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Werkstudent und Steuern

29. November 2018

Werkstudenten haben einen besonderen Status und profitieren von dem Werkstudentenprivileg. Sie können in der studentischen Krankenversicherung bleiben. Aber wie wirkt sich der Job auf die Steuererklärung aus?

Der Unterschied zwischen Werkstudent und Studentenjob

Wenn du dir im Studium etwas dazu verdienen möchtest, kannst du zum Beispiel einem Minijob nachgehen. Du verdienst bis zu 450 Euro pro Monat (5.400 Euro pro Jahr), dein Lohn bleibt steuer- und sozialversicherungsfrei und hat keinen Einfluss auf dein BAföG. Außerdem kannst du in der Familienkrankenversicherung deiner Eltern bleiben.

Alternativ heuerst als Werkstudent in einem Unternehmen an. Du lernst das Unternehmen und den Arbeitsalltag intensiv kennen und sammelst erste Praxiserfahrungen. Hierbei musst du beachten, dass deine Arbeitszeit bestimmte Grenzen nicht überschreitet:

  • Während der Vorlesungszeit arbeitest du bis zu 20 Stunden pro Woche (das Wochenende bleibt von dieser Rechnung ausgenommen) und
  • in den Semesterferien darfst du an insgesamt 182 Kalendertagen Vollzeit, also 40 Stunden pro Woche arbeiten.

Bei dieser Art der Beschäftigung gilt für dich das Werkstudentenprivileg. Das bedeutet, dass du von der Sozialversicherungspflicht befreit bist und dein Arbeitgeber keine Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherung zahlt.

Hinweis Kindergeld als Werkstudent:
Falls du als Student Kindergeld beziehst, solltest du beachten, dass bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden dein Anspruch auf Kindergeld verfällt.

Muss ein Werkstudent Steuern zahlen?

Ob du Steuern zahlen musst und wie viel hängt von der Höhe deines Jahreseinkommens sowie von deiner Steuerklasse ab. Hast du die Lohnsteuerklasse 1 (ledig und kinderlos), dann gilt für dich ein Steuerfreibetrag von 10.036 Euro. Das sind 836 Euro im Monat. Dieser setzt sich zusammen aus dem Grundfreibetrag von 9.000 Euro, dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag (Werbungskostenpauschale) von 1.000 Euro und dem Sonderpauschbetrag von 36 Euro

Verdienst du mehr als 10.036 Euro pro Jahr, dann musst du damit rechnen 14 bis 45 Prozent deines Lohns zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. auch Kirchensteuer an das Finanzamt abzuführen. Der Steuerfreibetrag wird auf alle Lohneinkünfte angerechnet. Hast du neben deiner Tätigkeit als Werkstudent, also noch den ein oder anderen weiteren Studentenjob, musst du das berücksichtigen.

Muss ein Werkstudent eine Steuererklärung abgeben?

In der Regel führt dein Arbeitgeber bei einem Monatsgehalt von über 450 Euro einen Teil deines Verdiensts als Steuern an das Finanzamt ab. Mit der Einkommenssteuererklärung kannst du dir diesen Betrag, zumindest zum Teil wieder zurückholen.

Hast du weniger als 10.036 verdient, steht dir der gesamte Steuerbetrag zu. Wenn du mehr verdient hast, kannst du deine Studienkosten von der Steuer absetzen. Was du als Studienkosten geltend machen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Wurden keine Steuern abgeführt und du bist unter der Steuerfreibetragsgrenze geblieben, lohnt sich in vielen Fällen dennoch die Abgabe einer Steuererklärung. Zwar kannst du für dieses Jahr keine Rückerstattung erwarten, denn du hast ja nichts eingezahlt, aber du könntest einen Verlustvortrag geltend machen für eine spätere Steuererklärung und so zum Beispiel in deinem ersten Jahr als Arbeitnehmer nach dem Studium eine höhere Steuerrückerstattung bekommen.

Tipp:
Möchtest du neben deiner Tätigkeit als Werkstudent noch den ein oder anderen Nebenjob zusätzlich machen, dann wird dieser der Steuerklasse 6 zugeordnet, also der Steuerklasse mit den höchsten Abzügen. Es lohnt sich genauer hinzusehen, denn der Job, bei dem du am meisten verdienst, sollte die günstigere Steuerklasse haben. So hast du am Monatsende mehr raus und musst nicht bis zur Steuerrückerstattung im nächsten Jahr warten.

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