Was ist ein Freistellungsauftrag?

20. März 2017

Steuern sparen mit dem Freistellungsauftrag? Wen das betrifft und was du dafür tun musst, zeigen wir dir.

So kannst du mit einem Freistellungsauftrag Steuern sparen

Interessant ist ein Freistellungsauftrag für Anleger. Dabei spielt es keine Rolle, ob es z.B. um Sparbuchzinsen oder Dividenden von Aktien geht. All das sind Kapitalerträge, auf die du 25 Prozent Abgeltungssteuer zahlen musst.

Durch den Freistellungsauftrag lassen sich 801 Euro pro Jahr sparen, bei Paaren sogar 1.602 Euro. Zinsen und Dividenden sind bis zu diesen Beträgen steuerfrei. Der Freibetrag setzt sich zusammen aus 751 Euro Sparer-Pauschbetrag und 50 Euro Werbungskostenpauschale.

Liegt kein Freistellungsauftrag vor, dann fällt die Abgeltungssteuer auf den Gesamtbetrag deiner Kapitalerträge an.

So erteilst du einen Freistellungsauftrag

Einen Freistellungsauftrag erteilst du deiner Bank. Online findest du im Regelfall bei deiner zuständigen Bank ein Formular für den Freistellungsauftrag.

FreistellungsauftragFreistellungsauftrag

Ein Freistellungsauftrag gilt immer ab dem 01. Januar in dem Kalenderjahr, in dem er beantragt wird. Gekündigt werden kann er nur zum 31. Dezember. Freistellungsaufträge können befristet oder unbefristet gestellt werden. Du kannst einen Freistellungsauftrag vor Beginn oder während eines Jahres beliebig oft ändern, jedoch nicht für vergangene Jahre.

Die Steuer-ID

Seit 2011 benötigst du für den Antrag deine Steuer-Identifikationsnummer. Freistellungsaufträge, die davor erteilt wurden, benötigen seit 2015 die Angabe der Steuer-ID.

Ohne Angabe deiner Steuer-ID werden bei jeder Zinszahlung auch Kapitalertragssteuern fällig. Diese führt die Bank automatisch ab. Du kannst sie dir aber nachträglich zurückholen, indem du deine Steuer-ID nachreichst.

Freistellungsaufträge auf verschiedene Banken verteilen

Wenn du Geld bei mehreren Banken angelegt hast, kannst du mehrere Freistellungsaufträge bei den Banken stellen. Wenn du beispielsweise auf vier Banken Geld angelegt hast, kannst du bei jeder Bank einen Freistellungsauftrag von 200,25 Euro beantragen – das ist dementsprechend genau der Maximalbetrag von 801 Euro. Eine andere Aufteilung ist aber auch möglich.

Achte darauf, diese Höchstgrenze nicht zu überschreiten. Die Finanzverwaltung gleicht die Daten ab und filtert überhöhte Freistellungsaufträge heraus. Im Wiederholungsfall könntest du zu einer Ordnungsstrafe verurteilt werden, da dies eine Verletzung des Steuerrechts darstellt.

Musst du automatisch eine Steuererklärung machen sobald du einen Freistellungsauftrag einreichst?

Mit der Einführung der Abgeltungssteuer ist die Besteuerung in der Regel erledigt und die Abgabe der Anlage KAP nicht mehr notwendig. Es gibt jedoch einige Ausnahmen, wo sich das Ausfüllen und Abgeben der Anlage KAP lohnt bzw. wo sie Pflicht ist:

  • Dein persönlicher Steuersatz liegt unter 25 Prozent und du möchtest die zu hoch einbehaltene Kapitalertragsteuer erstattet bekommen (Günstigerprüfung)
  • Du hast im Veranlagungsjahr weniger als 801 Euro Kapitalerträge erzielt, aber weil dein Freistellungsauftrag zu niedrig war bzw. du keinen hattest, wurden von der Bank Steuern einbehalten
  • Du hast Verluste durch Börsengeschäfte erlitten und diese wurde von der Bank nicht mit Gewinnen verrechnet
  • Du hast steuerpflichtige Kapitalerträge erhalten, die nicht der Abgeltungssteuer unterliegen (z.B. aus privaten Darlehen)
  • Du möchtest bisher von der Bank unberücksichtigte, ausländische Quellensteuer auf die Einkommensteuer berechnen lassen
  • Obwohl du kirchensteuerpflichtig bist, hat deine Bank keine Kirchensteuer einbehalten

Bei folgenden Kapitalerträgen greift der Freistellungsauftrag

  • Zinsen: z.B. vom Sparkonto oder Girokonto
  • Dividenden: z.B. aus Aktien oder Genossenschaftsanteilen
  • Erträge aus Zertifikaten: z.B.: auf Fonds, Rohstoffe oder Währungen
  • Wertzuwachs beim Verkauf von Investmentanteilen/ Aktien

Verwandte Artikel

Disclaimer

Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keinen zertifizierten Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest Du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.