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Schulgeld: Welche Kosten darfst du von der Steuer absetzen?

29. November 2018

Eltern können neben den staatlichen Schulen auch eine Privatschule für die Ausbildung ihrer Kinder nutzen. Auch wenn die Gründe dafür vielfältig sind, zusätzliche Kosten entstehen fast immer. Teilweise werden diese vom Fiskus aber anerkannt.

Was erkennt das Finanzamt an?

Grundsätzlich gilt: 30 % des Schulgeldes kannst du je Kind und pro Jahr absetzen. Die Obergrenze liegt hier bei 5.000 Euro jährlich. Diesen Betrag darfst du als Sonderausgaben geltend machen und in der Anlage Kind (in den Zeilen 61 bis 63) eintragen.

Absetzbares Schulgeld umfasst aber nur Unterrichts- und Gebäudekosten, aber nicht Dinge, wie Unterkunft, Betreuung oder Verpflegung. Die Unterrichtsmaterialien kannst du nicht mit deiner Steuererklärung absetzen, unabhängig davon, ob dein Kind auf einer staatliche oder eine private Schule geht. In der Regel betrachtet man diesen Teil der Aufwendungen über das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag als bereits abgegolten.

Eine Ausnahme hinsichtlich der Betreuung kann neuerdings das Internat bilden: Nach einem Urteil des Thüringer Finanzgerichts vom 25. Oktober 2016 (FG Thüringen, 25.10.2016 – 2 K 95/15) können Internatskosten unter Umständen als Kinderbetreuungskosten berücksichtigt werden.

Eine weitere Möglichkeit besteht für Kinder, die aus medizinischen Gründen eine Privatschule besuchen müssen zum Beispiel, weil sie parallel eine Heilbehandlung durchführen. In diesem Falle darfst du die Schulkosten als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Sie können dann ggf. in voller Höhe berücksichtigt werden. Hierfür benötigst du jedoch eine ärztliche Bescheinigung.

Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?

Beachten solltest du folgende Voraussetzungen: Zunächst ist wichtig, dass du als Elternteil Anrecht auf Kindergeld oder Kinderfreibeträge hast.

Welche Privatschule dein Kind besucht, interessiert das Finanzamt nur bedingt. Die Ausrichtung des Bildungskonzepts spielt keine Rolle. Relevant ist, dass die Schule deinem Kind einen anerkannten allgemein- oder berufsbildenden Abschluss vermittelt.

Wenn die Schule nicht selbst Prüfungen abnimmt, sondern nur darauf vorbereitet, solltest du dich vorher genauer informieren. Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (Az.: X R 26/15) von 2017 muss dann von der zuständigen Finanzbehörde geprüft werden, ob tatsächlich eine ordnungsgemäße Vorbereitung auf den jeweiligen Abschluss gewährleistet ist.

Schulgeld im Ausland

Die Schule, die dein Kind besucht, muss sich in Deutschland, in der Europäischen Union oder dem europäischen Wirtschaftsraum (hierzu zählen zusätzlich Island oder Norwegen) befinden. Liegt die Schule in einem anderen Land, wird die Anrechnung des Schulgelds vom deutschen Finanzamt nur akzeptiert, wenn es sich auch um eine deutsche Schule handelt.

Bei Privatschulen im Ausland ist wichtig zu beachten, dass der Abschluss, auf den der Unterricht deines Kindes abzielt, den öffentlichen inländischen Schulen gleichwertig ist.

Dies solltest du dir am besten von einer deutschen Behörde bestätigen lassen. Hierzu kannst du dich an das Bildungs- und Kultusministerium eines Bundeslandes, an eine Schulbehörde, die Kultusministerkonferenz der Bundesländer oder eine Zeugnisanerkennungsstelle wenden.

Welche Nachweise benötigst du?

Mit deiner Steuererklärung musst du selbst keine Nachweise mitschicken. Das Finanzamt kann jedoch einen Nachweis über die Höhe der Schulgebühren fordern. Dies ist besonders dann der Fall, wenn du zum ersten Mal Schulgelder von der Steuer absetzen willst oder wenn sich der Betrag stark von denen der Vorjahre unterscheidet.

Tipp: Falls du ebenfalls Spenden an die Einrichtung geleistet hast, müssen diese separat vom Schulgeld aufgeführt werden. Gib dieser in der Taxfix-App unter Spenden an.

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