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Werkstudent und Steuern

12. März 2020

Werkstudenten haben einen besonderen Status und profitieren vom sogenannten Werkstudentenprivileg: Sie zahlen keine Sozialversicherungsabgaben und können in der studentischen Krankenversicherung bleiben. Aber wie wirkt sich der Job auf die Steuererklärung aus?

Der Unterschied zwischen Werkstudent und Studentenjob

Wenn du dir im Studium etwas dazuverdienen möchtest, könntest du zum Beispiel einem Minijob nachgehen. Dabei verdienst du bis zu 450 Euro pro Monat (5.400 Euro pro Jahr); dein Lohn bleibt steuer- und sozialversicherungsfrei und hat keinen Einfluss auf dein BAföG. Außerdem kannst du in der Familienkrankenversicherung deiner Eltern bleiben.

Eine etwas intensivere Möglichkeit ist es, als Werkstudent in einem Unternehmen anzufangen. Du lernst die Arbeit und den Unternehmensalltag besser kennen und sammelst tiefergehende Praxiserfahrungen. Hierbei musst du aber unbedingt beachten, dass deine Arbeitszeit bestimmte Grenzen nicht überschreitet:

  • Während der Vorlesungszeit darfst du maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten und
  • in den Semesterferien darfst du an insgesamt 182 Kalendertagen Vollzeit – also 40 Stunden pro Woche – jobben.

Eine besondere Ausnahmeregelung gibt es für Studierende, welche in den Abend- und Nachtstunden bzw. an den Wochenenden arbeiten: Diese dürfen ihr Werkstudentenprivileg auch dann behalten, wenn die wöchentliche Arbeitszeit mehr als 20 Stunden beträgt.

Voraussetzung dafür ist jedoch auch hier, dass Zeit und Arbeitskraft des Studenten überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden. Die 20-Stunden-Grenze darf zudem weder für einen unbestimmten Zeitraum, noch für mehr als 26 Wochen im Jahr überschritten werden.

Eine unbefristete (Dauer-)Beschäftigung oder eine auf mehr als 26 Wochen befristete Beschäftigung mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden schließt das Werkstudentenprivileg aus.

Hinweis: Kindergeld als Werkstudent
Falls du als Student Kindergeld beziehst, solltest du beachten, dass ab einer durchschnittlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden auch dein Kindergeldanspruch entfällt!

Muss ein Werkstudent Steuern zahlen?

Ob und wie viel Steuern du zahlen musst, hängt von der Höhe deines Jahreseinkommens sowie von deiner Steuerklasse ab. Hast du die Lohnsteuerklasse I (ledig und kinderlos), dann gilt für dich ein Steuerfreibetrag von 10.444 Euro (Stand: 2020). Das sind 870 Euro im Monat. Dieser setzt sich zusammen aus dem Grundfreibetrag von 9.408 Euro, dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag (Werbungskostenpauschale) von 1.000 Euro und dem Sonderpauschbetrag von 36 Euro.

Verdienst du mehr als 10.444 Euro pro Jahr musst du damit rechnen, 14 bis 45 Prozent deines Lohns (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) an das Finanzamt abführen zu müssen. Der Steuerfreibetrag wird auf alle Lohneinkünfte angerechnet. Hast du neben deiner Tätigkeit als Werkstudent also noch den ein oder anderen weiteren Studentenjob, musst du dies unbedingt berücksichtigen!

Muss ein Werkstudent eine Steuererklärung abgeben?

In der Regel führt dein Arbeitgeber bei einem Monatsgehalt von über 450 Euro einen Teil deines Verdiensts als Steuern an das Finanzamt ab. Mit der Einkommenssteuererklärung kannst du dir diesen Betrag – zumindest zum Teil – wieder zurückholen.

Hast du weniger als 10.444 verdient, steht dir der gesamte Steuerbetrag zu. Wenn du mehr verdient hast, kannst du deine Studienkosten von der Steuer absetzen. Was du als Studienkosten geltend machen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Werbungskosten oder Sonderausgaben?

Bei der Absetzbarkeit von Studienkosten gibt es einen grundlegenden Unterschied – nämlich ob du deine angefallenen Kosten im Studium als Werbungskosten oder lediglich als Sonderausgaben absetzen kannst.

Das Bundesverfassungsgericht hat erst Anfang 2020 sein lang erwartetes Urteil zu diesem Thema bekannt gegeben – demnach können alle Studenten in der Zweitausbildung (also einem Erst- oder Zweitstudium nach einem vorhergehenden Berufs- oder Studienabschluss) ihre Ausbildungskosten in vollem Umfang als Werbungskosten absetzen; Studenten in der Erstausbildung (also ohne vorherigen Abschluss) können diese – mit Ausnahme dual Studierender – lediglich als Sonderausgaben absetzen.

Vor allem wenn keine Steuern abgeführt wurden und du unter der Steuerfreibetragsgrenze geblieben bist, hängt Sinn oder Unsinn deiner Steuererklärung von dieser Unterscheidung ab. Zwar kannst du für betreffende Jahre keine Rückerstattung erwarten, denn du hast ja nichts eingezahlt – bei der Anerkennung als Werbungskosten könntest du jedoch einen Verlustvortrag geltend machen, also deine Kosten mit ins nächste Steuerjahr nehmen. Dies lässt sich auch über mehrere Jahre wiederholen, falls sich deine Situation nicht sofort ändert. In deinem ersten Jahr als steuerpflichtiger Arbeitnehmer kannst du dich dann direkt über eine Rückerstattung (oder zumindest eine Steuererleichterung) freuen!

Im Falle einer Anerkennung als Sonderausgaben gehst du hingegen leer aus – ein Verlustvortrag ist hier nicht möglich. Zudem ist die Höhe der absetzbaren Ausbildungskosten hier auf 6.000 Euro / Jahr beschränkt.

Tipp:
Möchtest du neben deiner Tätigkeit als Werkstudent zusätzlich noch einem oder mehreren Nebenjobs nachgehen, dann werden diese der Steuerklasse 6 zugeordnet – also der Steuerklasse mit den höchsten Abzügen! Es lohnt sich daher genauer hinzusehen: Der Job, bei dem du am meisten verdienst, sollte stets die günstigere Steuerklasse haben. So bekommst du am Monatsende mehr raus und musst nicht erst bis zur Steuerrückerstattung im nächsten Jahr warten.

Gib die Einnahmen aus deinem Werkstudentenjob gleich bei Taxfix ein und sieh was du an Steuern herausholen kannst. Risikofrei, sicher und schnell!

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