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Sind Konto-Prämien steuerpflichtig

1. März 2019

Prämien für Kontoeröffnungen und Vertragsabschlüsse sind generell steuerpflichtig und werden zu den „sonstigen Einkünften“ gezählt. Das gilt auch für Sachprämien. Für alle sonstigen Einkünfte gilt eine Freigrenze von 256 Euro innerhalb eines Kalenderjahres.

Prämien für Kontoeröffnung und neue Verträge

Banken locken mit Kontoeröffnungsprämien oder mit Prämien bei Freundschaftswerbung. Mobilfunkanbieter und Fitnessstudios schenken dir ein paar Gratismonate. Stromanbieter legen zum neuen Tarif ein Tablet dazu. In Zeiten der Vergleichsportale kommen Prämienjäger voll auf ihre Kosten. Bevor du aber jetzt einem Goldrausch verfällst, solltest du wissen, dass Prämien keine steuerfreien Geschenke sind.

Deine erhaltenen Prämien trägst du ganz einfach mit Taxfix in deine Steuererklärung ein. So werden alle Daten elektronisch an das Finanzamt übermittelt.

Steuerfreie Geldprämien, steuerpflichtige Geldprämien

Der Fiskus betrachtet Prämien steuerlich unter dem Aspekt der „sonstigen Einkünfte“. Sie werden genauso versteuert wie die gelegentliche Vermietung deines Wohnwagens oder die gewonnen Preisgelder bei Sportveranstaltungen.

Bei der Versteuerung der sonstigen Einkünfte gilt ein Freibetrag von 256 Euro pro Kalenderjahr. Solltest du in einem Kalenderjahr lediglich eine Kontoprämie von 50 Euro erhalten haben, dann ist diese steuerfrei. Kommen darüber hinaus aber noch eine Anbieterwechselprämie von 100 Euro dazu und für die Eröffnung eines Depots weitere 150 Euro, dann liegst du schon bei 300 Euro, diese Summe musst du versteuern.

Wenn du in diesem Beispiel die Möglichkeit hast, eine dieser Prämien auf das nächste Jahr zu legen und statt im Dezember das Depot erst im Januar zu öffnen, spart das Steuern. Sonstige Einkünfte werden mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert.

Tipp:
Du kannst die Kosten, die dir für die Prämie entstanden sind von dem Prämienwert abziehen. Wenn du also zum Beispiel Fahrtkosten oder Portokosten für die Kontoeröffnung hattest, dann werden die mit deinem Prämienbetrag verrechnet. Bewahre also alle Belege gut auf.

Müssen Sachprämien versteuert werden?

Sachprämien sind ebenfalls steuerpflichtig. Wenn du eine Smartwatch, ein Tablet oder einen E-Book Reader zu deinem Vertrag dazubekommst, muss der Wert, den das Produkt beim Erhalt hat ebenfalls in die Steuererklärung. Der Wert richtet sich nach dem Preis im Einzel- oder Onlinehandel. Suche nach Erhalt des Produkts nach guten Angeboten und dokumentiere diese als Beleg.

Tipp:
Rabatte, bei denen du Geld sparst, zum Beispiel beim Wechsel von Strom- oder Telefonanbietern sind steuerfrei. Wenn dir also ein Unternehmen die Wahl zwischen einer Prämie in Höhe von 300 Euro und einer Beitragsminderung in Höhe von 300 Euro (in einem Kalenderjahr) lässt, empfehlen wir aus steuerlicher Sicht die Beitragsminderung.

Prämien auf der Steuererklärung eintragen

Deine Prämien gibst du zusammen mit allen anderen sonstigen Einkünften in der Anlage SO ein auch wenn der Gesamtbetrag unter der Freigrenze von 256 Euro liegt. Die Freigrenze ist übrigens anders als der Freibetrag die Grenze, ab welcher der gesamte Betrag versteuert wird. Wenn du also zum Beispiel Prämien im Wert von 280 Euro erhältst, dann musst du auf die kompletten 280 Euro Steuern zahlen und nicht wie oft angenommen auf den Differenzbetrag von in diesem Fall 24 Euro. Es lohnt sich also genau nachzurechnen.

Da auch Banken von Finanzämtern kontrolliert werden und über steuerlich relevante Abläufe informieren, ist es sinnvoll die Kontoprämie nicht einfach zu verschweigen. Der Fiskus könnte das als Steuerhinterziehung werten.

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