Laden
steuern

Abgabepflicht: Wer muss eine Steuererklärung machen?

Einfache Steuererstattung mit Taxfix!

  • Ø 1.051 €
  • in 22 Minuten
x
zuletzt aktualisiert am 28. Juni 2021

Wir sagen dir, für wen die Abgabe der Steuererklärung Pflicht ist und was du beachten musst, wenn du 2020 von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen warst. Übrigens: In den meisten Fällen lohnt sich auch eine freiwillige Abgabe.

Auch manche Arbeitnehmer sind abgabepflichtig

Bist du angestellt, wird die Lohnsteuer monatlich von deinem Gehalt abgezogen und direkt an das Finanzamt abgeführt. Deshalb denken viele Arbeitnehmer, dass eine Steuererklärung nicht notwendig sei. Doch in manchen Fällen vermutet das Finanzamt, dass ihm Steuerzahlungen entgehen und verlangt deshalb eine Einkommensteuererklärung. Für Gewerbetreibende, Selbstständige und Landwirte besteht übrigens immer eine Abgabepflicht.

Beachte: Das Finanzamt sendet dir nicht unbedingt eine Aufforderung. Du musst dich also selbst informieren, ob du zu den Pflichtveranlagten gehörst.

Checkliste zur Abgabepflicht

Einen ersten Überblick, ob du eine Steuererklärung einreichen musst, verschafft dir unsere Checkliste. Zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet bist du, wenn einer der folgenden Punkte auf dich zutrifft:

  • Du hast mehr als 410 € an Nebeneinkünften oder Lohnersatzleistungen (z. B. Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Kurzarbeitergeld) erhalten.
  • Du warst bei mehr als einem Arbeitgeber gleichzeitig beschäftigt.
  • Deine Steuerklasse ist III, IV mit Faktor, Steuerklasse V oder VI.
  • Du hast einen Freibetrag z. B. für Fahrtkosten oder Kinder eintragen lassen und verdienst als Arbeitnehmer mehr als 11.900 € (2020) bzw. mehr als 22.600 € bei zusammenveranlagten Ehepaaren.
  • Du bist selbständig oder freiberuflich tätig.
  • Du hast einen Verlustvortrag aus den Vorjahren.
  • Du hattest Kapitalerträge, auf die keine Abgeltungsteuer abgeführt wurde.

Genaueres zu den einzelnen Punkten erklären wir dir im Folgenden:

Mehr als 410 Euro Lohnersatzleistungen (z. B. Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld)

Vielleicht warst oder bist du durch die Corona-Pandemie auch von Kurzarbeit betroffen. Dabei ist es unerheblich, ob nur zu 10 % oder zu 100 %. Hast du im ganzen Jahr mehr als 410 Euro an Kurzarbeitergeld erhalten, bist du abgabepflichtig. Das Gleiche gilt für die anderen Lohnersatzleistungen, wie Arbeitslosengeld I, Elterngeld oder Krankengeld.

Tipp: Wir haben die Taxfix-App für Kurzarbeit und Arbeitslosengeld optimiert. Auch Homeoffice und andere Pauschalen werden automatisch in der App abgefragt, sodass du das meiste für dich herausholst. Mehr über Mehr über Kurzarbeit und Steuern.

Mehr als 410 Euro Nebeneinkünfte

Du hast steuerpflichtige Nebeneinkünfte, zum Beispiel Einnahmen aus Vermietung oder aus einer selbständigen Tätigkeit? Oder du beziehst Einkünfte aus dem Ausland? Dann musst du diese in der Einkommensteuererklärung angeben, wenn die Summe 410 Euro pro Jahr überschreitet.

Zwei oder mehr Arbeitgeber gleichzeitig

Wenn du mehrere Arbeitslöhne nebeneinander beziehst, stellt dir ein Arbeitgeber eine Lohnsteuerbescheinigung mit der Steuerklasse VI aus. Damit bist du zur Abgabe verpflichtet.

Lebenspartnerschaften mit Steuerklasse IV/IV mit Faktor oder III/V

Wenn du und dein Ehepartner bzw. dein eingetragener Lebenspartner die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor oder III/V gewählt habt, seid ihr zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet – doch nur sofern der Partner mit der Steuerklasse V Arbeitslohn bezogen hat.

Das Gleiche trifft zu, wenn ihr euch für die Einzelveranlagung entscheidet und ihr für euer Kind nicht die hälftige Aufteilung des Ausbildungsfreibetrags bzw. des Behindertenpauschbetrags beantragt habt.

Die Pflichtveranlagung greift auch bei Geschiedenen bzw. Verwitweten, die im gleichen Jahr wieder heiraten.

Freibetrag (Lohnsteuer-Ermäßigung)

Hast du bei deinem zuständigen Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung gestellt und dir einen Freibetrag eintragen lassen? Dann bist du verpflichtet, deine tatsächlichen Werbungskosten oder Sonderausgaben in einer Steuererklärung nachzuweisen.

