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Steuertipps

Corona & Firmenwagen – Steuern sparen bei Home-Office

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zuletzt aktualisiert am 21. September 2021

Während Corona steht der Firmenwagen bei vielen nur in der Garage. Die 1%-Versteuerung wird dann zum Verhängnis. Wir zeigen dir, wie du trotz pauschaler Versteuerung der Privatfahrten sparen kannst.

Du nutzt die Fahrtenbuch-Methode? Dann hast du durch einen hohen Homeoffice-Anteil keinen Nachteil!

Wenn du die 1%-Versteuerung nutzt, gilt:

  • 1% des Bruttolistenpreises für die Privatfahrten wird wie gewohnt versteuert
  • Eine Steuerersparnis ist möglich, wenn an weniger als 15 Tagen pro Monat (180 Tage pro Jahr) zur Arbeit gefahren wird
  • Statt der Monatspauschale von 0,03% wird die 0,002%-Methode per Einzelbewertung für tatsächliche Fahrten angewandt
  • Dafür müssen die Fahrten und entsprechenden Änderungen gegenüber dem Finanzamt dokumentiert und begründet werden

Wir erläutern dir den gesamten Prozess, mit dem du beim Firmenwagen während Covid-19 Steuern senken kannst. Schritt für Schritt.

Corona-Homeoffice und Firmenwagen

Während der Corona-Pandemie und Home-Office reduziert sich die Nutzung des Firmenwagens auf ein Minimum. Üblicherweise fallen Fahrten ins Büro (zur sogenannten ersten Tätigkeitsstätte) größtenteils aus. Auch die private Nutzung nimmt zumeist stark ab.

Der geldwerte Vorteil durch den Dienstwagen muss aber auch in Zeiten von Homeoffice versteuert werden. Wenn du dich für die Fahrtenbuch-Regelung entschieden hast, hast du keinerlei Nachteile. Es werden lediglich die privaten Fahrten steuerlich erfasst, die tatsächlich angefallen sind.

Ohne Fahrtenbuch wird der Dienstwagen teuer

Da die Bewertung mit Fahrtenbuch allerdings aufwendig ist, entscheiden sich viele für die pauschale 1%-Versteuerung. Ein Prozent des Bruttolistenpreises des Fahrzeugs wird pro Monat als Sachbezug für Privatfahrten deklariert. Dabei ist die tatsächliche Nutzung nicht relevant.

Zusätzlich müssen auch die Fahrten von der Wohnung zur Arbeit steuerlich erfasst werden. Dafür gibt es ebenfalls eine Pauschale.

Pauschale 0,03%-Regelung lieber umgehen

Mit der 0,03%-Regelung werden alle Arbeitsfahrten im jeweiligen Monat abgegolten. Ihnen liegt ebenso der Bruttolistenpreis des Autos zugrunde. Die 0,03% werden zu dem einen Prozent für die private Nutzung addiert.

In Corona-Zeiten ist die Anzahl der Tage mit Büro-Fahrten aber deutlich kleiner. Wenn du im Homeoffice arbeiten musst, fährst du womöglich nur wenige Male im Monat zum Arbeitgeber.

Firmenwagen mit 0,002%-Methode versteuern

Damit die Versteuerung auch der geringeren Nutzung entspricht, hast du die Möglichkeit, Einzelfahrten zu betrachten, statt die Pauschale zu verwenden.

Für jeden Tag, an dem du zum Arbeitgeber gefahren bist, werden 0,002 Prozent des Bruttolistenpreises pro Entfernungskilometer versteuert. Grundlage bildet die einfache Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Dadurch ergibt sich ein geringerer geldwerter Vorteil, wenn die Anzahl der Büro-Arbeitstage pro Monat kleiner ist als 15 (15 x 0,002% = 0,03%) und pro Jahr kleiner als 180 (12 x 15 = 180).

Bitte beachte: Die Methode wird für das ganze Jahr gewählt. Musstest du also nur wenige Monate ins Homeoffice und bist sonst häufig zum Arbeitgeber gefahren, ist die pauschale 0,03%-Regelung wahrscheinlich günstiger.

Steuern sparen im Home-Office: Firmenwagen günstiger versteuern

Hast du dich für die 1-Prozent-Regel entschieden und bist die meiste Zeit im Homeoffice, zahlst du vermutlich zu viele Steuern auf den Dienstwagen.
Wir haben bereits angedeutet, wie du mit der steuerlichen Betrachtung der tatsächlichen Fahrten zur Arbeit sparen kannst.

Damit die Änderung beim Finanzamt wirksam und erfolgreich ist, musst du allerdings noch mehr beachten. Anhand einer Beispielrechnung erklären wir den Prozess:

Beispiel: 0,03%-Pauschale VS. 0,002%-Einzelbetrachtung

Das privat genutzte Auto deines Unternehmens hat einen
Bruttolistenpreis von 50.000 €
Die privaten Fahrten werden bei der pauschalen Versteuerung je Monat mit einem Prozent des Bruttolistenpreises versteuert:
50.000 € x 1% = 500 €

Zusätzlich müssen die Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte (dem Büro) versteuert werden. Dabei sind die Kilometer zwischen Wohnung und deiner Firma entscheidend. Angegeben werden darf die einfache Entfernung, nicht Hin- und Rückfahrt kombiniert. In unserem Beispiel: 25 Kilometer.

