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Kindergeld und Kinderfreibetrag - Was ist das?

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zuletzt aktualisiert am 17. Juni 2022

Familien mit Kindern werden entweder durch Kindergeld oder durch den Kinderfreibetrag entlastet. Die steuerlich günstigere Variante errechnet das Finanzamt, wenn du eine Steuererklärung abgibst. Erfahre auch, welche Steuererleichterungen der Staat für Familien mit Kindern aufgrund der Corona-Pandemie vorgesehen hat.

Kinderfreibetrag oder Kindergeld? Was ist der Unterschied?

Kinderfreibetrag und Kindergeld sind zwei Varianten, um Familien mit Kindern finanziell zu fördern. Der große Unterschied zwischen beiden ist:

  • Das Kindergeld wird einem Elternteil nach Beantragung monatlich ausgezahlt.
  • Der Kinderfreibetrag wird bei der Berechnung der Einkommensteuer nach der Abgabe der Steuererklärung berücksichtigt und wird nicht ausgezahlt.

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Kindergeld und Kinderfreibetrag: Wie lange besteht Anspruch?

Den Kinderfreibetrag kannst du so lange nutzen, wie ein Anspruch auf Kindergeld besteht.

Kindergeldanspruch hast du so lange, bis dein Kind das 18. Lebensjahr vollendet hat. Darüber hinaus wird es auf Nachweis bis zum vollendeten 25. Lebensjahr weitergezahlt, wenn sich dein Kind:

  • in einer ersten Ausbildung befindet (Studium, schulische und betriebliche Ausbildung)
  • in einer zweiten, weiterführenden Ausbildung befindet
  • in einer Übergangszeit zwischen Schule und Ausbildung befindet (maximal 4 Monate)
  • erfolglos um eine Ausbildung beworben hat (das muss nachweisbar sein)

Über das 25. Lebensjahr hinaus besteht nur bei Kindern mit Behinderung Kindergeldanspruch, wenn diese für ihren Lebensunterhalt nicht selbst aufkommen können.

Die Behinderung muss allerdings vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten sein.

Ist dein Kind bei einem Jobcenter als arbeitssuchend gemeldet, besteht bis zum vollendeten 21. Lebensjahr Anspruch auf Kindergeld.

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Gibt es einen Familienbonus wegen Corona?

Im Jahr 2021 gab es einen Kinderbonus aufgrund der Corona-Pandemie. Dieser betrug pro Kind 150 Euro und wurde für jedes Kind ausgezahlt, welches im Jahr 2021 mindestens einen Monat Anspruch auf Kindergeld hatte. Der Bonus musste nicht extra beantragt werden.

Bereits 2020 hatte die Bundesregierung aufgrund der Corona-Pandemie einen Familienbonus in Höhe von 300 Euro beschlossen. Dieser galt ebenfalls für jedes Kind, das im selben Jahr mindestens einen Monat lang kindergeldberechtigt war.

Kindergeld in der Steuererklärung: Wie hoch ist es?

Das Kindergeld richtet sich nach der Anzahl der Kinder. Dabei gibt es ab dem dritten Kind eine höhere Summe, da eine finanzielle Mehrbelastung bei kinderreichen Familien angenommen wird. Ab dem vierten Kind erhöht sich der Betrag nochmals für jedes darauffolgende Kind.
In der Regel erhöht sich das Kindergeld fast jedes Jahr. Für das Steuerjahr 2022 gab es jedoch keine Änderung vonseiten des Fiskus.

