beispielsweise Trinkgeld als selbstständige*r Taxifahrer*in, musst du dieses als Betriebseinnahme erfassen und versteuern. Das Wort Trinkgeld ist hier irreführend. Das Geld steigert deinen Umsatz und ist somit steuerpflichtig. Zusätzlich sind Trinkgelder umsatzsteuerpflichtig, da sie als Entgelt für eine Leistung gewertet werden.

Du hast Trinkgeld gegeben

Als Privatperson kannst du Trinkgelder nicht von der Steuer absetzen. Es handelt sich hierbei schlicht um Privatausgaben. Anders sieht es aus, wenn ein*e Unternehmer*in Trinkgelder gibt.

Fall 1: Geschäftsessen
Darunter versteht man beispielsweise ein Geschäftsessen mit betriebsfremden Personen. Hier kannst du 70 Prozent der Bewirtungskosten inklusive der Trinkgelder als Betriebsausgabe von der Steuer absetzen.

Fall 2: Die Betriebsfeier
Hiermit sind alle betrieblichen Veranstaltungen gemeint (z. B. Weihnachtsfeier), in der nur die Mitarbeitenden und die Geschäftsführung deiner Arbeitsstelle anwesend sind. Die Familienangehörigen (z. B. Ehepartner*innen, Kinder) werden auch als betriebliche Personen gesehen und dürfen somit auf Kosten des Finanzamtes feiern.

Es lohnt sich, das Trinkgeld zu versteuern, da betrieblich veranlasste Bewirtungen zu 100 Prozent als Betriebsausgaben angerechnet werden können.

Trinkgelder quittieren lassen
Wichtig ist, dass du dir deinen Besuch ordnungsgemäß quittieren lässt. Das gilt auch für das gegebene Trinkgeld. Bitte die Bedienung nach Begleichung der Rechnung um die Quittierung des Trinkgeldes. Am einfachsten ist es, den Betrag auf der Rechnung zu notieren und unterschreiben zu lassen. Du kannst dir aber auch einen separaten Beleg über den Erhalt ausstellen lassen. Ein Eigenbeleg sollte nur die Notlösung sein.

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Julian Schwarzmann
von Julian Schwarzmann
veröffentlicht am: 14.12.2016
aktualisiert am: 24.08.2022

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