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Steuern: Das ändert sich für Familien

Maria Murnikov
25. Januar 2021

Die Coronavirus-Pandemie hat Familien mit Kindern besonders zugesetzt. Dank geschlossener Kitas und Schulen mussten viele Eltern in der Kinderbetreuung umplanen – und teilweise tiefer in den Geldbeutel greifen. Dafür hat der Staat einige Steuererleichterungen für Familien vorgesehen. Hier die wichtigsten Fakten auf einen Blick, was sich für Familien bei der nächsten Steuererklärung ändert. Warst du in Kurzarbeit, kannst du zusätzlich sparen: Die Nutzung von Taxfix ist kostenlos für alle, die 2020 Corona-bedingt in Kurzarbeit geraten sind oder in die Arbeitslosigkeit gerutscht sind.

Was können Familien normalerweise absetzen, was ändert sich durch Corona

Familien mit Kindern profitieren auch ohne Corona-Ausnahmezustand von einigen Extras aber auch von Steuererleichterungen.

✅ Das Kindergeld ist für die meisten Familien der Bonus, der sich am meisten lohnt. Du musst es bei der Familienkasse beantragen, sobald das Kind auf der Welt ist. Es beträgt im Jahr 2020 für dein erstes und zweites Kind jeweils 204 Euro, das dritte Kind bekommt 210 Euro und ab dem vierten gibt es sogar 235 Euro monatlich. Das gilt nicht nur für deine leiblichen Kinder, sondern auch für Pflegekinder und adoptierte Kinder. Kindergeld wird nicht versteuert, sollte aber immer in der Steuererklärung eingetragen werden, es kann nämlich sein, dass sich der Kinderfreibetrag mehr für deine Familie lohnt.

Für manche Familien lohnt sich der Kinderfreibetrag mehr, als das Kindergeld. Auch deshalb ist nötig, das Kindergeld in der Steuererklärung einzutragen. Das Finanzamt prüft dann nämlich automatisch, ob Kindergeld oder der Kinderfreibetrag deine Familie steuerlich mehr entlastet. Das nennt man Günstigerprüfung.

Verdienst du wenig, beziehst aber kein Arbeitslosengeld II, kannst du Anspruch auf den Kinderzuschlag für Geringverdiener haben. Dieser beträgt bis zu 185 Euro. Er soll verhindern, dass geringverdienende Eltern wegen des Mehrbedarfs, der durch Kinder entsteht, in den Bezug von ALG II (auch Hartz IV genannt) rutschen. Um den Kinderzuschlag erhalten zu können, musst du alleine mindestens 600 Euro und als Elternpaar mindestens 900 Euro verdienen. Der Kinderzuschlag spielt in deiner Steuererklärung keine Rolle.

✅ Elterngeld bekommen alle Eltern, die wegen der Geburt ihres Kindes auf Arbeit verzichten. Die Höhe des Elterngeldes hängt davon ab, wie viel das jeweilige Elternteil normalerweise verdient. Du kannst bis zu 14 Monate Elterngeld erhalten. Achtung: Das Elterngeld ist eine sogenannte Lohnersatzleistung und kann unter bestimmten Umständen deinen Steuersatz erhöhen. Mehr über den sogenannten Progressionsvorbehalt findest du hier.

Familien, deren Kind(er) jünger als 14 Jahre alt sind und einen Kindergeldanspruch haben, können sich Betreuungskosten steuerlich absetzen lassen. Bis zu ⅔ der entrichteten Kosten (maximal 4.000 Euro) können in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Was zählt zu den Betreuungskosten? Dazu zählen KiTa- und Krippengebühren, die Kosten von Tagesmüttern, Babysittern oder aber auch Hausaufgabenbetreuern. Was allerdings nicht dazu zählt, sind Verpflegungskosten. Das KiTa- oder Schulessen für deine Kids kannst du somit nicht steuerlich absetzen lassen.

✅ und 🆕 Eine weitere Unterstützungsmaßnahme für Familien mit Kindern ist der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Voraussetzung hierfür ist, dass du alleinerziehend bist (und mit keiner anderen erwachsenen Person zusammen wohnst), dein(e) Kind(er) mit dir in einem Haushalt wohnen, du einen Anspruch auf Kindergeld hast und, ganz wichtig, dass du den Entlastungsbetrag tatsächlich beantragt hast! Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten: Du beantragst die Steuerklasse II beim Finanzamt oder du beantragst ihn bei der nächsten Steuererklärung. Wenn du Anspruch auf ihn hattest, wird der Entlastungsbetrag dann nachträglich berücksichtigt.

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie wurde der Entlastungsbetrag im Juni 2020 erhöht, von 1.908 Euro auf 4.008 Euro pro Kind. Mit jedem weiteren Kind steigt der Betrag um weitere 240 Euro. Hast du Anspruch auf den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende hast du zwei Möglichkeiten von ihm zu profitieren: Entweder, du lässt das Finanzamt dein steuerpflichtiges Einkommen entsprechend heruntersetzen und bekommst bei der nächsten Steuererklärung eine entsprechende Rückzahlung, oder du stellst einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung, wodurch du im laufenden Jahr bereits weniger Steuern an das Finanzamt vorauszahlen musst. Damit bekommst du jeden Monat etwas mehr Nettogehalt und musst nicht erst auf eine Rückzahlung vom Finanzamt warten.

Welche Boni und Zuschläge gibt es noch?

Neben der bereits existierenden finanziellen Erleichterungen für Familien, gibt es wegen der Corona-Pandemie aber auch einige neue Boni und Zuschläge:

🆕 Für Kinder, für die im Jahr 2020 mindestens einen Monat Kindergeldanspruch bestand, erhältst du einen einmaligen Kinderbonus im Wert von 300 Euro. Die meisten haben diesen Bonus in zwei Zahlungen im September und Oktober erhalten. Wenn dein Kind im September keinen Kindergeldanspruch hatte, erhältst du den Bonus im November und Dezember. Der Kinderbonus wird steuerlich wie ein “extra” Kindergeld behandelt. Deshalb muss er am Ende des Jahres in die Steuererklärung mit aufgenommen werden und hat daher auch einen Einfluss auf die Günstigerprüfung des Finanzamtes.

🆕 In den Monaten von April bis September 2020 konnten Familien den Notfall Kinderzuschlag beantragen. Dieser war an Familien gerichtet, die wegen Kurzarbeit plötzlich mit einem Einkommensausfall zu kämpfen und vorher keinen Anspruch auf den regulären Kinderzuschlag hatten. Die Voraussetzungen für den Notfall Kinderzuschlag waren die gleichen, wie beim regulären Kinderzuschlag für Geringverdiener, nur die Antragsstellung wurde vereinfacht. Wie auch beim regulären Kinderzuschlag, wurden bis zu 185 Euro pro Kind ausgezahlt. Der Notfall-Kinderzuschlag hat, wie auch der reguläre Kinderzuschlag, keine Auswirkungen auf deine Steuererklärung.

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