Kindergeld 2022, 2021, 2020, 2019 und 2018

So hoch ist das Kindergeld in den Jahren, die aktuell für die Steuererklärung relevant sind:

Kindergeld 2022:

  • 1. Kind: 219 Euro pro Monat / 2.628 Euro pro Jahr
  • 2. Kind: 219 Euro pro Monat / 2.628 Euro pro Jahr
  • 3. Kind: 225 Euro pro Monat / 2.700 Euro pro Jahr
  • ab dem 4. Kind: 250 Euro pro Monat / 3.000 Euro pro Jahr

Kindergeld 2021:

  • 1. Kind: 219 Euro pro Monat / 2.628 Euro pro Jahr
  • 2. Kind: 219 Euro pro Monat / 2.628 Euro pro Jahr
  • 3. Kind: 225 Euro pro Monat / 2.700 Euro pro Jahr
  • ab dem 4. Kind: 250 Euro pro Monat / 3.000 Euro pro Jahr

Kindergeld 2020:

  • 1. Kind: 204 Euro pro Monat / 2.448 Euro pro Jahr
  • 2. Kind: 204 Euro pro Monat / 2.448 Euro pro Jahr
  • 3. Kind: 210 Euro pro Monat / 2.520 Euro pro Jahr
  • ab dem 4. Kind: 235 Euro pro Monat / 2.820 Euro pro Jahr

Kindergeld 2019:

  • 1. Kind: 204 Euro pro Monat / 2.448 Euro pro Jahr
  • 2. Kind: 204 Euro pro Monat / 2.448 Euro pro Jahr
  • 3. Kind: 210 Euro pro Monat / 2.520 Euro pro Jahr
  • ab dem 4. Kind: 235 Euro pro Monat / 2.820 Euro pro Jahr

Kindergeld 2018:

  • 1. Kind: 194 Euro pro Monat / 2.328 Euro pro Jahr
  • 2. Kind: 194 Euro pro Monat / 2.328 Euro pro Jahr
  • 3. Kind: 200 Euro pro Monat / 2.400 Euro pro Jahr
  • ab dem 4. Kind: 225 Euro pro Monat / 2.700 Euro pro Jahr
Kindergeld nach Anzahl der Kinder - Übersicht 2018, 2019, 2020, 2021, 2022 von Taxfix

Wie hoch ist der Kinderfreibetrag in der Steuererklärung?

Der Kinderfreibetrag setzt sich je Elternteil aus

  • dem Betreuungsfreibetrag (Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf)
  • und dem Kinderfreibetrag auf Basis des Existenzminimums eines Kindes zusammen.

Entwicklung des Kinderfreibetrags der Jahre 2022, 2021, 2020 und früher

Jahr Höhe des Kinderfreibetrags
Kinderfreibetrag 2018 7.428 Euro
Kinderfreibetrag 2019 7.620 Euro
Kinderfreibetrag 2020 7.812 Euro
Kinderfreibetrag 2021 8.388 Euro
Kinderfreibetrag 2022 8.388 Euro

Für jedes Kind beträgt der Kinderfreibetrag für den Veranlagungszeitraum 2021 insgesamt 8.388 Euro. Er erhöht sich, ähnlich wie das Kindergeld, ebenfalls fast jedes Jahr. Verheiratete können ihn bei Zusammenveranlagung in voller Höhe gemeinsam nutzen. Bei unverheirateten Eltern wird der Betrag aufgeteilt, sodass jeder Elternteil einen halben Freibetrag nutzen kann.

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Kindergeld beantragen und bei der Steuererklärung sparen!

Wenn du ein Kind erwartest, solltest du Kindergeld beantragen. Dies ist eine Förderung, die dir sofort monatlich überwiesen wird. Den Antrag stellst du bei der Familienkasse, die an deinem Wohnort zuständig ist.

Welche Familienkasse ist für mich zuständig?

Klicke auf den folgenden Link und scrolle auf der Seite ganz nach unten. Dort kannst du rechts deine Postleitzahl eingeben. Danach erfährst du, welche deine zuständige Familienkasse ist.

Einkommensgrenze Kindergeld: Seit 2012 gibt es keine Einkommensgrenze für das Kindergeld mehr. Der Kindergeldanspruch ist seitdem abhängig vom Ausbildungsstatus des erwachsenen Kindes.

