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Kann ich Nachhilfe von der Steuer absetzen?

20. September 2017

Mit professioneller Nachhilfe kannst du die schulischen Leistungen deines Kindes verbessern. Wir zeigen dir, wann du Nachhilfestunden von der Steuer absetzen kannst.

Nachhilfe absetzen - Dann ist es möglich

Generell ist es nicht möglich, Nachhilfe bei der Steuererklärung geltend zu machen, da diese als Kosten der privaten Lebensführung betrachtet wird. Sie zählt auch nicht zu der absetzbaren Kinderbetreuung. Das Kindergeld bzw. der Kinderfreibetrag soll die Nachhilfe abdecken.
Es gibt jedoch zwei Ausnahmen:

  • Der Schulwechsel deines Kindes aufgrund deines beruflich bedingten Umzugs
  • Dein Kind hat eine nachgewiesene Lernstörung

Nachweisbarer Umzug aus Jobgründen

Ein normaler Schulwechsel wird nicht als Grund anerkannt. Dahinter muss der notwendige Ortswechsel der Familie aus beruflichen Gründen stehen. Ein Argument kann zum Beispiel die erhebliche Verkürzung deines Arbeitsweges um 60 Minuten sein. Die Länge der Strecke ist dabei unerheblich.

Der Umzug in ein anderes Bundesland wegen deiner neuen Stelle gilt ebenfalls als Grund. Da das Leistungslevel nicht nur von Bundesland zu Bundesland, sondern auch zwischen den einzelnen Schulen variiert, kann es schnell passieren, dass dein Kind den Anschluss verliert.

Die Kosten für die dadurch notwendige Nachhilfe kannst du dann auf zwei Weisen absetzen:

Nachhilfe als Werbungskosten absetzen

Wenn du die umzugsbedingte Nachhilfe als Werbungskosten absetzt, musst du alle Belege aufbewahren.

Die maximale Höhe der absetzbaren Nachhilfekosten ist abhängig von dem Zeitraum deines Umzugs:

Abschluss des Umzugs
Höchstbetrag Unterrichtskosten
Ab 1.3.2015
1.841 €
Ab 1.3.2016
1.882 €
Ab 1.2.2017
1.926 €

Bis zu 75 Prozent des Höchstbetrags der Unterrichtskosten erkennt das Finanzamt als Umzugskosten an.

Nachhilfe über die Umzugspauschale absetzen

Sind deine Umzugskosten insgesamt niedriger, lohnt sich die Umzugspauschale, denn diese ist belegfrei:

UmzugskostenpauschaleUmzugskostenpauschale

Der Nachhilfeunterricht gilt als ein Teil der Pauschale.

Ärztlich attestierte Lernstörung

Ein anderer Fall ist, wenn dein Kind unter einer nachgewiesenen Legasthenie oder Dyskalkulie leidet. Diese muss auf eine Hirnfunktionsstörung zurückzuführen sein. Eine reine Lese- und Rechtschreibschwäche wird nicht anerkannt. Die Nachhilfe wird dann als unterstützende Maßnahme betrachtet und zu den Behandlungskosten gezählt. So kannst du diese als außergewöhnliche Belastung für die Steuerminderung geltend machen. Auch hier ist wichtig, dass du alle Belege sammelst, die diese Kosten nachweisen.

Voraussetzungen für die Anerkennung

Die Lernstörung deines Kindes muss ärztlich attestiert sein. Mittlerweile reicht ein hausärztliches Attest dafür aus. Weitere Voraussetzung ist, dass die zumutbare Eigenbelastung durch den aufgewendeten Betrag überschritten wird. Diese beträgt 1 bis 7 Prozent des zu versteuernden Gesamtbetrags der Einkünfte, je nach Höhe des Einkommens und deiner Familienstruktur.

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Die zumutbare Eigenbelastung wird stufenweise ausgerechnet. Wie du diese genau ermittelst, kannst du im Artikel „Was ist meine zumutbare Eigenbelastung?“ nachlesen.

Den kostenintensiven Nachhilfebedarf deiner Kinder kannst du zumindest in schwierigen Situationen abfedern: Entweder wegen eines Schulwechsels aufgrund eures Umzugs aus beruflichen Gründen (Werbungskosten) oder aufgrund gesundheitlich bedingter Lernstörungen deines Kindes (außergewöhnliche Belastungen).

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