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Dauernd getrennt lebend – Was bedeutet das?

20. September 2017

Paare können nur dann von der gemeinsamen Veranlagung profitieren, wenn sie nicht nicht das ganze Jahr dauernd getrennt leben. Doch wann tritt dieser Status genau ein und was bedeutet er steuerlich?

Was heißt „dauerndes Getrenntleben”?

Wollen du und dein Ehepartner die Scheidung, geht dem Prozess ein Trennungsjahr voraus, in dem ihr weiterhin verheiratet seid. In diesem Trennungsjahr lebt ihr dauernd getrennt. Im § 1567 Absatz 1 BGB definiert der Gesetzgeber diesen Status so:

„Die Ehegatten leben getrennt, wenn zwischen ihnen keine häusliche Gemeinschaft besteht und ein Ehegatte sie erkennbar nicht herstellen will, weil er die eheliche Lebensgemeinschaft ablehnt. Die häusliche Gemeinschaft besteht auch dann nicht mehr, wenn die Ehegatten innerhalb der ehelichen Wohnung getrennt leben.“

Beginn des dauernden Getrenntlebens

Die Trennung setzt nicht mit dem Auseinanderziehen ein, sondern bereits mit der Auflösung eurer ehelichen Gemeinschaft und eures gemeinsamen Haushalts. Das bedeutet, dass ihr z.B. nicht zusammen kocht oder gemeinsame Ausgaben habt.

Gerade zu Beginn des Trennungsjahres wohnen noch einige zeitweise zusammen, teilen aber nicht mehr Tisch und Bett. Schon während dieser Zeit beginnt also die Zeit des dauernden Getrennlebens.

Übrigens: Versöhnungsversuche unterbrechen den Trennungsprozess nicht, solange sie nicht länger als drei Monate dauern.

Lebt dein Partner über einige Zeit nicht mit dir zusammen, z.B. weil er beruflich für eine lange Phase unterwegs ist, wird dies nicht als dauerndes Getrenntleben gewertet. Die Trennung bezieht sich auf den Willen, die Beziehung nicht mehr aufrecht zu erhalten.

Dauerndes Getrenntleben und Steuererklärung

Steuerlich ist der Zeitpunkt wichtig, von dem an ihr getrennt seid. Habt ihr mindestens einen Tag im Kalenderjahr noch als Paar gelebt, könnt ihr für dieses laufende Jahr die gemeinsame Veranlagung wählen.

Da ihr noch eine Weile zusammen wart, habt ihr in dem Jahr noch nicht dauernd getrennt gelebt, sondern nur teilweise.

Ein Beispiel:
Du hast dich im November 2016 von deinem Ehepartner getrennt. Für das Gesamtjahr 2016 könnt ihr die Zusammenveranlagung nutzen.

Bis Ende Dezember teilt ihr eurem zuständigen Finanzamt mit, dass ihr euch getrennt habt. Für 2017 werdet ihr in die Steuerklasse 1 oder Steuerklasse 2 (wenn Kinder mit Kindergeldanspruch bei dir leben) eingestuft.

Für den Steuerklassenwechsel teilt ihr dem zuständigen Finanzamt mit der „Erklärung zum dauernden Getrenntleben” mit, dass ihr euch getrennt habt.

Wichtig: Kümmert euch rechtzeitig um den Steuerklassenwechsel. Versäumt ihr dies, müsst ihr mit einer Steuernachzahlung und einem Steuerstrafverfahren rechnen!

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