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Steuertipps

Kindergeld und Kinderfreibetrag - Was ist das?

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zuletzt aktualisiert am 17. August 2021

Familien mit Kindern werden durch Kindergeld und Kinderfreibetrag entlastet. Die steuerlich günstigere Variante errechnet das Finanzamt, wenn du eine Steuererklärung abgibst. Erfahre auch, welche Steuererleichterungen der Staat für Familien mit Kindern aufgrund der Corona-Pandemie vorgesehen hat.

Kinderfreibetrag oder Kindergeld? Was ist der Unterschied?

Kinderfreibetrag und Kindergeld sind zwei Varianten, um Familien mit Kindern finanziell zu fördern. Der große Unterschied zwischen beiden ist:

  • Das Kindergeld wird einem Elternteil nach Beantragung monatlich ausgezahlt.
  • Der Kinderfreibetrag wird bei der Berechnung der Einkommensteuer nach der Abgabe der Steuererklärung berücksichtigt und wird nicht ausgezahlt.

Erhalte ausführliche Informationen zum Corona-Kinderbonus.

Kindergeld und Kinderfreibetrag: Wie lange besteht Anspruch?

Den Kinderfreibetrag kannst du so lange nutzen, wie ein Anspruch auf Kindergeld besteht.

Kindergeldanspruch hast du so lange, bis dein Kind das 18. Lebensjahr vollendet hat. Darüber hinaus wird es auf Nachweis bis zum vollendeten 25. Lebensjahr weitergezahlt, wenn sich dein Kind:

  • in einer ersten Ausbildung befindet (Studium, schulische und betriebliche Ausbildung)
  • in einer zweiten, weiterführenden Ausbildung befindet
  • in einer Übergangszeit zwischen Schule und Ausbildung befindet (maximal 4 Monate)
  • erfolglos für eine Ausbildung beworben hat (das muss nachweisbar sein)

Über das 25. Lebensjahr hinaus besteht nur bei Kindern mit Behinderung Kindergeldanspruch, wenn diese für ihren Lebensunterhalt nicht selbst aufkommen können.

Die Behinderung muss allerdings vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten sein.

Ist dein Kind bei einem Jobcenter als arbeitssuchend gemeldet, besteht bis zum vollendeten 21. Lebensjahr Anspruch auf Kindergeld.

Gibt es einen Familienbonus wegen Corona?

Du hast es sicherlich auf deinem Konto bemerkt: aufgrund der Corona-Pandemie hat die Bundesregierung einen Familienbonus in Höhe von 300 Euro beschlossen. Dieser galt für jedes Kind, das im Jahr 2020 mindestens einen Monat lang kindergeldberechtigt war. Die Auszahlung erfolgte in zwei Raten: 200 Euro zahlte der Staat im September zusätzlich aus; 100 Euro waren es im Oktober.

Auch im Jahr 2021 gibt es einen Kinderbonus aufgrund der Corona-Pandemie. Dieser beträgt pro Kind EUR 150 und wird für jedes Kind ausgezahlt, welches im Jahr 2021 mindestens einen Monat Anspruch auf Kindergeld hat. Der Bonus muss nicht extra beantragt werden.

Kindergeld: Wie hoch ist es?

Das Kindergeld erhöht sich fast jedes Jahr. Dabei gibt es ab dem dritten Kind eine höhere Summe, da eine finanzielle Mehrbelastung bei kinderreichen Familien angenommen wird. Ab dem vierten Kind erhöht sich das Kindergeld nochmals für jedes darauffolgende Kind.

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Kinderfreibetrag: Wie hoch ist der Satz?

Der Kinderfreibetrag setzt sich je Elternteil aus

  • dem Betreuungsfreibetrag (Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf)
  • und dem Kinderfreibetrag auf Basis des Existenzminimums eines Kindes zusammen.

Entwicklung des Kinderfreibetrags

Kinderfreibetrag 2016
7.248 Euro
Kinderfreibetrag 2017
7.356 Euro
Kinderfreibetrag 2018
7.428 Euro
Kinderfreibetrag 2019
7.620 Euro
Kinderfreibetrag 2020
7.812 Euro
Kinderfreibetrag 2021
8.388 Euro

Für jedes Kind beträgt der Kinderfreibetrag 2021 insgesamt 8.388. Er erhöht sich ebenfalls fast jedes Jahr. Verheiratete können ihn bei Zusammenveranlagung in voller Höhe gemeinsam nutzen. Bei unverheirateten Eltern wird der Betrag aufgeteilt, sodass jedes Elternteil einen halben Freibetrag nutzen kann.

Beantrage Kindergeld!

Wenn du ein Kind erwartest, solltest du Kindergeld beantragen. Dies ist eine Förderung, die dir sofort monatlich überwiesen wird. Den Antrag stellst du bei der Familienkasse, die an deinem Wohnort zuständig ist.

Welche Familienkasse ist für mich zuständig?

Klicke auf den folgenden Link und scrolle auf der Seite ganz nach unten. Dort kannst du rechts deine Postleitzahl eingeben. Danach erfährst du, welche deine zuständige Familienkasse ist.

