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So sparst du am Jahresende Steuern

7. November 2019

Das Jahresende ist für viele Steuerzahler eine heiße Phase. Denn: Wer hier schlau plant, kann seine Jahreseinnahmen erheblich beeinflussen – und so den zu zahlenden Steuerbetrag senken. Wir erklären dir, mit welchen geschickten Entscheidungen du deine Ausgaben managen kannst, um in den letzten Monaten kräftig Steuern zu sparen.

Ausgaben: Warum der richtige Zeitpunkt entscheidend ist

Wenn du in einem Jahr besonders viel Steuern sparen möchtest, musst du deine Ausgaben zum richtigen Zeitpunkt tätigen. Dabei musst du dich entscheiden, ob du die Ausgaben noch in diesem oder doch erst im nächsten Jahr geltend machen möchtest.

Ist abzusehen, dass du im nächsten Jahr deutlich weniger Einkünfte versteuern musst, lohnt es sich, Ausgaben noch in diesem Jahr zu tätigen. Auf diese Weise senkst du deine Einnahmen und erhöhst gleichzeitig deine Steuerrückzahlung, die dir dein Finanzamt bei der Abgabe deiner Steuererklärung gewährt.

Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn du im nächsten Jahr

  • von Vollzeit in Teilzeit wechselst,
  • in Rente gehst,
  • arbeitslos werden könntest oder
  • in Elternzeit gehst.

Kosten für Haushaltsnahe Dienstleistungen bündeln

Um deine Steuerzahlung für dieses Jahr zu senken, kannst du deine Ausgaben für Haushaltsnahe Dienstleistungen, Handwerker oder auch Minijobber in deinem Privathaushalt bündeln und so die jeweiligen Höchstbeträge absetzen. Insgesamt kannst du so auf eine Steuerersparnis von bis zu 5.710 Euro kommen. Diese Kosten kannst du dabei absetzen:

  • private Kinderbetreuung,
  • Pflege eines kranken Menschen in deinem Haushalt
  • Winterdienst
  • Hausreinigung

Stellst du hierfür in den verbleibenden Monaten des Jahres noch Rechnungen, kannst du maximal 4.000 Euro von deiner Steuerschuld abziehen. Das ist der Fall, wenn du insgesamt 20.000 Euro für haushaltsnahe Dienstleistungen ausgegeben hast. Denn: Das Gesetz erlaubt es dir, ein Fünftel davon in der Einkommenssteuererklärung geltend zu machen.

Handwerkerleistungen absetzen

Musst du in deiner Wohnung die Dienste eines Handwerkers in Anspruch nehmen, solltest du die Rechnung dafür noch in diesem Jahr begleichen. Dabei kannst du maximal 20 Prozent der Arbeits- und Fahrtkosten des Handwerkers geltend machen. Die Maximalgrenze für Dienste wie Renovierungs- oder Reparaturarbeiten liegt dabei bei 6.000 Euro. Das entspricht einer Steuerersparnis von 1.200 Euro. Entscheidend ist hierbei, wie bei allen Ausgaben, wann du die Rechnung bezahlst – nicht, wann die Arbeiten tatsächlich vom Handwerker erledigt werden.

Minijob im Privathaushalt

Hast du für haushaltsnahe Dienstleistungen bereits das Maximum von 20.000 Euro ausgegeben, willst du aber noch weitere Dienstleistungen absetzen, kannst du einige von ihnen als Minijob im Privathaushalt deklarieren. So kannst du beispielsweise eine Haushaltshilfe bei der Minijobzentrale als 450-Euro-Kraft anmelden und damit Ausgaben von bis zu 2.550 Euro generieren. Das Finanzamt gewährt dir dabei, 20 Prozent davon geltend zu machen. Maximal kannst du deine Einnahmen also um 510 Euro senken.

