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Steuermythen einfach erklärt

20. September 2017

Um die Steuererklärung ranken sich viele Mythen. Viele davon sind falsch und einige wahr. Was dahinter steckt, erfährst du hier.

Der Steuermythos

Ich muss immer eine Steuererklärung abgeben

In vielen Fällen musst du keine Steuererklärung abgeben. Bei den meisten Arbeitnehmern hat der Arbeitgeber die anfallenden Steuern bereits an das Finanzamt abgeführt. Es gibt jedoch einige Ausnahmen, bei denen du eine Steuererklärung einreichen musst. Hier einige Beispiele:

  • du hattest Lohnersatzleistungen oder Nebeneinkünfte von mehr als 410 Euro pro Jahr
  • du und dein Ehepartner habt die Steuerklassenkombination III/ V oder Steuerklasse IV mit Faktor gewählt
  • du hast einen Freibetrag für den Lohnsteuerabzug beantragt
  • du hast dich geschieden und im selben Jahr wieder geheiratet

Lies hier weitere Hinweise zur Abgabepflicht der Steuererklärung.

Der Steuermythos

Wenn ich einmal eine Steuererklärung abgegeben habe, muss ich das jedes Jahr tun

Das ist wohl der hartnäckigste Steuer-Irrtum und er stimmt glücklicherweise nicht. Wenn du einmal eine freiwillige Steuererklärung abgegeben hast, bist du nicht verpflichtet, im nächsten Jahr wieder eine abzugeben. Die Pflicht zur Abgabe deiner Steuererklärung ergibt sich aus anderen Voraussetzungen.

Der Steuermythos

Arbeitslosengeld ist steuerfrei

Das stimmt nur zum Teil. Vom Arbeitslosengeld selbst wird keine Steuer abgezogen. Aber es unterliegt dem Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG). Das bedeutet, dass sich das Arbeitslosengeld auf deinen persönlichen Steuersatz auswirkt und andere Einkommen mit diesem höheren Steuersatz versteuert werden.

Der Steuermythos

Mit Versicherungen kann ich Steuern sparen

Ja, das geht. Viele Versicherungen kannst du von der Steuer absetzen. Dazu zählen z.B. die Riester – und Rürup-Rente und weitere so genannte Personenversicherungen. Nicht absetzen kannst du Sachversicherungen wie Hausratsversicherung, Reiserücktrittversicherung, Gepäckversicherung oder Kfz-Kaskoversicherung. Weitere Informationen dazu findest du in unserem Artikel Versicherungen von der Steuer absetzen.

Der Steuermythos

Die Steuererklärung muss jetzt elektronisch eingereicht werden

Hier muss zwischen Unternehmen, Selbstständigen und Arbeitnehmern unterschieden werden. Unternehmen und Selbstständige sind seit 2011 durch das Gesetz zur Modernisierung und Entbürokratisierung des Steuerverfahrens verpflichtet, ihre Steuererklärung auf elektronischem Weg einzureichen.

Nichtselbstständige Arbeitnehmer haben die Wahl. Sie können ihre Steuererklärung per Brief, Fax, auf elektronischem Weg oder auch persönlich beim Finanzamt abgeben.

Der Steuermythos

Meine Freunde dürfen mir nicht bei der Steuererklärung helfen

Ja, das ist richtig. Du darfst nicht jedem beim Ausfüllen der Steuerklärung helfen und du darfst auch nicht von jeder Person Hilfe annehmen. Das ist im §5 Steuerberatungsgesetz (StBerG) geregelt. Wenn du bereit bist, dir die Beratung etwas kosten zu lassen, kannst du dich an Steuerberater oder Lohnsteuervereine wenden.

Kostenlose Hilfe darfst du nur von Angehörigen annehmen (§6 StBerG). Das sind z.B. deine Eltern, Geschwister, Kinder, Lebenspartner, aber auch Pflegeeltern. Wer alles unter die Definition eines Angehörigen fällt, kannst du im §15 der Abgabenordnung nachlesen.

Freunden oder Kollegen bei der Streuerklärung zu helfen oder deren Hilfe anzunehmen ist nicht erlaubt und kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

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