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Steuererklärung 2016:
Der Überblick

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21. September 2020

Längst vergangen und doch noch aktuell: Eine freiwillige Einkommensteuererklärung für das Jahr 2016 kann dir nachträglich noch Geld einbringen und eventuelle Corona-Einbußen ausgleichen. Was ist dabei zu beachten?

Bis wann muss die Steuererklärung für 2016 eingereicht werden?

Bei Pflichtveranlagung: Die Frist ist leider schon abgelaufen!

In der Regel solltest du die Steuererklärung im darauffolgenden Jahr beim zuständigen Finanzamt einreichen. Für das Veranlagungsjahr 2016 galt der 31. Mai 2017 als Fristende..

Seit 2019 müssen die Steuererklärungen jeweils bis zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt abgegeben werden. Dieses Datum richtet sich an Steuerpflichtige, die einer Pflichtveranlagung unterliegen, das heißt eine Steuererklärung abgeben müssen. Gründe dafür können beispielsweise eine Selbstständigkeit, Mieteinnahmen oder Einkünfte aus Kapitalerträgen sein, aber auch eine gemeinsame Veranlagung in der Ehe, d.h. die Kombination von unterschiedlichen Steuerklassen.

Wenn du dein Einkommen (fast) ausschließlich aus nichtselbstständiger Arbeit beziehst, wird dir die Steuer automatisch vom Gehalt abgezogen. Dann bist du nur zu einer Abgabe verpflichtet, wenn deine zusätzlichen Einkünfte, z.B. Nebenjob insgesamt die Freigrenze von 410 Euro im Jahr überschreiten oder du Leistungen bezogen hast, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen (z. B. ALG I, Kurzarbeitergeld usw.) und ebenfalls über einem Betrag von 410 Euro liegen.

Solltest du einmal spät dran sein, kannst du das Finanzamt um eine Fristverlängerung bitten. Wenn du deine Steuererklärung ohne fremde Hilfe machst und einen triftigen Grund nennen kannst, gewährt es dir meist vier bis sechs Wochen Aufschub. Mit der Unterstützung durch einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein darfst du dir sowieso immer bis zum 31. Februar des darauffolgenden Jahres Zeit lassen.
Versäumen solltest du die Fristen aber nicht, dann können dir Konsequenzen drohen, wie beispielsweise ein Verspätungszuschlag, Zwangsgeld oder Säumniszuschlag.

Freiwillige Steuererklärung: Nur noch bis zum 31. Dezember 2020

Eine freiwillige Steuererklärung für das Steuerjahr 2016 nimmt das Finanzamt noch bis zum Jahresende 2020 entgegen. Generell darfst du freiwillige Steuererklärungen bis zu vier Jahre rückwirkend einreichen.

Um eine freiwillige Abgabe handelt es sich, wenn du in diesem Zeitraum als Arbeitnehmer tätig warst und die Einkommensteuer direkt von deinem Monatslohn abgezogen wurde. Der Vorteil dabei: Wenn der Fiskus keine Steuererklärung von dir fordert, hast du in der Regel zu viel gezahlt.

Jeder Steuerpflichtige hat eine Reihe von Ausgaben über das Jahr hinweg, die er sich zum Teil vom Finanzamt zurückholen kann. Das ist auf verschieden Wege möglich: Du kannst natürlich deine Eintragungen dem Finanzamt direkt über ELSTERonline elektronisch übermitteln. Wenn du lieber die altbekannten Papierformulare nutzen willst, findest du z.B. auf der Seite des Bayerischen Landesamt für Steuern Vordrucke zum Herunterladen und auch die zugehörigen Ausfüllhinweise.
Am schnellsten geht es vermutlich mit der Steuer-App von Taxfix.