Der Kinderfreibetrag und die Steuererklärung

Günstigerprüfung – Steuerliche Begünstigung durch den Kinderfreibetrag

Für Eheleute mit Kind lohnt sich der Freibetrag erst etwa ab einem gemeinsamen Bruttoeinkommen von ca. 60.000 Euro. Bei Ledigen mit Kind ab ca. 30.000 Euro.

Das Finanzamt berechnet deine Steuern bei Abgabe deiner Steuererklärung zuerst unter Berücksichtigung des Kinderfreibetrags und dann ohne. Ist die Differenz aus beiden Berechnungen höher als dein Anspruch auf Kindergeld, wird der Kinderfreibetrag von deinem Einkommen abgezogen, das Kindergeld wird bei der Steuer allerdings wieder hinzugerechnet. So wird eine Doppelbegünstigung vermieden. Ist die Differenz kleiner als dein Anspruch auf Kindergeld, wird der Freibetrag nicht abgezogen und das Kindergeld nicht hinzugerechnet. Das ist die sogenannte Günstigerprüfung. Die für dich steuerlich günstigere Variante wird anschließend benutzt, um deine endgültige Steuer festzulegen. Alles, was du dafür machen musst, ist eine Steuererklärung mit der Anlage Kind abzugeben.

Beim Ausfüllen der Anlage unterstützt dich die von Steuerexpert*innen entwickelte Taxfix-App.

Übrigens: Bei der oben erwähnten Günstigerprüfung ist es für das Finanzamt irrelevant, ob du das Kindergeld beantragt und erhalten hast oder nicht. Nur dein Anspruch auf Kindergeld zählt. Anspruch bedeutet, dass du die Voraussetzungen erfüllst, um Kindergeld beantragen zu können.

Kinderfreibetrag eintragen – Wie mache ich das?

Wenn du mit deinem*r Partner*in ein Kind bekommst, ist der Weg zum Standesamt der erste amtliche Schritt. Oft bieten Krankenhäuser an, alle erforderlichen Unterlagen für die Ausstellung der Geburtsurkunde an das Standesamt zu senden. Nach etwa einer Woche erhaltet ihr per Post die Geburtsurkunde.

Weil alle Ämter in Deutschland miteinander vernetzt sind, erfährt das Einwohnermeldeamt und auch das Finanzamt von der Geburt des Kindes. Der Kinderfreibetrag wird daraufhin automatisch über das ELStAM-Verfahren an eure Arbeitgeber weitergeleitet.

Du musst also gar nichts machen, um den Freibetrag eintragen zu lassen. Das geschieht alles automatisch.

Kinderfreibetrag 0,5 auf der Lohnsteuerbescheinigung – Was bedeutet das?

Es wird davon ausgegangen, dass sich Eltern um ihren Nachwuchs gleichermaßen kümmern. Daher wird bei beiden Elternteilen automatisch ein halber Kinderfreibetrag in die Lohnsteuerabzugsmerkmale eingetragen.

Für ein Kind steht dann in der Regel auf deiner Lohnsteuerbescheinigung:

kinderfreibetrag-0-5

Der Kinderfreibetrag wirkt sich aber nicht auf deine monatlich abgeführte Lohnsteuer aus. Allerdings mindert er den Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer.

Bist du mit deinem*r Ehepartner*in gemeinsam veranlagt, werden eure halben Kinderfreibeträge bei Abgabe der Steuererklärung auf euer gemeinsames Einkommen angewendet. Damit könnt ihr wieder gemeinsam vom Freibetrag profitieren.

Zahl der Kinderfreibeträge 1,0 – Kinderfreibetrag ändern?

Wenn du mit deinem*r Partner*in zwei Kinder hast, steht in deinen Lohnsteuerabzugsmerkmalen ein Kinderfreibetrag von 1,0. Für jedes Kind ist das ein Freibetrag von 0,5.

Hast du nur ein Kind, kann die Anzahl der Kinderfreibeträge 1,0 sein, wenn du den Kinderfreibetrag änderst. Das geht unter folgenden Voraussetzungen:

  • Ein Elternteil lebt im Ausland
  • Der andere Elternteil hat das Kind adoptiert (Stiefelternteil)
  • Der andere Elternteil kommt seiner Unterhaltsverpflichtung nicht zu mindestens 75 Prozent nach
  • Der Vater des Kindes ist unbekannt
  • Ein Elternteil ist verstorben

Wie kann ich den Kinderfreibetrag übertragen?

