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Handwerkerkosten abrechnen – so wird’s gemacht

20. September 2017

Steht die Renovierung deiner Wohnung ins Haus, kannst du Handwerkerkosten als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Wir erklären, worauf du dabei achten musst.

Ausgaben für Renovierung

Für Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten kannst du die Handwerkskosten von der Steuer absetzen.

Absetzbare Handwerkertätigkeiten sind zum Beispiel:

  • Modernisierung des Bades oder der Küche
  • Maler- und Tapezierarbeiten
  • Renovierung des Fußbodens: Verlegung von Teppich, Fliesen oder Parkett
  • Erneuerung und Austausch von Fenstern und Türen
  • Reparatur von Haushaltsgeräten
  • Wartung von Heizungen
  • Gebühren für den Schornsteinfeger

Für Neubauten oder dem Anbau einer Gartenterrasse bekommst du keinen steuerlichen Abzug der Handwerkerkosten. Gutachter oder Entsorgungsdienstleistung, solange sie nicht zu den Renovierungsmaßnahmen gehören, kannst du ebenfalls nicht von der Steuer absetzen.

Nur Lohn - Keine Materialkosten

20 Prozent des Arbeitslohns deiner Handwerker kannst du als Handwerkerkosten von der Steuer absetzen. Daneben darfst du auch die Fahrtkosten des Handwerkers ansetzen. Materialkosten werden vom Finanzamt nicht als Handwerkerkosten anerkannt.
Maximal darfst du jährlich 1.200 Euro unter den Sonderausgaben in deine Steuererklärung eintragen. Sie werden direkt von deiner Steuerlast abgezogen.

Wichtig ist dabei das Datum der Bezahlung, denn hier gilt das Abflussprinzip : Für das Finanzamt ist der Zeitpunkt der Bezahlung der Kosten relevant. Wurde dir im Dezember 2015 eine Rechnung gestellt, die du im Januar 2016 beglichen hast, kannst du die Handwerkerkosten für das Jahr 2016 absetzen.

TIPP: Bitte deinen Handwerker, eine sehr hohe Rechnung auf zwei separate Rechnungen für zwei Jahre zu teilen. Dadurch kannst du den Maximalbetrag von 1.200 Euro zweimal nutzen und mehr Steuern sparen.

So muss es auf der Rechnung stehen

Achte darauf, dass Materialkosten und Arbeitslohn auf der Handwerkerrechnung getrennt ausgewiesen sind. Wenn das nicht der Fall ist, bitte deinen Handwerker, dir eine zweite Rechnung mit getrennten Posten zu stellen. Sonst wird das Finanzamt die Kosten nicht anerkennen.

Bei den Arbeiten eines Schornsteinfegers oder anderer Wartungsarbeiten reicht eine Anlage zur Rechnung.

Mit der Betriebskostenabrechnung Steuern sparen

Als Mieter erhältst du jährlich eine Betriebskostenabrechnung. Dort werden Kosten für Wasser, Strom oder den Kabelanschluss aufgelistet und in Rechnung gestellt. Zusätzlich befinden sich auf der Betriebskostenabrechnung Handwerkerkosten, die du von der Steuer absetzen kannst:

  • Wartung und Austausch der Zähler
  • Schornsteinfeger (keine Messungen)
  • Wartungsarbeiten an Heizung und Wasserversorgung
  • Dachrinnenreinigung
  • Dach- und Fassadenarbeiten

Oft sind Materialkosten und Arbeitslohn auf der Betriebskostenabrechnung nicht getrennt verzeichnet. Deshalb bitte deinen Vermieter, dir eine gesonderte Aufstellung zu den entstandenen Kosten anfertigen zu lassen, damit du diese korrekt in deiner Steuererklärung angeben kannst.

Rechnungen nur per Überweisung bezahlen

Der Staat möchte Schwarzarbeit eindämmen. Deshalb erkennt das Finanzamt nur Handwerker-Rechnungen an, die per Überweisung beglichen wurden. Bar bezahlte Rechnungen werden nicht anerkannt.

Die Handwerkerrechnung oder Betriebskostenabrechnung mit getrennt aufgelisteten Posten (Materialkosten separat vom Arbeitslohn) und den Kontoauszug solltest du für das Finanzamt unbedingt bereithalten. Wenn die Finanzbeamten Fragen haben, kannst du die entstandenen Kosten nachweisen.

Der Ort der Tätigkeit

Nach gängiger Auffassung der Finanzämter ist es wichtig, dass die Arbeiten im eigenen Haushalt stattfinden. Das Finanzgerichts München urteilte am 23. Februar 2015 jedoch anders und meinte, dass auch Handwerkertätigkeiten in der Werkstatt des Handwerkers absetzbar sein können (Az. 7 K 1242/13).

Für diese Auslegung gibt es noch keine endgültige Klärung. Es ist davon auszugehen, dass viele Finanzämter dieser Auffassung nicht folgen werden. Sollte dieser Fall bei dir eintreten und das Finanzamt deine Kosten nicht anerkennen, kannst du entweder mit Hinweis auf dieses Urteil Einspruch einlegen oder selbst den Klageweg beschreiten.

Ganz sicher gehst du natürlich, wenn die Arbeiten in deinen eigenen vier Wänden durchgeführt werden.

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