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Taxfix-Studie zum Equal Pay Day 2026: Der Gender Gap kosten Frauen mehr als nur Geld

Martin Ott, CEO von Taxfix

Berlin, 25. Februar 2026

  • Jede zweite Frau sieht finanzielle Unabhängigkeit als Voraussetzung, um eine ungesunde Beziehung verlassen zu können.
  • Vier von zehn Frauen haben wichtige Lebensentscheidungen aus finanziellen Gründen nicht getroffen.
  • Frauen leiden fast doppelt so häufig unter starkem Geldstress wie Männer.

Am Equal Pay Day wird die Realität sichtbar: Frauen in Deutschland arbeiten statistisch bis heute umsonst – Männer verdienen bereits seit dem 1. Januar. Der Grund: ein hartnäckiger Gender Pay Gap von 16 Prozent. Die Einkommensunterschiede wirken sich weit über das Gehaltskonto hinaus aus: Sie beeinflussen Lebensentscheidungen, Beziehungen und die psychische Gesundheit von Frauen. Dabei hat sich die Kluft beim Thema finanzieller Abhängigkeit stark vergrößert, wie eine aktuelle repräsentative Studie der Steuerplattform Taxfix zeigt.

Die „Beziehungsfalle": Wenn Geld über Lebenschancen entscheidet

Die Studie zeigt konkret, wie finanzielle Unsicherheit Frauen in ihren Entscheidungen einschränkt: So haben 39 Prozent der Frauen bereits eine bedeutende Lebensentscheidung – etwa einen Jobwechsel, eine Trennung oder einen Umzug – nicht getroffen, weil ihnen die finanzielle Sicherheit fehlte. Bei Männern sind es 31 Prozent Der Wert stieg bei den Studienteilnehmerinnen im Jahresvergleich deutlich um 5 Prozentpunkte gegenüber den männlichen Studienteilnehmern.

Infografik: Finanzielle Abhängigkeit bestimmen über Leben

Finanzielle Freiheit bedeutet für viele Menschen auch Entscheidungsfreiheit. Generell empfinden sich immer mehr Menschen nicht ausreichend abgesichert: Jede vierte Befragte (26 Prozent) fühlt sich finanziell wenig bis gar nicht abgesichert, wenn es um große Lebensentscheidungen geht – im Vergleich zu 20 Prozent der Männer. 

Dabei ist das Gefälle beim Gefühl der finanziellen Unabhängigkeit zwischen Männern (48 Prozent) und Frauen (38 Prozent) enorm. Die Mehrheit der Frauen (53 Prozent) nennt ein zu geringes Einkommen als größte Hürde für ihre finanzielle Unabhängigkeit, bei Männern sind es 44 Prozent. Auch hier zeigt sich bei den Frauen eine starke Zunahme (+ 6 Prozentpunkte)  im Vergleich zum Vorjahr, während der Wert bei den Männern unverändert bleibt.

Finanzielle Unabhängigkeit als Fluchtweg aus toxischen Beziehungen

Der Großteil der Befragten sieht einen Zusammenhang zwischen Partnerschaft und Geldthemen. Fast drei Viertel der Frauen (73 Prozent) ist ihre finanzielle Unabhängigkeit wichtig, um eine ungesunde oder schwierige Beziehung verlassen zu können. Bei Männern teilen rund zwei Drittel (66 Prozent) diese Einschätzung; ein Unterschied von 18 Prozentpunkten.

Infografik: Finanzielle Unabhängigkeit nimmt ab

Wer finanziell nicht eigenständig ist, kann eine Beziehung nur schwer verlassen. Teilweise führen solche Asymmetrien zu finanzieller Gewalt und weiter. Laut Bundeskriminalamt wurden mehr als 187.000 Frauen in 2024 Opfer häuslicher Gewalt. Diverse Studien belegen, dass die finanzielle Abhängigkeit das Risiko von Gewalt in Paarbeziehungen erhöht.

„Geld ist in Beziehungen oft ein Machtinstrument. Finanzielle Gewalt ist oft unsichtbar: kein Zugang zum Konto, Kontrolle über jeden Euro, Schulden im Namen der Partnerin. Die Folgen sind verheerend – und der Ausweg ohne eigenes Geld fast unmöglich. Wer finanziell abhängig ist, kann nicht frei entscheiden – auch nicht, eine Beziehung zu verlassen“, sagt Nadine Reko, Paartherapeutin und Expertin für finanzielle Dynamiken in Beziehungen.

Der psychische Preis der Lohnlücke: der Geldstress bei Frauen

Die Einkommensunterschiede belasten nicht nur das Konto, sondern auch die Psyche: 86 Prozent der Frauen fühlen sich durch das Thema Geld gestresst, 28 Prozent der Frauen sogar stark bis sehr stark – bei Männern sind es nur 16 Prozent. Somit leiden Frauen damit fast doppelt so häufig unter starkem Stress, ausgelöst durch ihre Finanzsituation.

