Verspätungszuschlag: Vermeide Strafzahlungen ans Finanzamt

16. September 2019

Wer zu spät seine Steuererklärung einreicht, den bestraft das … Finanzamt! Du hast versäumt, die Steuererklärung abzugeben oder tatsächlich solange prokrastiniert, bis die Abgabefrist in deinem Unterbewusstsein verschollen ist? Während du sonst beim Finanzamt noch manchmal auf die Tränendrüse drücken konntest, wird es ab 2019 – dank des Steuermodernisierungsgesetzes – ernst.

Der Verspätungszuschlag hängt nicht mehr, wie bisher, ausschließlich vom Ermessen der Behörde ab, sondern wird ab einem bestimmten Zeitpunkt automatisch fällig. Doch welche Mittel hat das Finanzamt dabei? Mit welchen Konsequenzen solltest du rechnen?

Wann wird der Verspätungszuschlag fällig?

Nicht jeder Arbeitnehmer ist abgabepflichtig. Falls du dich freiwillig dazu entscheidest, eine Steuererklärung einzureichen, hast du dazu vier Jahre Zeit und kannst auch nicht bestraft werden. Für alle anderen, beispielsweise Selbstständige, gelten aber Fristen: Während bis zum Veranlagungsjahr 2018 die Steuererklärung bis zum 31. Mai des Folgejahres eingehen musste, verschiebt sich 2019 das Datum um zwei Monate nach hinten auf den 31. Juli. Zumindest eine kleine gute Nachricht für alle Zuspätkommer!

Sollte dich ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein bei deiner Steuererklärung unterstützen, hast du wie bisher etwas länger Zeit – für das Jahr 2018 bis zum 29.02.2020. Für den Fall, dass diese 14 Monate nach Ablauf des Veranlagungsjahres überschritten werden, setzt das Finanzamt kategorisch nach § 152 der Abgabenordnung einen Verspätungszuschlag fest.

Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel: Wenn deine Steuer mit null berechnet wird oder du eine Rückzahlung erhältst, darfst du nicht bestraft werden. Das gilt auch, wenn dir auf schriftliche Anfrage eine Fristverlängerung gewährt wurde.

Kann die Abgabefrist der Steuererklärung verlängert werden?

Falls du bereits absehen kannst, dass du deine Steuererklärung bis zur Frist nicht fertig bekommst, solltest du dich am besten direkt an das Finanzamt wenden. Wenn du schriftlich und plausibel die Verzögerung erklärst, kann dir eine Mahnung oder der Verspätungszuschlag erspart bleiben. Wichtig ist dabei, einen triftigen Grund, beispielsweise eine länger andauernde Krankheitsphase, zu nennen, denn einen Anspruch auf eine Fristverlängerung hast du leider nicht. Im Internet findest du zahlreiche Musterbriefe, die dir bei der Formulierung der Anfrage helfen.

Gut zu wissen: Das Finanzamt hat immer noch einen bestimmten Ermessensspielraum. Handelt es sich bei deiner Verspätung um eine Ausnahme, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass die Behörde dir dein Anliegen gewährt. Ähnlich verhält es sich bei der Höhe der Geldstrafen: Warst du in der Vergangenheit pünktlich? Inwiefern ist das Versäumnis selbstverschuldet und gibt es möglicherweise finanzielle Vorteile, die du aus einer verspäteten Abgabe ziehen könntest?

Wie hoch ist der Verspätungszuschlag und wie wird er berechnet?

Von gesetzlicher Seite wird die Beurteilung durch einen klaren Rahmen begrenzt. So wird deine Strafe mit mindestens 0,25 Prozent deiner Einkommenssteuer, die um deine Vorauszahlungen und die anzurechnenden Steuerabzugsbeträge gemindert wird und mindestens 25 Euro pro angefangenen Säumnis-Monat geahndet. Am oberen Ende ist der Verspätungszuschlag auf 10 Prozent der festgesetzten Steuer und auf einen Maximalbetrag von 25.000 Euro beschränkt.

Sonderfall: Rentner

Ausnahmen gibt es bei Steuerpflichtigen, die bisher keine Steuererklärung abgeben mussten. Kommt es hier zu Verspätungszuschlägen, werden diese erst ab dem Datum berechnet, an dem das Finanzamt zu einer Abgabe der Steuererklärung aufgefordert hat und nicht ab dem allgemeinen Fristtermin. Diese Regelung begünstigt vor allem Rentner, denen oft nicht bewusst ist, dass sie z.B. durch zusätzliche Einkünfte ihren Rentnerfreibetrag übersteigen können und damit steuerpflichtig werden.

Welche Sanktionen kann das Finanzamt außerdem verhängen?

Zwangsgeld

Neben dem Verspätungszuschlag hat das Finanzamt noch weitere Mittel zur Hand: Angenommen du ignorierst die Mahnungen und den verhängten Verspätungszuschlag, so kann der Fiskus dir obendrein mit einem Zwangsgeld drohen. Beim ersten Mal werden in der Regel einige Hundert Euro fällig; die Höchststrafe lässt aber auch hier Raum bis 25.000 Euro.

Vorsicht: Wenn das Finanzamt mit einem Zwangsgeld droht, kann es bereits einen Verspätungszuschlag festsetzen.

Schätzung

Falls du nun aus Angst vor den Finanzamtsbriefen deinen Briefkasten meidest, kann es passieren, dass die Behörde zu einem endgültigen Schlag ausholt und eine Steuerschätzung vornimmt. Diese Annahme beruht auf deinem zu versteuernden Einkommen und absetzbaren Ausgaben und fällt natürlich meist zu deinen Ungunsten aus. Das Finanzamt erstellt auf dieser Grundlage einen Steuerbescheid, gegen den du dann einen Monat lang Widerspruch einlegen und deine Steuererklärung nachreichen kannst. Danach wird er rechtskräftig.

Säumniszuschlag

Wird die geforderte Steuerschuld zu spät beglichen, darf die Behörde außerdem einen Säumniszuschlag erheben. Zudem wird in der Regel der fällige Betrag um Zinsen – 0,5 Prozent monatlich – erhöht.

Damit lässt sich leicht feststellen: Wenn das Finanzamt sein ganzes Arsenal auffährt, kann das ziemlich teuer werden. Am besten du beachtest die Fristen und erledigst die Steuererklärung frühzeitig, denn damit sparst du dir eine Menge Ärger und Geld. Im Kampf gegen die Prokrastination hilft dir Taxfix!

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