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Bonuszahlungen von Krankenkassen in der Steuererklärung

20. September 2017

Viele Krankenkassen locken ihre Kunden mit Bonusprogrammen. Lange Zeit wollte das Finanzamt die dazugehörigen Bonuszahlungen an Versicherte als Einnahmen behandeln. Doch das Bundesfinanzhof entschied dagegen.

Bonuszahlungen von Krankenkassen mindern den Sonderausgabenabzug nicht

…so entschied das Bundesfinanzgericht am 1. Juli 2016. Erhältst du als gesetzlich Krankenversicherter im Rahmen eines Bonusprogramms Kostenerstattungen von deiner Krankenkasse, darf das Finanzamt diese Zahlungen nicht mit deinen steuerlich absetzbaren Krankenversicherungsbeiträgen verrechnen.

Krankenkassenprämien: so war es früher

Bis zum Urteil des BFH mussten alle Krankenkassenprämien in der Steuererklärung angegeben werden. Diese wurden vom Finanzamt als erstattete Krankenkassenbeiträge bewertet. Die Krankenkasse übermittelte im Zuge des Kontrollmeldeverfahrens alle Bonuszahlungen automatisch an das Finanzamt und wies sie als erstattete Beiträge aus.

Der Nachteil für den Steuerzahler: Absetzbare Krankenkassenbeiträge wurden mit den Bonuszahlungen der Krankenkassen verrechnet. Die „erstatteten Beiträge“ minderten die Absetzbarkeit der Beiträge der Basisversorgung als Sonderausgaben.

Eine Steuerzahlerin klagte

Eine gesetzlich Versicherte klagte gegen diese Praxis des Finanzamtes. Sie nahm an einem Bonusprogramm ihrer Betriebskrankenkasse teil, in dessen Rahmen sie Gesundheitsmaßnahmen selbst finanzierte. Darunter fielen Kosten für homöopathische Arznei, Nahrungsergänzungsmittel und Osteopathie. Das Bonusheft samt Rechnungen schickte sie an ihre Krankenkasse und bekam dafür 150 Euro. Das Finanzamt bekam über diese Zahlung eine Meldung und kürzte die absetzbaren Krankenkassenbeiträge um die Bonuszahlung.

Die Frau bekam recht. Der Bundesfinanzhof folgte der Auffassung, dass Bonuszahlungen von Krankenkassen eine Leistung darstellen. Sie erstatten die von Versicherten getragenen Gesundheitskosten, jedoch keine Krankenkassenbeiträge.

Finanzamt muss einlenken

Die Bonuszahlungen von Krankenkassen haben mit dem Versicherungsschutz also nichts zu tun. Du kannst deine Krankenkassenbeiträge auch trotz Teilnahme an Bonusprogrammen als Sonderausgaben absetzen.

Solltest du nach Abgabe deiner Steuererklärung einen Steuerbescheid erhalten, auf dem deine Krankenkassenbeiträge dennoch um die Bonuszahlungen gekürzt wurden, solltest du einen Widerspruch einlegen. Dazu weise auf das BFH-Urteil hin.

Hier musst du aufpassen!

Laut einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 6. Dezember 2016 gibt es eine Ausnahme bei Bonusprogrammen. Bonuszahlungen für die Durchführung von Gesundheitsmaßnahmen (Besuch eines Fitnessstudios) oder für ein bestimmtes Handeln (Nichtraucher) der Versicherten werden nicht berücksichtigt.

Gelegentlich erwirtschaften Krankenkassen auch Überschüsse. Die daraus resultierende Dividende kann auch an den Krankenversicherten ausgezahlt werden. Doch aufgepasst: diese gilt als Beitragsrückerstattungen und kürzen die absetzbaren Krankenkassenbeiträge. Du musst sie in der Steuererklärung angeben.

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