Werbungskosten absetzen

Die Kosten z.B. für Arbeitskleidung und Arbeitsweg können deine Ausgaben in diesem Steuerjahr ordentlich nach oben schrauben. Bündele diese daher, um jeweils die voll absetzbare Höhe nutzen zu können. Grundsätzlich gewährt dir der Fiskus pauschal 1.000 Euro an Werbungskosten. Erst jeder Euro, den du mehr ausgibst, lohnt sich jedoch so richtig für dich. Denn: Jeden Euro über 1.000 Euro kannst du direkt von deinen Einnahmen abziehen.

Arbeitsmittel absetzen

Arbeitsmittel, die 800 Euro netto bzw. 952 Euro brutto kosten, gehören zu den sogenannten geringwertigen Wirtschaftsgütern. Diese kannst du auf einen Schlag absetzen. Willst du also Steuern sparen, kaufe jetzt noch einen neuen Laptop oder ein Smartphone für deinen Job. Alternativ kannst du auch einen Schreibtisch oder Schrank für dein Arbeitszimmer kaufen und so deine Einnahmen senken. Liegst du in diesem Jahr also noch unter den 1.000 Euro, solltest du überprüfen, ob du nicht noch Geld in

  • Fachliteratur,
  • ein Arbeitszimmer oder
  • Fortbildungen

investieren kannst.

Krankheitskosten absetzen

Je nach Familienstand, Kinderzahl und Einkommen kannst du Krankheitskosten ab dem Betrag, der über der zumutbaren Belastung liegt, als außergewöhnliche Belastungen absetzen. Das kann zum Beispiel

  • eine neue Brille,
  • Zahnersatz oder
  • eine Augen-Laser-OP sein.

Wie hoch deine zumutbare Eigenbelastung liegt, haben wir dir in unserem Beitrag „Was ist meine zumutbare Eigenbelastung?“ gezeigt. Solltest du in diesem Jahr deine Eigenbelastung also noch nicht erreicht haben, kannst du in Erwägung ziehen, noch Ausgaben für Krankheitsleistungen zu tätigen.

Spenden absetzen

Insbesondere zur Weihnachtszeit und damit zum Jahresende hast du noch einmal die Möglichkeit, über Spenden Steuern zu sparen. Dabei kannst du bis zu 20 Prozent deines Einkommens als Spende von der Steuer absetzen. Du solltest beachten, dass du Spenden nachweisen kannst. Bei Spenden bis 200 Euro reichen dem Finanzamt der Kontoauszug der Überweisung als Nachweis. Bei Beträgen darüber brauchst du eine Spendenbescheinigung. Grundsätzlich erkennt das Finanzamt Förderungen gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke an.

Bis zum 31. Dezember heiraten

Auch wenn das Finanzamt grundsätzlich Berufliches und Privates trennt, macht es beim Heiraten eine Ausnahme. Heiratest du noch bis zum 31. Dezember, kannst du zusammen mit deinem Partner den „Splittingtarif“ für das gesamte zurückliegende Jahr nutzen. Das spart Paaren eine Menge Geld – vor allem, wenn Mann und Frau stark unterschiedlich verdienen. Das Finanzamt fordert für die gemeinsame Veranlagung mit Ehegattensplitting, dass du standesamtlich geheiratet hast.

Fristen beachten

Für einige Ausgaben hat das Finanzamt Fristen vorgesehen, die du einhalten musst, um sie geltend machen zu können. Dabei musst du bis zum 31. Dezember 2019 diese Unterlagen einreichen:

  • Antrag auf Riester-Zulage 2017, wenn du keine Dauerzulagenantrag gestellt hast
  • Antrag auf Wohnungsbauprämie 2017
  • Antrag auf Arbeitnehmer-Sparzulage für vermögenswirksame Leistungen 2015
  • Freiwillige Einkommensteuererklärung 2015

Fazit

Wer am Jahresende seine Ausgaben schlau und pünktlich plant, kann ordentlich Steuern sparen. Es lohnt sich daher für dich, bereits im Oktober oder November Rechnungen und Belege zu überprüfen. Auf diese Weise weißt du schnell, wo dir weitere Ausgaben eine Steuerersparnis bringen.

Die Sparmöglichkeiten sind zahlreich. Leg jetzt mit deiner Steuererklärung los, um noch vor Jahresende ordentlich Steuern zurückzuholen.

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