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Überbrückungshilfe wegen Corona – So ist die steuerliche Lage für Studenten

Maria Murnikov
25. Januar 2021

Auch Studenten haben während Corona ihre Jobs verloren und mussten finanziell zittern. Denn während Unternehmen schnell Hilfe versprochen wurde, war die Lage für Studenten unsicher. Nun hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein Hilfspaket von über 100 Mio Euro geschnürt. Viele Studenten haben bis zum Ende der Antragsfrist am 30. September Hilfen erhalten. Auch im November soll es weitere Hilfen geben. Solltest du 2020 in Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit geraten sein, kannst du deine Steuer übrigens kostenlos mit Taxfix machen. Hier erfährst du mehr darüber.

Nun heißt es Durchblick im steuerlichen Chaos gewinnen. Ist die Überbrückungshilfe steuerfrei? Musst du als Student die Hilfen steuerlich berücksichtigen? Wenn ja, wie genau? Kannst du als Student dein Homeoffice von der Steuer absetzen? Und bevor du in Panik gerätst, lass uns In diesem Artikel zeigen wir Dir, was Du beachten musst.

Die Lage für Studenten im Überblick:

  • Als Student konntest Du im Rahmen des staatlichen Hilfsprogramms während der Corona-Krise zwei unterschiedliche Formen der Hilfe beantragen: Das zinslose KfW-Studiendarlehen und Hilfen aus dem Nothilfefonds. Nur die Zuschüsse aus dem Nothilfefonds müssen nicht zurückgezahlt werden.
  • Die Überbrückungshilfe ist steuerpflichtig – genau wie reguläre Einnahmen. Das heißt für dich als Student: Die Hilfen sind, ähnlich wie Einnahmen aus Nebenjobs, steuerpflichtig. Deshalb müssen sie in Deiner jährlichen Steuererklärung berücksichtigt werden. Deine Einnahmen werden allerdings nur versteuert, wenn Du den jährlichen Grundfreibetrag für Studenten in Höhe von 9.408 Euro (im Jahr 2020) überschreitest.
  • Auch als Student kannst Du Dein Homeoffice von der Steuer absetzen. Dafür musst einiges berücksichtigen: Das Arbeitszimmer muss ein geschlossener Raum sein. Deine Ausgaben für Büroartikel oder Telefonkosten kannst Du auch unabhängig davon von der Steuer absetzen.

Wie funktioniert die Corona-Überbrückungshilfe für Studenten?

Viele Studenten befinden sich zu Pandemiezeiten in einer schwierigen finanziellen Situation. Die reguläre BAföG-Hilfe steht nicht jedem zu, weshalb Studenten eine von zwei Hilfsmöglichkeiten des BMBF bekommen können:

  1. Der Kfw-Studienkredit: Seit dem 8. Mai kannst Du als Student während der Corona-Pandemie ein zinsloses Darlehen beantragen. Der Antrag wird online gestellt und ist relativ unbürokratisch. Die Zinsen für das Darlehen übernimmt das BMBF. Bis zu 650 Euro Hilfen im Monat sind möglich.
  2. Zuschüsse aus dem Nothilfefonds: Studenten konnten bis zu 500 Euro aus dem Nothilfefonds erhalten. Dafür mussten sie nur eine finanzielle Notlage nachweisen. Dies galt im Juni, Juli, August und September. Aufgrund der verbesserten Lage wurden diese Hilfe im Oktober ausgesetzt. Sie soll im November aber wahrscheinlich wieder gewährt werden. Je nach aktuellem Kontostand des Studenten wurden zwischen 100-500 Euro gewährt. Wer 500 Euro und mehr auf dem Konto hatte, erhielt keine Hilfen aus dem Nothilfefonds.

Du kannst den Antrag für die Überbrückungshilfe während der Corona-Krise wahrscheinlich schon bald wieder stellen. Dazu musst Du online folgende Unterlagen einreichen:

  • Personalausweis bzw. Identitätsnachweis
  • Eine eigene deutsche Bankverbindung
  • Ein Kontoauszug, der beweist, dass Du Dich in einer pandemiebedingten Notlage befindest

Die Überbrückungshilfe ist steuerpflichtig: Das solltest Du beachten

Wenn Du Überbrückungshilfen aus dem Nothilfefonds erhalten hast oder noch erhalten wirst, musst du sie ggf. versteuern. Das gilt dann, wenn Du eine Steuererklärung abgeben musst. Das machst Du in Deiner jährlichen Steuererklärung.

Welche Studenten müssen eine jährliche Steuererklärung abgeben?

  • Als Student musst du nur ab den jährlichen Einnahmen von 9.408 Euro Steuern zahlen. Alles unter diesem Betrag ist steuerfrei. Das gilt sowohl für Einkommen aus Nebenjobs, geringfügiger Beschäftigung, Minijobs, Werkstudentenjobs als auch für Einnahmen aus der Überbrückungshilfe des Notfallfonds.
  • Auch selbstständige Studenten müssen jährlich eine Steuererklärung abgeben – die sogenannte Einkommensteuer. Auch in diese Erklärung müssen die Einnahmen aus der Überbrückungshilfe mit einfließen und ggf. versteuert werden.

Können Studenten ihr Homeoffice von der Steuer absetzen?

Grundsätzlich ja! Auch als Student bist Du von dieser Regelung nicht ausgenommen. Ebenso wie reguläre Angestellte kannst Du Dein Home-Office unter Umständen von der Steuer absetzen.

Während der Pandemie mussten viele vom Büro, Uni zu den eigenen vier Wänden ins Homeoffice wechseln. Viele haben sich ein Büro mit Telefon und Drucker eingerichtet. Dabei wird oft der eigene WLAN-Anschluss genutzt. Doch leider kann nicht jeder ein Homeoffice, steuerlich geltend machen. Rechtlich kann ein Raum nur von der Steuer abgesetzt werden, wenn das Arbeitszimmer ein getrennter und geschlossener Raum ist.

Beispiele:

  • Von der Steuer absetzbares Arbeitszimmer: Du hast einen eigens für die Arbeit eingerichteten, geschlossenen Raum. Der Raum darf für keine anderen Zwecke genutzt werden.
  • Von der Steuer nicht absetzbares Arbeitszimmer: Du hast einen Raum mit Telefon, Drucker und Bürobedarf eingerichtet. Allerdings steht in diesem Zimmer noch ein Gästebett, um es bei Gelegenheit nutzen zu können. In diesem Fall wäre es für das Finanzamt nicht plausibel, dieses Zimmer von der Steuer abzusetzen.

Unabhängig davon kannst Du Büromaterial und Anschaffungen steuerlich geltend machen.

Fazit

Als Student konntest Du Überbrückungshilfen des BMBF in Anspruch nehmen. Die Hilfen aus den Notfallfonds sind ab dem Grundfreibetrag von 9.408 Euro steuerpflichtig. Falls Du im Homeoffice arbeitest, kannst Du das Arbeitszimmer unter den richtigen Umständen von der Steuer absetzen.

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