Keine Pflicht besteht nur bei diesen Ausnahmen:

  • Im Fall von Pauschbeträgen für Behinderte, Hinterbliebene oder vom Steuerentlastungsbetrag für Alleinerziehende.
  • Wenn du 2020 weniger als 11.900 Euro (22.600 Euro bei zusammenveranlagten Ehepaaren) verdient hast.

Gewerbe/Selbstständigkeit

Eine Einkommenssteuererklärung musst du machen, wenn du ein Gewerbe betreibst, freiberuflich oder selbstständig tätig bist oder Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft hast.

Verlustvortrag (Minus in den Vorjahren)

Die Steuer musst du auch dann machen, wenn du einen steuerlichen Verlust aus den Vorjahren hast. Dieses Minus wird dann mit deinem zu versteuernden Einkommen verrechnet.

Noch nicht versteuerte Kapitalerträge

Hast du mehr als 801 Euro Kapitalerträge aus Wertpapierverkäufen (z. B. Aktien), Zinsen oder Dividenden und hat die Bank sie noch nicht versteuert, weil sie beispielsweise auf ausländischen Konten erzielt wurden, musst du diese bei der Steuer angeben.

Tipp: Indem du deiner Bank rechtzeitig einen Freistellungsauftrag erteilst, verhinderst du den Abzug von Abgeltungsteuern. Der Sparerfreibetrag liegt bei maximal 801 Euro (1.602 Euro bei Ehepaaren) pro Jahr. Diesen kannst du auf mehrere Banken verteilen. Höhere Kapitalerträge musst du versteuern.

Arbeitgeberwechsel („S“ in der Lohnsteuerbescheinigung)

Hast du innerhalb eines Jahres den Job gewechselt und Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld erhalten? Dann kann es sein, dass dein neuer Arbeitgeber bei der Lohnsteuer die Werte des vorherigen Arbeitgebers nicht berücksichtigt hat. In diesem seltenen Fall findest du auf deiner Lohnsteuerbescheinigung den Buchstaben „S“.

Aufforderung vom Finanzamt

Wenn du Post vom Finanzamt erhältst und zur Abgabe der Steuererklärung aufgefordert wirst, musst du dieser Bitte natürlich nachkommen.

Wer muss keine Steuererklärung einreichen?

In diesen Fällen bist du nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet:

  • Du bist in der Steuerklasse I und hattest nur Einnahmen von einem Arbeitgeber.
  • Ihr seid verheiratet/in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft habt die Steuerklassenkombination IV/IV und nur Einnahmen als Arbeitnehmer.

Bis wann muss ich eine Steuererklärung machen?

Wer zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet ist, muss seine Unterlagen bis zum 31. Juli des Folgejahres an das Finanzamt übermitteln. Aktuell fällt dieser Tag auf ein Wochenende. Daher verschieben sich die Fristen auf folgende Termine:

Steuererklärung für:
Abgabefrist:
Steuererklärung rechtzeitig erledigen:
2020
01. November 2021
2021
1. August 2022
Ab Anfang 2022

Lässt du dir von einem Steuerberater helfen, verlängert sich die Frist bis zum letzten Tag im Februar des übernächsten Jahres. Aufgrund der Corona-Krise wurde die Abgabefrist mit Steuerberater für das Steuerjahr 2019 auf den 31. August 2021 verlängert.

Für eine freiwillige Abgabe der Steuererklärung hast du vier Jahre Zeit. Genaueres erfährst du im Artikel „Fristen zur Abgabe der Steuererklärung“.

Freiwillige Steuererklärung lohnt sich in den meisten Fällen

Auch wenn du nicht verpflichtet bist, in den meisten Fällen lohnt sich die Abgabe der Steuererklärung trotzdem. Krankheitskosten, Home Office oder Arbeitswege lassen sich nämlich steuerlich absetzen und können zu Rückerstattungen führen – durchschnittlich 1.051 Euro laut Statistischem Bundesamt. Mehr erfährst du in unserem Artikel „Sollte ich eine freiwillige Steuererklärung machen?“

Tipp: Ob es sich für dich lohnt, kannst du kostenlos mit der Taxfix-App prüfen. In einfach verständlichen Fragen führen wir dich durch deine Finanzen. Am Ende berechnen wir, ob du mit einer Steuerrückzahlung rechnen kannst und wie hoch diese ausfällt.

Finde heraus, ob sich eine Steuererklärung für dich auszahlt

Beantworte ein paar Fragen und unser Steuerrechner sagt dir, ob sich eine Steuererklärung für dich lohnt und wie hoch deine Steuererstattung geschätzt ausfallen wird:

Disclaimer

Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keinen zertifizierten Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest Du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.