Der Kinderfreibetrag und die Steuererklärung

Günstigerprüfung – Steuerliche Begünstigung durch den Kinderfreibetrag

Für Eheleute mit Kind lohnt sich der Freibetrag erst etwa ab einem gemeinsamen Bruttoeinkommen von ca. 60.000 Euro. Bei Ledigen mit Kind ab ca. 30.000 Euro.

Übrigens: Von dem anfangs genannten Familienbonus aufgrund der Corona-Pandemie können auch Eltern mit höheren Einkommen profitieren. Laut dem Familienministerium sollen Eltern bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 90.000 Euro und einem Kind einen finanziellen Vorteil durch den Bonus haben.

Das Finanzamt berechnet deine Steuern bei Abgabe deiner Steuererklärung zuerst unter Berücksichtigung des Kinderfreibetrag und dann ohne. Ist die Differenz aus beiden Berechnungen höher als dein Anspruch auf Kindergeld, wird der Kinderfreibetrag von deinem Einkommen abgezogen, das Kindergeld wird bei der Steuer allerdings wieder hinzugerechnet. So wird eine Doppelbegünstigung vermieden. Ist die Differenz kleiner als dein Anspruch auf Kindergeld, wird der Freibetrag nicht abgezogen und das Kindergeld nicht hinzugerechnet. Das ist die sogenannte Günstigerprüfung. Die für dich steuerlich günstigere Variante wird anschließend benutzt, um deine endgültige Steuer festzulegen. Alles was du dafür machen musst, ist eine Steuererklärung mit der Anlage Kind abzugeben.

Beim Ausfüllen der Anlage unterstützt dich die von Steuerexperten entwickelte Taxfix-App.

Übrigens: Bei der oben erwähnten Günstigerprüfung ist es für das Finanzamt irrelevant, ob du das Kindergeld beantragt und erhalten hast oder nicht. Nur dein Anspruch auf Kindergeld zählt. Anspruch bedeutet, dass du die Voraussetzungen erfüllst, um Kindergeld beantragen zu können.

Kinderfreibetrag eintragen – Wie mache ich das?

Wenn du mit deinem Partner ein Kind bekommst, ist der Weg zum Standesamt der erste amtliche Schritt. Oft bieten Krankenhäuser an, alle erforderlichen Unterlagen für die Ausstellung der Geburtsurkunde an das Standesamt zu senden. Nach etwa einer Woche erhaltet ihr per Post die Geburtsurkunde.

Weil alle Ämter in Deutschland miteinander vernetzt sind, erfährt das Einwohnermeldeamt und auch das Finanzamt von der Geburt des Kindes. Der Kinderfreibetrag wird daraufhin automatisch über das ELStAM-Verfahren an eure Arbeitgeber weitergeleitet.

Du musst also gar nichts machen, um den Freibetrag eintragen zu lassen. Das geschieht alles automatisch.

Kinderfreibetrag 0,5 auf der Lohnsteuerbescheinigung – Was bedeutet das?

Es wird davon ausgegangen, dass sich Eltern um ihren Nachwuchs gleichermaßen kümmern. Daher wird bei beiden Elternteilen automatisch ein halber Kinderfreibetrag in die Lohnsteuerabzugsmerkmale eingetragen.

Für ein Kind steht dann in der Regel auf deiner Lohnsteuerbescheinigung:

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Der Kinderfreibetrag wirkt sich aber nicht auf deine monatlich abgeführte Lohnsteuer aus. Allerdings mindert er den Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer.

Bist du mit deinem Ehepartner gemeinsam veranlagt, werden eure halben Kinderfreibeträge bei Abgabe der Steuererklärung auf euer gemeinsames Einkommen angewendet. Damit könnt ihr wieder gemeinsam vom Freibetrag profitieren.

Zahl der Kinderfreibeträge 1,0 – Kinderfreibetrag ändern?

Wenn du mit deinem Partner zwei Kinder hast, steht in deinen Lohnsteuerabzugsmerkmalen ein Kinderfreibetrag von 1,0. Für jedes Kind ist das ein Freibetrag von 0,5.

Hast du nur ein Kind, kann die Anzahl der Kinderfreibeträge 1,0 sein, wenn du den Kinderfreibetrag änderst. Das geht unter folgenden Voraussetzungen:

  • Ein Elternteil lebt im Ausland
  • Der andere Elternteil hat das Kind adoptiert (Stiefelternteil)
  • Der andere Elternteil kommt seiner Unterhaltsverpflichtung nicht zu mindestens 75 Prozent nach
  • Der Vater des Kindes ist unbekannt
  • Ein Elternteil ist verstorben

Wie kann ich den Kinderfreibetrag übertragen?

Laut § 32 Abs. 6 Satz 6-11 des Einkommensteuergesetzes kannst du auf folgende Personen den halben Kinderfreibetrag übertragen:

  • Den anderen Elternteil
  • Die Großeltern, wenn sie unterhaltspflichtig sind oder das Kind in ihrem Haushalt lebt
  • Die Stiefeltern, wenn sie unterhaltspflichtig sind oder das Kind in ihrem Haushalt lebt

Für den Übertrag des Kinderfreibetrags musst du die Anlage K ausfüllen und an das für dich zuständige Finanzamt schicken.

Disclaimer

Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keinen zertifizierten Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest Du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.