Sparschwein

Kalte Progression:
Was ist das? Und wen betrifft es?

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9. Juni 2020

Unzählige Male hat man diesen Ausdruck bereits gehört, aber nie wirklich verstanden. Was zunächst einmal nach einer medizinischen Maßnahme aus dem Mittelalter klingt, bezeichnet – sehr verkürzt ausgedrückt – eine Gehaltserhöhung, die dir nichts bringt. Doch wie kann es dazukommen, dass dein Gehalt ansteigt und du trotzdem weniger Geld zur Verfügung hast?

Die kalte Progression betrifft vor allem die unteren und mittleren Einkommen und wird durch verschiedene Faktoren bedingt. Zunächst ist die persönliche Steuerbelastung relevant. In der Regel zahlt man auf jedes Einkommen, das man in Deutschland erwirtschaftet, eine Einkommenssteuer.
Der Grundfreibetrag umfasst im Jahr 2019 die ersten 9.168 €. Ab 9.169 € beginnt die Versteuerung mit 14 %. Mit dem Wachsen des Bruttogehaltes folgt ein höherer Steuersatz in verschiedenen Stufen bis zu einem Spitzensteuersatz von 42 %. Dem folgt ab einem Jahreseinkommen von 250.731 € nur noch der Reichensteuersatz mit 45 %.
Aufgrund der progressiven, d.h. ansteigenden Entwicklung, wird sie daher auch als heimliche Steuererhöhung bezeichnet.

Wie viel Steuern musst du zahlen?

Dein Steuersatz richtet sich prozentual an dem aus, was du verdienst. Damit will der Gesetzgeber eine gerechte Aufteilung der gesellschaftlichen Kosten erreichen. Wer mehr verdient, d. h. leistungsfähiger ist, der kann auch mehr zahlen. Um späterer Enttäuschung vorzubeugen, solltest du bei einer Gehaltserhöhung immer bedenken, dass dein Nettogehalt nicht im gleichen Maße ansteigt wie dein Bruttogehalt. Beziehst du zusätzlich Sozialleistungen, lohnt es sich, genau abzuwägen, ob du mit oder ohne Gehaltserhöhung besser dastehst.

Deine Besteuerung erfolgt, wieder sehr vereinfacht erklärt, folgendermaßen: Reichst du eine Steuererklärung ein, werden von deinen Einnahmen bestimmte Aufwendungen, wie Renten- oder Krankenversicherungsbeiträge abgezogen. Falls du noch andere Einkünfte oder anerkannte Ausgaben hattest, werden diese ebenfalls gegengerechnet. Daraus geht das zu versteuernde Einkommen hervor. Für einen Teil deines Gehaltes gilt jedoch der Steuerfreibetrag. Alles, was darüber hinausgeht, wird mit dem jeweiligen Steuersatz belegt, also z. B. mit 14 %.

In einer aktuellen Steuertabelle lässt sich leicht nachschauen, wo dein Grenz- und dein Durchschnittssteuersatz liegen bzw. mit welcher Einkommenssteuer du rechnen musst.

Achtung: Dein Bruttoeinkommen entspricht nicht dem zu versteuernden Einkommen! Letzteres kann nämlich deutlich niedriger sein.

Unter Grenzsteuersatz versteht man den höchsten Steuersatz, mit dem sozusagen die Spitze deines Einkommens belegt wird. Der Durchschnittssteuersatz gibt den Satz an, der aus den steuerlich unterschiedlich bewerteten Stufen deines Einkommens durchschnittlich resultiert. Er zeigt also den Prozentsatz, mit dem dein Einkommen insgesamt besteuert wird. Somit kann die Gehaltserhöhung dich über die Progression in einen höheren Steuersatz befördern und dafür sorgen, dass du einen größeren Teil von deinem Einkommen an den Fiskus abdrücken musst.

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Steuerprogression und Inflation

Ein weiterer Faktor, der berücksichtigt werden muss, ist die Inflation: In der Regel wird alles – egal, ob Waren oder Dienstleistungen – stetig teurer. Solange dein Gehalt stagniert, schwindet permanent deine Kaufkraft. Aus diesem Grund müssen oder müssten die Gehälter regelmäßig angepasst werden. Kann deine Gehaltserhöhung aber lediglich die Inflation ausgleichen, ohne einen eventuell höheren Besteuerung zu berücksichtigen, kann es sein, dass du im Endeffekt über eine geringere Kaufkraft verfügst.

Wenn du am Ende real weniger zur Verfügung hast, obwohl dein Gehalt erhöht wurde, spricht man von einer kalten Progression im engeren Sinn.

In einem Beispiel wird das deutlicher:
Heidi verdient 13.000 € im Jahr brutto. Davon werden zunächst einige Aufwendungen abgezogen und das restliche Einkommen versteuert. Dem Rechner des Bundesministeriums für Finanzen zur Folge zahlt Heidi 45 € Steuern. Nun möchte ihr Chef seiner Mitarbeiterin eine Gehaltserhöhung geben, die ausschließlich die Inflationsrate ausgleicht. Diese lag im Jahr 2018 bei 1,9 %, also zahlt er ihr nun ein Gehalt von insgesamt 13.247 €. Damit steigt ihre Steuerlast auf 74 €. Unter Berücksichtigung einer Inflationsrate von 1,9 % und einer höheren Besteuerung verringert sich somit Heidis Kaufkraft.

In deiner nächsten Gehaltsverhandlung solltest du idealerweise die Inflation, die seit deiner letzten Gehaltserhöhung stattgefunden hat, und eine möglicherweise höhere Besteuerung berücksichtigen.

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