Laut § 32 Abs. 6 Satz 6-11 des Einkommensteuergesetzes kannst du auf folgende Personen den halben Kinderfreibetrag übertragen:

  • Den anderen Elternteil
  • Die Großeltern, wenn sie unterhaltspflichtig sind oder das Kind in ihrem Haushalt lebt
  • Die Stiefeltern, wenn sie unterhaltspflichtig sind oder das Kind in ihrem Haushalt lebt

Für den Übertrag des Kinderfreibetrags musst du die Anlage K ausfüllen und an das für dich zuständige Finanzamt schicken.

FAQ: Kindergeld und Kinderfreibetrag?

Welche Altersgrenze gibt es beim Kindergeld?

Hier gibt es 3 Altersgrenzen: Das Regelkindergeld wird bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres gezahlt, arbeitssuchende Kinder erhalten bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres Kindergeld und das Ausbildungskindergeld erhält man bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.

Wer bekommt den Kinderfreibetrag?

Die Eltern eines Kindes erhalten jeweils den halben Kinderfreibetrag. Diesen Betrag musst du nicht versteuern. Jedoch wird die Erstattung mit dem Kindergeld verrechnet. Nur wenn die Erstattung durch den Freibetrag das Kindergeld übersteigt, erhältst du etwas Geld. Dein Arbeitgeber übernimmt das normalerweise mit der Lohnauszahlung.

Wenn sich nachträglich etwas ändert, muss ich das der Familienkasse mitteilen?

Ja! Beziehst du Kindergeld, musst du deiner Kasse alle Änderungen mitteilen, die einen Einfluss auf das Kindergeld haben können.

Kann Kindergeld rückwirkend beantragt werden?

Ja. Allerdings gibt es hier eine Frist von 6 Monaten nachdem der Antrag eingehen muss.

Wann muss Kindergeld zurückgezahlt werden?

Kindergeld musst du zurückzahlen, wenn du es unrechtmäßig erhalten hast. Du hast es also bekommen, ohne dass ein Anspruch darauf bestand.

Wann bekommt man kein Kindergeld mehr?

Das hängt von deinem Alter und deinen Lebensumständen ab. Grundsätzlich wird Kindergeld gewährt, bis du 18 bist. Bist du danach arbeitssuchend, läuft es weiter bis du 21 bist. Machst du noch eine Ausbildung oder studierst, geht es bis zum 25. Lebensjahr.

Kann ich den Kinderfreibetrag übertragen?

Kinderfreibeträge können übertragen werden, wenn du oder der andere Elternteil eine Unterhaltsverpflichtung nicht zu mindestens 75 % erfüllt hast oder nicht zahlen konntest.

Kann Kindergeld gepfändet oder abgetreten werden?

Grundsätzlich nicht. Kindergeld ist eine staatliche Leistung, die für die Versorgung und Erziehung eines Kindes gedacht ist und somit nicht gepfändet werden darf. Jedoch sollte man sich als Schuldner*in um die Einrichtung eines P-Kontos (Pfändungsschutzkonto) kümmern, da im Rahmen einer Kontopfändung kein automatischer Pfändungsschutz für das Kindergeld besteht.

Haben Ausländer*innen Anspruch auf Kindergeld?

Auch als Ausländer*in hast du Anspruch auf Kindergeld. Voraussetzung dafür ist der Besitz einer Niederlassungs-/ oder Aufenthaltserlaubnis im Sinne des § 62 Abs. 2 EStG.

Was ist ein Zählkind?

„Zählkinder“ sind alle nach § 63 EStG zu berücksichtigen Kinder. „Zahlkinder“ dagegen sind die Kinder, denen tatsächlich Kindergeld ausgezahlt wird.

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