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Die Familienpflegezeit: Was solltest du steuerlich beachten?

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zuletzt aktualisiert am 27. April 2021

Du pflegst ein Familienmitglied und kannst deswegen nur eingeschränkt arbeiten? Das Pflegeunterstützungsgeld, ein Darlehen für die Pflegezeit oder die längere Familienpflegezeit helfen dir die Situation finanziell zu stemmen – doch wie wirkt sich das steuerlich aus?

Mit dem 2012 eingeführten „Gesetz über die Familienpflegezeit“ möchte der Gesetzgeber, Arbeitnehmer, die parallel zu ihrem Beruf familiäre Pflege leisten müssen, unterstützen. Im Falle, ein naher Angehöriger von dir erkrankt und wird zu einem Pflegefall, kannst du über diese finanziellen Ausgleichsleistungen, die Pflege organisieren oder sogar selbst übernehmen. Seit 2015 hast du zudem einen Rechtsanspruch darauf. Dein Arbeitgeber muss dir diese Auszeit also gewähren. Steuerliche Auswirkungen werden in dem Gesetz nicht beschrieben.

Das Gesetz bietet drei verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten:

1. Das Pflegeunterstützungsgeld

Als kurzfristige Hilfe gibt es ab dem 1. Januar 2015 das Pflegeunterstützungsgeld. Bei einem akuten Vorfall ermöglicht es dir eine bezahlte Auszeit von bis zu zehn Tagen. Damit soll dir genug Zeit gegeben werden, um die Pflegesituation für das betroffene Familienmitglied zu organisieren. Das Pflegeunterstützungsgeld ist eine Lohnersatzleistung und beträgt in der Regel 90 % deines Nettoverdienstausfalls.

Du kannst diese Leistung bei der Pflegekasse des Betroffenen beantragen. Mit dem Antrag sollte auch ein Attest, das die Pflegebedürftigkeit des nahen Angehörigen bestätigt, eingereicht werden. Der Begriff der Pflegebedürftigkeit wird in §§ 14 und 15 SGB XI genauer definiert. Außerdem sollte der betreuende Arzt darin auch auf die Notwendigkeit dieser Maßnahme hinweisen.

Aus steuerlicher Sicht ist das Pflegeunterstützungsgeld ein kleines Bonbon. Es ist steuerfrei und da es bisher nicht im Katalog des Einkommensteuergesetzes § 32b Abs. 1 Satz aufgeführt ist, zählt es im Gegensatz zu anderen Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld oder Mutterschaftsgeld noch nicht einmal mit in den Progressionsvorbehalt. Du brauchst es also überhaupt nicht in der Steuererklärung anzugeben.

2. Die Pflegezeit

Eine weitere Möglichkeit, die das Familienpflegezeitgesetz bietet, liegt darin, sich von der Arbeit für unterschiedliche Zeiträume freistellen zu lassen und den Lohnausfall über ein zinsfreies Darlehen auszugleichen.

Im Rahmen der Pflegezeit kannst du dich bis zu sechs Monaten teilweise oder sogar ganz von der Arbeit befreien lassen. Das Darlehen musst du beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) beantragen. Du erhältst dann monatliche Zahlungen, die maximal 50 % deines vorherigen Nettogehalts ausmachen. Anschließend zahlst du es in Raten zurück. Sollte bei dir jedoch ein Härtefall vorliegen, z. B. wirst du in diesem Zeitraum selbst krank, gibt es die Möglichkeit, die Raten zu stunden, zu reduzieren oder im Ernstfall sogar erlassen zu bekommen.

3. Die Familienpflegezeit

Benötigst du mehr Zeit als sechs Monate, ist die dritte Option die Familienpflegezeit. Diese darf bis zu zwei Jahre andauern. Währenddessen bekommst du ebenfalls ein zinsfreies Darlehen, musst aber – im Gegensatz zur oben genannten Pflegezeit – mindestens 15 Stunden in der Woche weiterarbeiten. Der monatliche Zuschuss beträgt 50 % der Differenz zwischen deinem vollen und dem reduzierten Gehalt.

Beispielsweise senkst du deine Arbeitszeit auf 50 %, um ausreichend Kapazität für die Pflege deines erkrankten Familienmitglieds zu haben. Dein Lohn wird aber trotzdem mit 75 % weitergezahlt. Nach einer Pflegezeit von höchstens zwei Jahren, arbeitest du wieder zu 100 %, beziehst aber weiterhin nur 75 % deines Lohns.

Das zinsfreie Darlehen wird ebenfalls vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) vorgestreckt und später in der Rückzahlungsphase direkt von deinem Arbeitgeber wieder an die Behörde abgeführt.

Das Familienpflegezeitgesetz enthält selbst keine Aussagen zu einer steuerlichen Behandlung. In einer Stellungnahme des BMF vom 23.05.2012 wird aber deutlich, dass die Einkünfte nach einem strengen Zuflussprinzip beurteilt werden. Das bedeutet, in lohnsteuerlicher Hinsicht wird also einmal dein reduzierter Lohn plus das aufstockende Darlehen berücksichtigt und später in der Rückzahlungsphase nur der reduzierte Lohn. Das zunächst entstehende positive und später negative Wertguthaben spielt keine Rolle. Somit hat das Darlehen an sich keine steuerlichen Auswirkungen.

Möchtest du als Arbeitnehmer die Familienpflegezeit nutzen, bist du verpflichtet eine Familienpflegezeitversicherung abzuschließen. Die entstehenden Aufwendungen kannst du jedoch einfach als Werbungskosten geltend machen.

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