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Geschenke vom Arbeitgeber – Geldwerter Vorteil

20. September 2017

Geschenke vom Arbeitgeber werden als geldwerter Vorteil gewertet und sind zu versteuern. Es gibt wenige Ausnahmen, aber einige Kniffe. Lies nach, ob auf dein Geschenk Steuern anfallen.

Neben Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld kann dich dein Arbeitgeber mit Geschenken motivieren. Doch in der Regel sieht das Finanzamt alle Zuwendungen vonseiten deines Chefs als Gehalt an. Auch Geschenke vom Arbeitgeber werden als geldwerter Vorteil betrachtet. Diese musst du wie dein normales Gehalt oder Weihnachtsgeld versteuern.

Das muss nicht sein, wenn dein Chef einige Regeln und Grenzen einhält. Denn einige kleine Geschenke sind steuerfrei. Außerdem kann dich dein Arbeitgeber mit gewissen Leistungen beschenken, die dir zugutekommen.

Diese Geschenke vom Arbeitgeber sind steuerfrei

Sachbezüge bis 44 Euro pro Monat

Dein Arbeitgeber kann dir pro Monat ein Geschenk im Wert von 44 Euro machen. Bis zu dieser Grenze ist es steuerfrei. Darunter fallen zum Beispiel:

  • Warengutscheine (Online-Gutscheine, Einkaufsgutscheine, Kinogutscheine)
  • Tankgutscheine (nur für Benzin oder Diesel einlösbar)
  • Monatskarte

Der Betrag kann jeden Monat von neuem ausgeschöpft werden. Ein Ansammeln ist jedoch nicht möglich.

Geburtstagsgeschenk vom Arbeitgeber

Zu besonderen persönlichen Anlässen kann dein Arbeitgeber auch einmal ein Geschenk für 60 Euro springen lassen, ohne dass es versteuert werden muss. Solche persönlichen Anlässe sind:

  • Dein Geburtstag
  • Deine Hochzeit
  • Die Geburt deines Kindes
  • Dein Dienstjubiläum

Übrigens handelt es sich nicht um einen Jahresbetrag. Dein Chef kann die 60 Euro zu jedem persönlichen Anlass ausschöpfen. Fallen einmal zwei Anlässe auf einen Monat, darf er dich mit zwei Geschenken mit dem jeweiligen Wert von 60 Euro beglücken.

Diese Leistungen vom Arbeitgeber sind steuerfrei

Neben den schon genannten Geschenken vom Arbeitgeber, kann dir dein Chef auch andere steuerfreie Leistungen überlassen. Im bestimmten Rahmen sind das folgende Leistungen:

  • Personalrabatt – Bis zu der Grenze von 1.080 Euro pro Jahr kann dir dein Arbeitgeber eigene Waren und Dienstleistungen vergünstigt oder kostenlos überlassen.
  • Bonusmeilen – Beruflich gesammelte Bonusmeilen können Vielflieger auch privat nutzen, wenn deren Wert nicht die 1.080 Euro-Grenze überschreitet.
  • Werkzeuggeld – Diese Entschädigung von bis zu 410 Euro jährlich gilt pauschal für deine eigenen Handwerkzeuge, die du für die Arbeit benutzt (bspw. Hammer, Schraubenzieher, Zangen).
  • Fortbildungskosten – Wenn deine Weiterbildung im Zusammenhang mit deinem Beruf steht, kann dir dein Arbeitgeber diese steuerfrei bezahlen.
  • Umzugskosten – Dein Arbeitgeber kann auch deinen Umzug steuerfrei bezahlen, wenn du wegen der Arbeit umziehst.
  • Gesundheitsförderung – Bis zu 500 Euro kann dein Arbeitgeber in diese Leistungen investieren, wenn die gesundheitsfördernden Maßnahmen im Zusammenhang mit deinen beruflichen Belastungen stehen.
  • Kinderbetreuung – Dein Arbeitgeber kann die vollen Kosten für deine Kinderbetreuung übernehmen, solang dein Nachwuchs noch nicht zur Schule geht und auch nicht zuhause betreut wird. Die Leistung darf jedoch nicht mit dem Gehalt gezahlt werden, sondern muss einzeln überwiesen werden.
  • Vermögensbeteiligung – Bis zu der Grenze von 360 Euro pro Jahr kann dir dein Arbeitgeber eine Beteiligung am Vermögen des Unternehmens steuerfrei überlassen. Eine weitere Voraussetzung: Allen Mitarbeitern muss eine Vermögensbeteiligung möglich sein.
  • Zinsgünstiges Darlehen – Wenn dir dein Chef ein Darlehen zu günstigeren Zinsen gewährt, als es auf dem Markt üblich ist, kannst du dieses bis zu einem Betrag von 2.600 Euro steuerfrei nutzen. Ist das Darlehen bis zum Ende des Lohnzahlungszeitraums noch nicht bis zur 2.600 Euro-Freigrenze getilgt, musst du die Zinsvorteile versteuern.

Geldwerter Vorteil: pauschal versteuerte Leistungen

Unter Umständen sind folgende Leistungen vom Arbeitgeber für dich steuerfrei – soweit er diese pauschal versteuert:

  • Datenverarbeitungsgeräte – Computer, Notebooks, Smartphones
  • Essensgutscheine – Gutscheine, die in Restaurants oder Supermärkten für Nahrungsmittel eingesetzt werden können

Doch aufgepasst: Die pauschale Versteuerung dieses geldwerten Vorteils kann dein Arbeitgeber auch auf dich abwälzen. Dann ist das leider kein schönes Geschenk mehr.

Geschenke von der Steuer absetzen

Eigentlich kann man keine Geschenke von der Steuer absetzen. Doch es gibt eine Ausnahme: Wurdest du von deinen Liebsten mit einem Arbeitsmittel zu Weihnachten beschenkt, kannst du dieses als Werbungskosten geltend machen. Du musst es aber auch wirklich für die Arbeit nutzen.

Der Bundesfinanzhof hat das in einem Urteil vom 16. Februar 1990 (Az. VI R 85/87) festgehalten. Demnach kannst du Geschenke mit einem Netto-Wert von bis zu 410 Euro komplett in einem Betrag als Arbeitsmittel absetzen. Übersteigt der Kaufwert des Geschenkes diesen Betrag, musst du es über die gewöhnliche Nutzungsdauer abschreiben. Du benötigst jedoch die Quittung für das Geschenk.

Wie du Arbeitsmittel absetzt, erfährst du in unserem Artikel: Arbeitsmittel absetzen.

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