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Steuererklärung für Frauen:
Was müsst ihr beachten?

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Einfache Steuererstattung mit Taxfix!

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22. Juli 2020

Die Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann ist auch heute noch eine Großbaustelle. Das spiegelt sich auch in der Steuererklärung wider, die damit in Teilen überfordert ist. Dabei können Frauen gerade hier einen Teil der sogenannten „Gender Pay Gap“ schließen.

Die Lebenssituation bestimmt die Steuerklasse

Die Unterschiede bei Gehältern, Karrierepositionen und gesellschaftlichen Erwartungen lassen erahnen, dass wir in Sachen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau noch viel zu tun haben. Ein Spiegel dessen ist die Steuererklärung: So spielt beispielsweise neben deinem Gehalt auch deine familiäre Lebenssituation eine wichtige Rolle, denn diese bestimmt welche Steuerklasse und Steuerlast du hast.

Steuerklasse I:
ledig, alleinstehend, verwitwet, geschieden/getrennt lebend (ohne Kindergeld)
Steuerklasse II:
alleinerziehend (mit Kindergeld)
Steuerklasse III:
verheiratet (vorgesehen für den Partner mit höherem Einkommen)
Steuerklasse IV:
verheiratet (vorgesehen für Partner mit gleichem Einkommen)
Steuerklasse V:
verheiratet (vorgesehen für den Partner mit geringerem Einkommen)
Steuerklasse VI:
Zweitjob/Nebenjob

Die Steuerklasse entscheidet, wieviel Geld (Steuer und Sozialabgaben) monatlich von deiner Gehaltsabrechnung direkt an das Finanzamt abgeführt wird. Je nachdem in welcher Lebenssituation du dich befindest und welche Steuerklasse du hast, kannst du bei einem Wechsel sogar Geld sparen. Wenn du zum Beispiel alleinerziehend in der Steuerklasse 1 bist, dann lohnt sich ein Wechsel in die Steuerklasse 2, da diese extra als Steuerentlastung für Alleinerziehende eingeführt wurde.

Alles zur Steuerklasse 2 für Alleinerziehende erfährst du hier.

Auch der automatische Wechsel der Steuerklasse nach der Eheschließung bringt einen Steuervorteil, sollten du und dein Partner nicht exakt denselben Betrag verdienen. Durch das Ehegattensplitting in den Steuerklassen 3, 4 und 5 werden beide Partner zusammen veranlagt, also beide Gehälter addiert, der Betrag halbiert und dann anhand der Steuertabelle berechnet. Das bringt vor allem Haushalten mit nur einem Einkommen einen großen Steuervorteil, da auch Freibeträge addiert werden.

Der Unterschied zwischen den Steuerklassen 3, 4 und 5

Sobald ihr verheiratet seid, trägt das Finanzamt für jeden von euch die Steuerklasse 4 ein. In dieser Steuerklasse zahlt ihr beide jeden Monat den gleichen Steuersatz, wie bei der Steuerklasse 1. Es gibt auch die Möglichkeit, dass ein Partner den entlasteten Steuersatz in der Steuerklasse 3 zahlt und der andere den vollen Steuersatz in der Steuerklasse 5 ohne Freibetrag. Das ist dann sinnvoll, wenn einer von euch beiden etwas mehr verdient als der andere, da eure beiden Nettogehälter zusammenaddiert auf diese Weise am Ende jeden Monats etwas höher sind.

Die Steuerklassen 3 und 5 haben allerdings zwei gravierende Nachteile:

  1. Ihr bekommt zwar monatlich etwas mehr Geld, aber ihr müsst deswegen nicht weniger Steuern zahlen. Das Finanzamt berechnet lediglich den Monatsbetrag anders. Es kann also sein, dass alles, was du jeden Monat weniger an Steuern abgibst, nach Abgabe der Steuererklärung in Form einer Nachzahlung ausgeglichen werden muss. Bei der Steuerklasse 4 hingegen, zahlt ihr beide von vorne herein ganz normal eure Steuern und bekommt deswegen auch höchstwahrscheinlich nach Abgabe der Steuererklärung eine Steuererstattung und je nach Gehaltsunterschied auch mit dem Splittingvorteil.
  2. Der geringer verdienende Partner, hat nicht nur ein kleineres Gehalt, sondern er wird monatlich in der Steuerklasse 5 auch noch höher besteuert als der besserverdienende Partner in der Steuerklasse 3 und durch den weggefallenen Freibetrag, tatsächlich auch höher belastet im Vergleich zur Steuerklasse 4.

Leider ist es statistisch so, dass Männer mehr verdienen als Frauen. In Ehen hat zudem meist der Mann das höhere Gehalt als die Frau. Dadurch wird die Kluft der Gehälter zwischen Mann und Frau durch diese Art der Besteuerung noch weiter hervorgehoben, womit wir wieder beim Spiegel der Gleichberechtigung in der Steuererklärung wären. Deswegen wird inzwischen auch die Forderung nach einer Abschaffung der Steuerklassen 3 und 5 laut.

