Bücher

Duales Studium: Ausbildung finanzieren und Steuern sparen

22. März 2019

Das duale Studium verbindet eine Ausbildung mit einem Studium. Hierbei erhält man im Gegensatz zu Uni-Studenten beispielsweise bereits ein reguläres Einkommen. Das hat auch Auswirkungen auf die Steuererklärung.

Was ist ein duales Studium

Bei einem dualen Studium verbindest du Ausbildung mit Studium: So hast du einerseits Unterrichtsperioden, in denen du theoretisches Wissen auf Hochschulniveau vermittelt bekommst und andererseits sammelst du parallel praktische Erfahrungen in einem Unternehmen. In der Regel schließt du dieses Studium nach drei bis fünf Jahren mit einem Bachelor ab; in manchen Fällen kannst du außerdem einen Ausbildungsabschluss ablegen.

Praktisch ist diese Studienform für alle jene, die sich nach der Schule nicht zwischen Studium und Ausbildung entscheiden können und direkt ins Berufsleben starten möchten. Bei einem dualen Studium bekommst du nämlich auch von Anfang an ein Ausbildungsgehalt – und zwar auch während deiner Studiumsphasen. So kombinierst du in gewisser Weise aus beidem die Vorteile: Geld und Bildung.

Sonderausgaben vs. Werbungskosten: Welcher Student darf was absetzen?

Zunächst die gute Nachricht: Jeder Student oder Azubi darf Ausgaben in Zusammenhang mit seinem Studium von der Steuer absetzen. Hierbei ist völlig egal, ob man sich in der ersten oder zweiten Ausbildung oder einem Dienstverhältnis befindet. Der Unterschied zeigt sich jedoch in der Höhe:

Ein „normaler“ Vollzeitstudent in der ersten Ausbildung kann Ausgaben bis zu einer Höchstgrenze von 6.000 Euro als Sonderausgaben geltend machen. Diese dürfen im Gegensatz zu Werbungskosten nur in dem Jahr angegeben werden, in dem sie anfallen.

Als dualer Student befindest du dich in einem Dienstverhältnis. Somit kannst du deine Ausgaben als Werbungskosten in unbegrenzter Höhe eintragen. Das Gleiche gilt für Studenten oder Azubis, die sich in ihrer zweiten Ausbildung befinden. Als Werbungskosten gelten alle Aufwendungen, die du zur Erwerbung und Erhaltung deiner Einnahmen aufbringen musst. Das Finanzamt zieht einen Betrag von 1.000 Euro automatisch als Arbeitnehmerpauschbetrag für mögliche Unkosten ab.

Als dualer Student, mit eventuell einem zweiten Wohnsitz oder vielen Fahrten zwischen Arbeits- und Studienort liegen deine Ausgaben aber vermutlich darüber.

Welche Posten darfst du als dualer Student geltend machen?

Die Liste der Ausgaben, die vom Finanzamt anerkannt werden, ist umfangreich. Beispielsweise zählen hierzu:

  • Zinsen für einen Bildungskredit
  • Studien- oder Prüfungsgebühren
  • Fachbücher oder Computer
  • Arbeits- oder Büromaterial
  • Studienreisen und Praktika
  • Auslandssemester und -aufenthalte, die für das Studium vonnöten sind
  • Ausgaben für die zusätzliche Unterbringung und Reisekosten, wenn deine Hochschule in einer anderen Stadt liegt

Fahrtkosten zur Hochschule oder Uni

Dafür lohnt sich ein Blick in deinen Arbeitsvertrag: Wird der Betrieb, mit dem du als dualer Student ein Dienstverhältnis eingehst, als deine erste Tätigkeitsstätte genannt, können die Fahrten dorthin nur mit der normalen Entfernungspauschale abgerechnet werden. Dafür gelten die Fahrten, die du zur Uni oder deiner Hochschule unternimmst, als Reisekosten. Dann stehen dir statt der Pauschale für die einfache Fahrt, 30 Cent für jeden zurückgelegten Kilometer zu.

Achtung:
Denk daran, die Belege und Nachweise für deine Ausgaben aufzubewahren. Du musst sie zwar nicht sofort mitschicken, aber das Finanzamt kann diese später einfordern.

Gib deinen duales Studium gleich bei Taxfix ein und sieh was du an Steuern herausholen kannst. Starte gleich online!

Verlustvortrag: Ausgaben in die Zukunft schieben

Wenn du weniger als den Grundfreibetrag verdienst, dann zahlst du keine Steuern und kannst nichts absetzen. Eventuell hast du aber trotzdem hohe Ausgaben, die in Zusammenhang mit deiner Ausbildung stehen. Für diesen Fall kannst du diese mit einem Verlustvortrag feststellen und in die Zukunft schieben lassen und dann mit diesem zukünftigen Gehalt verrechnen.

Beispiel:
Du studierst als duale Student im ersten Ausbildungsjahr und verdienst 700,00 Euro monatlich. Damit liegst du unter dem Grundfreibetrag und zahlst keine Steuern. Dennoch hast du einen hohen Kostenaufwand, da Betrieb und Hochschule nicht in derselben Stadt liegen.

Womöglich ist damit die Summe der Einkünfte und Ausgaben negativ. Hier bietet es sich an, diesen Verlust in der Steuererklärung feststellen und in Form des Verlustvortrags auf das nächste Jahr übertragen zu lassen.

Falls du im nächsten Jahr auch nicht mehr verdienen solltest, kannst du die Verluste auch weiter in das übernächste Jahr schieben. Sobald du mit der Ausbildung fertig bist und ein volles Gehalt erhältst, wird dieses bei der Steuerberechnung um die aufgestauten Verluste der Vorjahre gemindert. Dadurch sinkt ihre Steuerlast und dir winkt eine hohe Erstattung.

Übrigens: Es gibt auch den Verlustrücktrag, bei dem Verluste in das Vorjahr verschoben werden und die Steuerlast rückwirkend neu berechnet wird. Womöglich bringt das eine unerwartete Rückzahlung und mindert etwas den Schmerz über ein kostenreiches Jahr!

Verwandte Artikel

Disclaimer

Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keinen zertifizierten Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest Du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.