Nun gibt es zwei Wege die Arbeitsfahrten zu erfassen. Eine auf Basis der tatsächlichen Fahrten (zu dieser kommen wir gleich) und eine pauschale.

  1. Viele entscheiden sich aufgrund der Einfachheit für die Pauschale. Sie erhöht den geldwerten Vorteil je Monat um 0,03% des Bruttolistenpreises.
    50.000€ x 0,03% x 25 Kilometer Arbeitsweg = 375€
    Den Dienstwagen versteuerst du monatlich mit der Summe der Ein-Prozent-Regelung und der 0,03%-Berechnung:
    500€ + 375€ = 875€
  2. Nutzt du das Fahrzeug an weniger als 15 Tagen pro Monat für die Fahrt von Wohnung zur Arbeit, lohnt sich jedoch die Einzelbewertung. Das bedeutet: 0,002%-Regelung anstatt 0,03%-Berechnung.

    Setzen wir eine Nutzung von 10 Tagen pro Monat für die Fahrt zur ersten Tätigkeitsstätte voraus, sparst du bei den monatlichen Kosten:
    50.000€ x 0,002% x 25 Kilometer x 10 Tage = 250€
    Statt der Steuerlast von 875 Euro je Monat ergeben sich 750 Euro:
    500€ + 250€ = 750€

    Bei monatlich nur 4 Fahrten zum Arbeitgeber sind es 600 Euro:
    500€ + (50.000€ x 0,02% x 25 Kilometer x 4 Tage) = 600€

Achtung: Diese Berechnung gilt nur für reine Verbrenner und Mild-Hybride. Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge unterliegen einer geringeren Besteuerung, da nur der viertel beziehungsweise halbe Bruttolistenpreis als Berechnungsgrundlage dient.

Firmenwagen während Corona versteuern – Was zusätzlich benötigt wird:

Willst du die 0,002%-Methode für die steuerliche Betrachtung der Fahrten zur Arbeit verwenden, musst du die Einzelfahrten gegenüber dem Finanzamt dokumentieren.

Per Taxfix geht das:

  1. Du ermittelst den geldwerten Vorteil neu, der dir durch deine Arbeitsfahrten mit dem Dienstwagen entstanden ist. Dafür berechnest du ihn anhand der 0,002%-Methode (siehe Beispielrechnung) und bestimmst anschließend die Differenz zu dem alten geldwerten Vorteil (auf Grundlage der 0,03%-Regelung).
  2. Die Differenz (vorausgesetzt per 0,002%-Berechnung ist das Ergebnis kleiner als mit 0,03%-Methode) ziehst du vom steuerpflichtigen Arbeitslohn ab und änderst die Lohnsteuerbescheinigung dementsprechend.
  3. Dem Finanzamt liegen die vom Arbeitgeber übermittelten Daten vor. Deshalb kann es passieren, dass ein Bescheid mit dem ursprünglichen Arbeitslohn erlassen wird. Gegen diesen müsste man dann Einspruch einlegen.
    Um dies vorab zu umgehen, sollten bereits ohne Aufforderung vom Finanzamt Belege über die Änderung des Arbeitslohns vorgelegt werden. Hier belegst du dem Finanzamt gegenüber, dass ursprünglich die pauschale 0,03%-Regelung für die Arbeitsfahrten angesetzt wurde. Dafür sind Gehaltsabrechnungen oder andere Dokumente, die den pauschalen Wert ausweisen, geeignet. Diese schickst du per Post an das Finanzamt, zusammen mit weiteren Schriftstücken aus Punkt 4
  4. Die Herabsetzung des Bruttoarbeitslohns muss dem Finanzamt gegenüber begründet werden. Diese schriftlich formulierte Begründung schickst du mit der Bescheinigung aus 3. per Post an dein zuständiges Finanzamt (siehe App) und fügst außerdem die Übersicht der Tage an, an denen du zur Arbeit gefahren bist. Hier ist eine Aufstellung mit exakter Datumsangabe unerlässlich.
Du hast noch nie zuvor eine Steuererklärung gemacht? Mit Taxfix brauchst du im Durchschnitt nur 22 Minuten und kein Steuervorwissen.

So versteuerst du private Fahrten mit dem Dienstwagen grundsätzlich

Corona hat der Versteuerung von Dienstwagen eine neue Herausforderung verpasst und die 0,002%-Regelung mehr ins Bewusstsein geholt. Doch schon vor der Corona-Krise war die steuerliche Betrachtung des Firmenwagens ein viel diskutiertes Thema.

In unserem Ratgeber Privat genutzter Dienstwagen – Was ist mit den Steuern? behandeln wir die häufigsten Fragen und zeigen dir, wann Fahrtenbuch oder 1%-Regelung die richtige Wahl sind.

Disclaimer

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