In der Steuerklasse 4 hingegen werden du und dein Partner gleichbehandelt. Das sorgt dafür, dass…

  • … die Person, die weniger verdient nicht ständig daran erinnern muss, wie hoch der eigentliche finanzielle Beitrag im Haushaltseinkommen ist.
  • … die geringer verdienende Person sich nicht ständig vor Augen halten muss, dass der eigene Arbeitgeber nicht so schlecht bezahlt, wie das was auf dem Konto ankommt.
  • … ihr bei der Jahressteuererklärung nicht so schnell in die Bredouille einer Nachzahlung, bei zu wenig gezahlten Steuern in der Steuerklasse 3 kommt.

Sonderfälle zum Ehegattensplitting

Der Steuervorteil für verheiratete Paare durch das Ehegattensplitting kann auch dann genutzt werden, wenn der Ehepartner im EU-Ausland lebt. Ihr bekommt auf diese Weise dann familienbezogene Steuervergünstigungen durch die Zusammenveranlagung mit dem Splittingtarif beziehungsweise Lohnsteuerabzug nach Steuerklasse III.

Das Ehegattensplitting gilt aber nicht unbegrenzt über die Ehe hinaus. Sollte der Ehepartner sterben, dann gilt der Steuervorteil auch in dem Kalenderjahr nach dem Todesjahr des Partners. Die Voraussetzung für das sogenannte Witwensplitting ist allerdings, dass im Todesjahr die Zusammenveranlagung möglich war.
Bei Trennungen werden die getrennt lebenden Eheleute schon ab dem ersten Kalenderjahr nach der Trennung einzeln veranlagt. Für den Zeitraum eines Versöhnungsversuchs kann die Zusammenveranlagung übrigens wieder beantragt werden.

Das Ehegattensplitting gilt natürlich auch bei gleichgeschlechtlichen Ehen. Da diese aber erst seit 2017 das Recht auf Eheschließung haben, können homosexuelle Paare, die vor 2013 eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen sind und diese in eine Ehe umwandeln, die Zusammenveranlagung rückwirkend beantragen. Das lohnt sich aber nur bei Unterschieden in der Einkommenshöhe zwischen den Partnern.

Was können Frauen von der Steuer absetzen?

Hast du dir erstmal die richtige Steuerklasse ausgesucht und bezahlst eifrig durch den Arbeitgeber, jeden Monat deine Steuern über deine Gehaltsabrechnung, geht es mit der Steuererklärung nach Abschluss des Steuerjahres darum zu prüfen, ob das Finanzamt dir möglicherweise zu viele Steuern berechnet hast. Diese Steuerlast kannst du mit Freibeträgen, Werbungskosten und Sonderausgaben verkleinern und dir mit der Steuererklärung deine zu viel gezahlten Steuern zurückholen. Taxfix hilft dir dabei, einfach, effektiv und intuitiv in nur 22 Minuten. Es gibt übrigens keine geschlechtsspezifischen Produkte, die Frauen anders als Männer von der Steuer absetzen können. Einzige Ausnahme sind medizinisch begründete Ausgaben (außergewöhnliche Belastung), die von der Versicherung nicht bezahlt wurden. So kann die Antibabypille zum Beispiel steuerlich geltend gemacht werden, wenn die Schwangerschaftsverhütung aus medizinischen Gründen notwendig ist.

Zusammenfassung

Dass die Steuererklärung ein Spiegel der Großbaustellen der gesellschaftlichen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist, wird spätestens dann klar, wenn sich die Frau (selbst wenn sie mehr verdient) bei der gemeinsamen Steuererklärung statt des Mannes in die erste Zeile einträgt und so die veraltete Software der Finanzämter überfordert.

Weniger amüsant als dieser Systemfehler ist die Einkommenskluft zwischen Mann und Frau, die in den Haushalten, in denen der Mann mehr verdient als die Frau durch die Steuerklassenteilung 3 und 5 zusätzlich psychologisch verschärft wird. Bei dieser Konstellation hat der geringer verdienende Partner auch noch die höhere Steuerlast und der besser verdienende Partner eine Steuerentlastung. So bleibt zwar im Gesamthaushalt der beiden mehr übrig, aber der Eindruck verstärkt sich für die geringer verdienende Person, zumeist die Frau, dass die eigene Arbeit weniger wert ist, sowohl beim Beitrag zum gemeinsamen Haushaltseinkommen als auch auf der eigenen Lohnabrechnung. Dem kannst du entgegenwirken, wenn du dich mit deinem Partner von vornherein für die Steuerklasse 4 entscheidest. Ihr habt zwar dann etwas weniger monatlich zur Verfügung, aber das bekommt ihr mit der Steuererklärung zurück, denn egal welche der Steuerklassen 3, 4 oder 5 ihr habt, die Jahressteuerlast ist dieselbe.

Bleibt unsererseits nur noch der Appell, dass sich Frauen mit ihren Finanzen und der Steuererklärung auseinandersetzen. Frauen können laut zahlreicher Umfragen ohnehin besser mit Geld umgehen, davon sind sogar die meisten Männer überzeugt. Dass Sie sich statistisch jedoch weniger mit Finanzen beschäftigen, geschweige denn mit Steuern, darf unabhängig von der Steuerklasse und der Komplexität des Themas kein Grund sein, sich die Chance nehmen lassen, ihr Geld zurückzuholen und zumindest auf diese Weise die Gender Pay Gap etwas mehr zu schließen. Angebote wie der Lohnsteuerhilfeverein, von Steuerberatern und der Taxfix App helfen dir dabei.