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Steuertipps für Lehrer – Klassenfahrten, Arbeitszimmer und Arbeitsmittel absetzen

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17. Januar 2020

Wenn es ein Ranking gäbe, für welche Berufsgruppen sich eine Steuererklärung besonders lohnt, dann wären Lehrer auf den oberen Plätzen. Schließlich gibt es in diesem Beruf einige Besonderheiten, die zu umfangreichen Werbungskosten führen können.

Die Arbeitszeit wird nicht nur in der Schule in Form des Unterrichts geleistet, sondern auch zu im häuslichen Arbeitszimmer, beispielsweise beim Korrigieren von Klassenarbeiten. Zudem fallen verschiedenste Arbeitsmaterialien, Auslagen für Fachliteratur, Kosten für Klassenfahrten und Fortbildungen an.

Da diese Aufwendungen unabdingbar sind, um die Tätigkeit ausführen zu können, lassen sie sich in den meisten Fällen als Werbungskosten absetzen.

Arbeitszimmer

In der Regel ist in den Arbeitsverträgen von Lehrern immer festgelegt, welchen Anteil ihrer Arbeitszeit sie in der Schule als Unterrichtsstunden leisten müssen und welcher Zeitraum für das Vor- und Nachbereiten bzw. das Korrigieren von Klassenarbeiten zuhause vorgesehen ist. Damit haben Lehrer bereits einen ersten Nachweis über die Notwendigkeit, in den eigenen vier Wänden arbeiten zu müssen.

Als Voraussetzung gilt, dass dir am Arbeitsort selbst kein angemessener Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Außerdem muss das Arbeitszimmer in dein Haus oder deine Wohnung eingegliedert sein und darf nur weniger als 10 % privat genutzt werden. Dann kannst du anteilig nach Größe Miet-, Renovierungs- und Nebenkosten geltend machen.

Andere Dinge, wie die Einrichtung – also z. B. einen Schreibtisch und einen Schreibtischstuhl – oder die Ausstattung, wie Tapeten, Vorhänge und Lampen, darfst du komplett absetzen. Fallen höhere Beträge an, erfolgt die Abschreibung über mehrere Jahre. Für ein Arbeitszimmer können insgesamt bis zu 1.250 € jährlich als Werbungskosten angegeben werden.

Zusätzlich darfst du Telefon- und Internetkosten absetzen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder nutzt du die Pauschale und gibst 20 % pauschal und bis zu 20 € monatlich an, wobei diese Grenze nicht für einmalige Aufwendungen wie Reparaturen oder Anschaffung gilt. Oder du machst über einen Einzelkostennachweis höhere Beträge geltend. Dieser Aufwand lohnt sich aber nur, wenn du wirklich viel beruflich telefonierst.

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Arbeitsmaterial

Eine weitere Möglichkeit, deine steuerliche Belastung zu mindern, liegt im Arbeitsmaterial. Also Gegenstände, die du für die berufliche Ausübung einkaufst, aber nicht vom Arbeitgeber finanziert bekommst. Handelt es sich dabei um Dinge, die du auch privat nutzen könntest, muss der berufliche Anschaffungsgrund glaubhaft nachgewiesen werden.

Es ist ratsam, ein Tagebuch zu führen, wann die Gegenstände zu welchem Zweck angeschafft und verwendet wurden.

Unter Arbeitsmaterialien für Lehrer fallen Bücher und Fachzeitschriften, die erkennbar beruflichen Zwecken dienen, Büromaterialien, Schreib- und Druckerpapier, Druckerpatronen und Aktenordner.

Aber auch PC oder Laptop kannst du in deine Steuererklärung eintragen. Hast du eines dieser Geräte ab dem 1.1.2018 gekauft, kannst du die volle Summe absetzen, wenn der Kaufpreis den Betrag von 952 Euro nicht überschreitet. Ansonsten musst den Computer bzw. Laptop über eine Nutzungsdauer von 36 Monaten abschreiben.

Hinweis:
Viele Finanzämter akzeptieren bei Lehrkräften eine Pauschale von 110 Euro für Arbeitsmittel. Häufig darf diese ohne Nachweise abgesetzt werden, rechtlich besteht jedoch kein Anspruch darauf.

Fortbildungen

Als Lehrer hast du viele Möglichkeiten, im Laufe deiner Karriere deine Kenntnisse und Fähigkeiten zu erweitern – sei es in pädagogischer oder fachlicher Hinsicht. In den meisten Fällen zahlen Lehrer ihre Fortbildungen selbst, können die Kosten aber unter bestimmten Voraussetzungen von der Steuer absetzen.

Wichtig ist, dass es sich um Bildungsmaßnahmen handelt, die dich in deinem Beruf weiterbringen und dir bestenfalls neue Optionen eröffnen. So gibt es das Berufsbildungsgesetz (BBiG) § 1 vor. Außerdem sollte die Weiterbildung bei einem erkannten Veranstalter stattfinden und eine professionelle Ausrichtung eindeutig erkennbar sein.

Somit kannst du Gebühren für Kurse und Prüfungen, Fahrtkosten, Unterkünfte und Verpflegung einreichen, aber auch deine Ausgaben für Arbeitsmaterialien, die du für den Unterricht anschaffen musstest.

Klassenfahrten

Ein letzter, aber sehr wichtiger Punkt betrifft das Thema Klassenfahrten. Für die betreuenden Lehrer handelt es sich dabei um Dienstreisen. Auch wenn manche Bundesländer inzwischen ihren Etat für Schulausflüge aufgestockt haben, klappt es nicht immer mit der Rückerstattung.

Für den Fall, dass du auf deinen Kosten sitzenbleibst, darfst du sie ohne Begrenzung steuerlich geltend machen. Hierbei kannst du alle anfallenden Posten eintragen, wie:

  • Fahrtkosten
  • Verpflegungsmehraufwand (in der Regel über einen Pauschbetrag von 24 € für einen vollen Tag)
  • Übernachtungskosten
  • Reisenebenkosten, beispielsweise für öffentliche Verkehrsmittel oder Eintrittsgelder.

Achtung:
Vorsicht ist geboten bei einer Vorerkundung des Ausflugsziels. Viele Lehrer unternehmen vorab eine Fahrt zum Ausflugsort, um Planungspannen zu vermeiden. Hier ist das Finanzamt etwas strenger. Wenn diese Tour wirklich ausschließlich der Vorbereitung dient, ist die ebenfalls absetzbar.

Du solltest aber eindeutig nachweisen können, dass sich der Ausflug von einer touristischen Reise unterscheidet. Sobald du beispielsweise in Begleitung reist, wird das schwierig.

Disclaimer

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