Infografik: Financial Load - 84 Prozent der Deutschen leiden unter Geldstress

Der Großteil der Bundesbürger*innen – 86 Prozent – hat bereits die Erfahrung gemacht, dass finanzielle Sorgen ihre Laune beeinflussen. Bei 27 Prozent der Frauen beeinflussen Geldsorgen ihre Stimmung oft oder sehr oft spürbar, bei den Männern betrifft dies nur jeden Fünften. Aus Sicht aller Befragten würde ein höheres Einkommen ihren finanziellen Stress mindern. Diese Lösung sehen 72 Prozent der Frauen und bei den Männern sind es 63 Prozent.

Der Teufelskreis: Teilzeit, Care-Arbeit und die Steuerfalle

Die Studie spiegelt auch die strukturellen Unterschiede in der Arbeitswelt wider: Nur 42 Prozent der befragten Frauen arbeiten in Vollzeit, im Vergleich zu 72 Prozent der Männer. So sind 22 Prozent der Frauen in Teilzeit beschäftigt, bei Männern lediglich 7 Prozent. Bei der Vollzeit-Elternzeit (4 Prozent Frauen, 0,4 Prozent der Männer) zeigen sich große Unterschiede mit Einfluss auf die Einkommenssituation der weiblichen Befragten. So kümmern sich Mütter also zehnmal häufiger ganztägig um ihre Kinder in Elternzeit als die Väter.

Diese Zahlen korrespondieren mit dem Gender Care Gap von 44 Prozent: Frauen verbringen laut Statistischem Bundesamt knapp 30 Stunden pro Woche mit unbezahlter Sorgearbeit – Männer nur 21 Stunden. Die Folge: weniger Zeit für Erwerbsarbeit, geringeres Einkommen, kleinere Renten, aber auch weniger freie Entscheidungen.

Martin Ott, CEO Taxfix

„Finanzielle Unabhängigkeit ist kein Luxus – sie ist Selbstbestimmung. Wenn jede zweite Frau sagt, dass sie finanzielle Sicherheit braucht, um eine schlechte Beziehung verlassen zu können, dann ist das kein individuelles Problem, sondern ein gesellschaftliches. Die eigene Steuererklärung kann ein erster Schritt zu mehr finanzieller Selbstständigkeit sein“, erläutert Martin Ott, CEO von Taxfix, der Finanzplattform für digitale Steuerlösungen

Über die Studie

Für die Studie im Auftrag von Taxfix hat das Marktforschungsunternehmen Qualtrics eine repräsentative Stichprobe von 2.035 Personen in Deutschland – 1.012 Frauen und 1.018 Männer – im Alter ab 18 Jahren, die in der Vergangenheit eine Steuererklärung abgegeben haben, im Januar 2026 online befragt. Für die Studiendaten aus dem Vorjahr hat das Markt- und Meinungsforschungsunternehmen YouGov im Auftrag von Taxfix eine repräsentative Stichprobe von 2.000 Personen von 18 bis 64 Jahren in Deutschland im Zeitraum vom 26. Januar bis 3. Februar 2025 befragt.

Über Taxfix

Taxfix ist Europas führende KI-Finanzplattform für digitale Steuererlösungen, mit über 8 Millionen eingereichten Steuererklärungen und über 4,5 Milliarden Euro an erreichten Rückerstattungen. Die Mission von Taxfix ist es, Menschen dabei zu helfen, ihre Finanzen in die eigene Hand zu nehmen und finanzielle Teilhabe für alle zu ermöglichen.

Die Plattform mit ihren Marken Taxfix und Steuerbot ist in Deutschland, Großbritannien und Spanien aktiv und bietet eine breite Palette an innovativen KI-unterstützten Steuererklärungslösungen für Angestellte, Vermieter*innen, Renter*innen, Studenten, Eltern, und Selbstständige. Vom einfachen digitalen Steuererklärungsservice, bei dem Nutzer*innen durch einen personalisierten Frage-und-Antwort-Prozess geführt werden, bis hin zum Expert*innen-Service, bei dem unabhängige Steuerberater*innen den gesamten Steuererklärungsprozess übernehmen. Für Taxfix’ unabhängige Steuerberatungs-

Partner*innen bietet die Plattform intelligente Tools, Automatisierungen und KI-Workflows für skalierbare Services.

Taxfix hat seinen Hauptstandort in Berlin und Büros in London, Madrid, Tallinn und Stuttgart/Fellbach und beschäftigt mehr als 400 Mitarbeitende aus über 50 Nationen. Zu den Investor*innen zählen Index Ventures, Valar Ventures, Creandum, Redalpine und Teachers’ Venture Growth (OTPP)