Deshalb lohnt sich die freiwillige Steuererklärung:

Natürlich kann es, abhängig von der individuellen Situation, ziemlich viel geben, was du bei einer freiwilligen Steuererklärung absetzen darfst, drei Klassiker rechnen sich aber bei fast jedem:

  1. Werbungskosten: Unter den Werbungskosten versteht das Finanzamt nach §9 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes „Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen“. Du darfst also alle Kosten, die dir in Zusammenhang mit deiner Arbeit entstanden sind, absetzen. Falls du keine Nachweise mehr über die Ausgaben hast, kannst du einfach die Werbungskostenpauschale nutzen. Damit zieht das Finanzamt, sobald du eine Steuererklärung abgibst, automatisch 1.000 Euro von deinem zu versteuernden Einkommen ab – unabhängig davon, ob du die Ausgaben tatsächlich hattest oder nicht.
  2. Sonderausgaben: Bei den Sonderausgaben solltest du lieber die tatsächlichen Beträge absetzen und die Nachweise bereithalten, denn der Pauschbetrag für Singles liegt bei nur 36 Euro pro Jahr (für Paare 72 Euro). Als Sonderausgaben zählen beispielsweise Vorsorgeaufwendungen, also Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung oder die Altersvorsorge. Dafür benötigst du die Anlage Vorsorgeaufwand bzw. bei Riester-Beiträgen die Anlage AV. Weitere Posten können die Unterhaltsleistungen an einen geschiedenen Ehegatten, Kirchensteuer, Berufsausbildungskosten, Spenden und Mitgliedsbeiträge oder auch Kinderbetreuungskosten sein. Dabei gelten jeweils unterschiedliche Höchstbeträge.
  3. Außergewöhnliche Belastungen: Als außergewöhnliche Belastungen zählen notwendige finanzielle Aufwendungen, die deine persönliche Grenze der Zumutbarkeit überschreiten. Dazu gehören beispielsweise Ausgaben für bestimmte medizinische Behandlungen (Zähne, Brille), für die Pflege eines Angehörigen oder Scheidungskosten.

Das waren die Steueränderungen im Jahr 2016

Jedes Jahr verändern sich in den Steuerregelungen einige Punkte, häufig werden beispielsweise Frei- oder Höchstbeträge angepasst. Hier mal ein schneller Überblick:

  • Der Grundfreibetrag, der jedem Steuerpflichtigen steuerfrei zusteht, steigt von 8.472 Euro in 2015 auf 8.652 Euro in 2016.
  • Auch der Kinderfreibetrag steigt von 2.256 Euro im Jahr 2015 auf 2.304 Euro in 2016. Das Kindergeld fällt damit um 2 Euro höher aus; für das erste Kind gibt es 190 Euro monatlich.
  • Beim Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ist die Änderung deutlicher: Um ganze 600 Euro für das erste Kind erhöht sich der Betrag auf 1.908 Euro; für jedes weitere Kind kommen 240 Euro hinzu.
  • Erhöhung des Unterhaltshöchstbetrages um 180 Euro auf insgesamt 8.652 Euro.
  • Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten sind 2016 bis zu einem Höchstbetrag von 13.805 Euro als Sonderausgaben absetzbar. Hinzu können noch Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung kommen. Der Leistende muss aber die Steueridentifikationsnummer des Empfängers in seiner Steuererklärung angeben und der Empfänger muss den Unterhalt versteuern.
  • Beiträge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung für Kinder sind von den Eltern ohne Einschränkung absetzbar, auch wenn die Kinder über ein ausreichend hohes Einkommen verfügen und diese selbst zahlen könnten.
  • Abbau der kalten Progression: Die angepasste Steuerprogression berücksichtigt die Inflationsraten von 2014 und 2015 mit 1,48 Prozent.
  • Spitzensteuersatz, auch bekannt als Reichensteuer: 2016 wird der Spitzensteuersatz von 42 Prozent erst ab einem Einkommen 53.666 Euro fällig. Der Reichensteuersatz von 45 Prozent gilt ab einem Einkommen von 254.447 Euro.
  • Geringerer Altersentlastungsbetrag für Neurentner: 2016 müssen 72 Prozent der Rente versteuert werden. Bei Nebeneinkünften beträgt der Altersentlastungsbetrag 22,4 Prozent und höchstens 1.064 Euro.
  • Möchtest du von Freibeträgen profitieren, musst du in der Regel eine Steuererklärung abgeben. Bei geringem Arbeitslohn entfällt diese Pflichtveranlagung nun und wird erst ab einem Einkommen von 11.000 Euro nötig.
  • Steuer-ID wurde wichtiger: Freistellungsaufträge bei Banken für Kapitalerträge sind nur mit eingereichter Steuer-ID gültig. Auch bei der Familienkasse sollte die Steuer-ID angegeben werden, um Nachzahlungen des Kindergeldes zu vermeiden.

Disclaimer

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