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Privates Darlehen – Was musst du steuerlich beachten, wenn du Geld verleihst und dafür Zinsen erhältst?

21. Januar 2019

Du willst einem Freund finanziell unter die Arme greifen und ihm Geld leihen? Oder du überlegst, Ersparnisse über einen Onlinemarktplatz anzulegen? In beiden Fällen handelt es sich um ein privates Darlehen. Mit welchen steuerlichen Auswirkungen musst du dabei rechnen?

Der Privatkredit – Unter Freunden oder über ein Kreditportal

Bei einem Privatkredit fungierst du ale eine natürliche Person als Geldgeber. Meist findet diese Kreditform Anwendung in der Familie oder unter Freunden. Der Geldnehmer kann möglicherweise die von einer Bank gewünschten Voraussetzungen nicht erfüllen oder möchte das Geld zu einem

Aber auch wenn ein natürliches Vertrauensverhältnis besteht, solltest du unbedingt einen Vertrag abschließen. Leg darin fest, wie hoch das Darlehen ist, zu welchen Zinsen es verliehen wird und über welchen Zeitraum bzw. wie die Tilgung zu verlaufen hat. Andernfalls kann der Kredit eure private Beziehung belasten oder der Staat funkt gar mit unerwarteten Steueransprüchen dazwischen.

Eine weitere Möglichkeit des privaten Darlehens sind Kreditportale, wie Smava oder Auxmoney. Für dich als Geldgeber liegen der Vorteil vor allem in der Aussicht auf höhere Renditen im Vergleich zu Geldanlageprodukten vieler Bank.

Für den Kreditnehmer können solche Portale attraktiv sein, weil die Bedingungen, an Geld zu kommen, einfacher sind und der Leihprozess schneller und unkomplizierter vonstattengeht. Mit einem unregelmäßigen Einkommen oder einem ungewöhnlichen Geschäftsvorhaben stößt der Kreditsuchende bei einer konventionellen Bank schnell an Grenzen.

Was musst du als privater Kreditgeber versteuern?

Wenn du Geld verliehen hast und dafür Zinsen beziehst, musst du diese in deiner Einkommenssteuererklärung aufzeigen. Bei dem Zinsertrag handelt es sich um „Einkünfte aus Kapitalvermögen“, die in die Anlage KAP eingetragen werden müssen.

In der Regel werden die Zinsen, die sich über das Jahr angesammelt haben, vom Finanzamt mit einem Abgeltungssteuersatz von 25 % zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag belegt. Zudem kann Kirchensteuer anfallen. Als Single steht dir ein Freibetrag von 801 Euro zu und als verheiratetes Paar von 1.602 Euro.

Bei der Besteuerung deiner Zinserträge spielt es keine Rolle, ob du den Betrag an deinen Bruder oder über einen Marktplatz an Unbekannte verliehen hast. Da Portale wie Smava, die vollen Zinserträge an dich als Geldgeber weiterleiten, übertragen sie dir damit auch die Verantwortung für die Versteuerung.

Was passiert, wenn du die Zinserträge nicht in der Steuererklärung angibst?

Bei einem Darlehen, das du direkt an einen Geldnehmer gibst, besteht folgendes Problem: Er wird natürlich versuchen, die gezahlten Zinsen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben von seiner Einkommenssteuer abzusetzen. Um dem Finanzamt das glaubwürdig darzustellen, reicht dein Geldnehmer vielleicht den geschlossenen Vertrag oder eine Abrechnung ein. Somit ist ziemlich wahrscheinlich, dass die Behörde auf deine Einnahmen aufmerksam wird.

Besondere Vorsicht ist auch bei Erträgen über die Online-Kreditmarktplätze geboten. Die Steuerfahndung kontrolliert regelmäßig die Kreditbörsen. Die Portale sind verpflichtet, den Behörden deine Identität offenzulegen, Auskunft über Anlagesummen und Zinserträge zu geben.

Hast du deine Kapitaleinkünfte nicht in der Einkommenssteuererklärung angegeben, gilt das als Steuerhinterziehung. Du riskierst eine Strafe und eine Nachzahlung, die auch rückwirkend für die letzten zehn Jahre gelten kann. Zusätzlich fallen darauf 6 % Zinsen an.

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Wie viel Zinsen solltest du verlangen?

Gerade unter Freunden und in der Familie ist es üblich, keine oder sehr geringe Zinssätze zu vereinbaren. Bedacht werden sollte jedoch Folgendes: Sind die Zinsen zu niedrig, kann das Finanzamt sie als eine Schenkung ansehen und die eigentlich angemessenen Zinseinnahmen mit einer Schenkungssteuer belegen. Handelt es sich bei den Geldnehmern um Ehepartner, die eigenen Kinder oder Enkel, liegen die Grenzen der Freibeträge für Schenkungen ziemlich hoch und werden selten durch akkumulierte Zinsen erreicht. Für andere Verwandte – auch Eltern und Geschwister – und Freunde beschränken sich die Freibeträge auf 20.000 Euro innerhalb von zehn Jahren.

Verzichtest du beispielsweise für ein Darlehen an deinen Bruder auf jegliche Zinsen, so geht das Finanzamt von einem „fiktiven“ Zinssatz von 5,5 % jährlich aus. Ist der Darlehensbetrag so hoch, dass über diesen angenommenen Prozentsatz innerhalb von zehn Jahren die 20.000 Euro überschritten werden, kann das Finanzamt eine Schenkungssteuer verlangen. Hierbei können beide Parteien zur Zahlung veranlasst werden.

Generell veranschlagt das Finanzamt als Minimum einen Zinssatz von 3 %. Was darunter liegt, kann als Schenkung interpretiert werden. Solltest du bereits in diese Situation geraten sein, ist es sinnvoll, sich steuerlichen Rat einzuholen.

Da marktübliche Kredite dem Finanzamt zur Orientierung dienen müssen, diese aber häufig ebenfalls Darlehen unter einem Zinssatz von 5,5 % anbieten, ist die aktuelle Rechtssprechung nicht eindeutig.

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