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Umzugskosten von der Steuer absetzen

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21. April 2020

Du packst deine Koffer und ziehst für deinen Traumjob in eine neue Stadt? Oder Nachwuchs kündigt sich an und die jetzige Bleibe wird zu eng? Ob aus beruflichen, privaten oder gesundheitlichen Gründen, bei einem Umzug kannst du immer bestimmte Kosten, die damit in Zusammenhang stehen, steuerlich geltend machen. Wie du dabei vorgehen musst, erklären wir hier.

Umzugskosten gehören in die Steuererklärung – nur an welche Stelle?

Abhängig von den Gründen, aus denen dein Umzug erfolgt, können die Aufwendungen vom Finanzamt in unterschiedlichen Kategorien anerkannt werden. Dazu zählen folgende:

Berufsbedingter Umzug

Besonders eindeutig ist die Sache, wenn du aufgrund deiner beruflichen Tätigkeit umziehst. Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben, beispielsweise…

  • ist deine neue Wohnung näher am Arbeitsplatz und du kannst deine tägliche Fahrtzeit um mindestens eine Stunde verringern.
  • du trittst deine allererste Arbeitsstelle an oder ziehst aufgrund einer Versetzung oder weil dein Arbeitgeber seine Betriebsstätte verlegt hat um.
  • weil dein Umzug mit einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung in Zusammenhang steht.
  • weil du einem Anliegen deines Arbeitgebers folgst und in eine Dienstwohnung ein- oder ausziehst.

In diesen Fällen ist dein Wohnortwechsel definitiv beruflich veranlasst und lässt die Umzugskosten in der Steuererklärung zu Werbungskosten werden. Hierbei unterscheidet das Finanzamt zwischen allgemeinen Kosten und sonstigen Kosten.

Allgemeine Kosten:

  • notwendige Reisekosten zur Umzugsvorbereitung
  • den Umzug selbst (Packen und Transport)
  • doppelte Mietzahlungen für bis zu sechs Monate
  • Makler- und Besichtigungskosten
  • Nachhilfekosten für deine Kinder bis zu einer Höhe von 2.066 Euro (2020), beispielsweise wenn du in ein anderes Bundesland übersiedelst.

Die allgemeinen Kosten sind in voller Höhe abzugsfähig, allerdings benötigst du dafür alle Quittungen und Belege!

Sonstige Kosten:

Für die sonstigen Kosten kannst du ganz einfach eine Pauschale nutzen, dann bleiben dir Einzelauflistung und Nachweise erspart. Die Umzugskostenpauschale umfasst Posten, wie Annoncen zur Wohnungssuche, Ummeldegebühren, Verpflegung für Umzugshelfer, anfallende Schönheitsreparaturen in der alten Wohnung und einiges mehr.

Ab dem 01.03.2020 gelten folgende Beträge:

verheiratete Paare
1.639 Euro
Singles
820 Euro
je weitere, zum Haushalt gehörende Person
361 Euro

Musstest du innerhalb der letzten fünf Jahre schon einmal beruflich bedingt umziehen, erhöhen sich die Pauschbeträge um einen Zuschlag von 50 %. Natürlich kannst du auch die sonstigen Kosten – sollten deine Ausgaben deutlich höher sein – einzeln einreichen. Dafür benötigst du aber die Quittungen.

Um dem Finanzamt nachzuweisen, dass es sich um einen berufsbedingten Umzug handelt, eignet sich der neue Arbeitsvertrag oder eine Bescheinigung des Arbeitgebers. In der Steuererklärung trägst du die Aufwendungen in der Anlage N unter „weitere Werbungskosten“ ein.
Generell gilt aber: Wenn dein Arbeitgeber die Umzugskosten oder einen Teil davon übernehmen sollte, darfst du sie natürlich nicht von der Steuer absetzen. Das geht nur bei den Dingen, die du tatsächlich selbst bezahlt hast.

Privater Umzug

Umzug wider Willen: außergewöhnliche Belastungen

Nicht alle Umzüge sind freiwillig. Manchmal zwingt eine Krankheit zur Änderung der Lebenssituation. Der Betroffene muss umziehen, um beispielsweise aufgrund einer ständigen Behandlung in der Nähe einer Klinik zu wohnen oder weil das Treppensteigen in den fünften Stock nicht mehr möglich ist. Mit einem ärztlichen Attest kannst du dann die Kosten als außergewöhnliche Belastung geltend machen.
In die gleiche Kategorie fallen deine Umzugskosten, wenn du aufgrund einer Naturkatastrophe z.B. Hochwasser deine Bleibe verlassen musst. Du darfst dann das, was deine persönlich zumutbare Belastungsgrenze übersteigt, steuerlich absetzen. Wichtig ist in diesen Fällen, dass der Umzug zwingend notwendig ist.

Umzug wegen Ausbildung: Sonderausgaben

Als Sonderausgaben können die Umzugskosten dann gelten, wenn du als Student oder Auszubildender deine erste Berufsausbildung anfängst und der Umzug deswegen erfolgt.

Selbstständige und Freiberufler: Betriebsausgaben

Auch bei Selbstständigen und Freiberuflern können berufliche Gründe für einen Umzug anerkannt werden. Unabdingbar aber, um die Aufwendungen als Betriebsausgaben deklarieren zu können, ist es, ihre Notwendigkeit zu belegen. Plausible Gründe sind in diesem Fall das Wachstum des Unternehmens, das ein größeres Büro erfordert, oder eine bessere Anbindung zu Geschäftspartnern und Kunden.

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Welche Kosten darfst du nicht absetzen?

  • Kosten, die mit Wohneigentum in Zusammenhang stehen: z.B. Verluste und Maklerkosten, die sich beim Verkauf eines Eigenheims ergeben.
  • Gleiches gilt für Maklerkosten, die aus einem Wohnungs- oder Hauskauf resultieren.
  • Möbeleinlagerungskosten
  • In Bezug auf Renovierung und Ausstattung der neuen Wohnung erhältst du als Steuerpflichtiger auch keine Erleichterungen.

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