Mehr als Blumen und schöne Worte

Kostenlose Steuererklärung zum Weltfrauentag (Pressemitteilung zum 8. März 2024).

Mehr als Blumen und schöne Worte: Kostenlose Steuererklärung zum Weltfrauentag

Berlin, 05.03.2024: Frauen haben immer noch mit enormen Herausforderungen zu kämpfen, wenn es um ihre finanzielle Lebenssituation geht. Denn noch immer verdienen sie bei gleicher Qualifikation meist weniger als Männer und haben daher geringere Rentenansprüche. Und diese geschlechtsspezifischen Ungerechtigkeiten haben fatale Folgen: Jede fünfte Frau ist heutzutage von Altersarmut bedroht.1       

Steuerexpertin Juliane Kutzke von Taxfix erklärt, was sich für mehr finanzielle Gerechtigkeit und echte Gleichstellung ändern muss. 

Diese Punkte müssen sich für mehr finanzielle Gerechtigkeit ändern:

  1. Bekämpfung der Einkommensungleichheit: Der Gender-Pay-Gap zeigt, dass Frauen bei gleicher Qualifikation immer noch durchschnittlich 18 Prozent1 weniger verdienen als Männer. Auch der Gender-Pension-Gap, die Rentenlücke zwischen den Geschlechtern, macht es deutlich: Im Jahr 2022 lag er bei mehr als 40 Prozent! Frauen erhalten durchschnittlich nur 832 Euro Rente, Männer dagegen 1.304 Euro2. Mit diesem Wert ist Deutschland ein negativer Spitzenreiter in Bezug auf die Rentenlücke in Europa. Der Staat muss diese Einkommensunterschiede berücksichtigen und bessere Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass Frauen nicht durch ungleiche Bezahlung oder andere geschlechtsspezifische Diskriminierungen benachteiligt werden.
  2. Volle Anerkennung von Care Arbeit: Frauen leisten viel unbezahlte Arbeit wie Hausarbeit und Pflege von Angehörigen. Ein gerechtes Steuersystem sollte diese Care Arbeit besser anerkennen und unterstützen, zum Beispiel durch steuerliche Anreize oder Vergünstigungen. Eine 100%-ige steuerliche Anerkennung der Kinderbetreuungskosten böte Frauen mehr Anreize und Flexibilität, leichter in den Beruf zurückzukehren. Aktuelle Zahlen von Taxfix zeigen, dass Frauen  Erwerbsunterbrechungen oder -reduzierungen der Arbeitszeiten betroffen sind. 49 Prozent der Frauen arbeiten derzeit in Teilzeit, aber nur 13 Prozent der Männer.³
  3. Pink Taxes abschaffen: Die Pink Tax ist der unsichtbare „Mehrpreis”, der oft bei Produkten und Dienstleistungen gegenüber gleichartigen Artikeln für Männer aufgeschlagen wird. Rasierschaum für Frauen kann bis zu 80 Prozent teurer sein⁴ und die Reinigung von Blusen kostet durchschnittlich 60 bis 80 Prozent mehr als die eines Männerhemdes. Hier handelt es sich also nicht um eine echte Steuer. Diese finanzielle Belastung verschärft dennoch Ungleichheiten. Es ist Zeit, dass Frauen nicht länger mehr bezahlen müssen, nur weil sie Frauen sind.  
  4. Ehegattensplitting abschaffen: Das Ehegattensplitting verstärkt traditionelle Rollenbilder. Denn ein Vorteil ergibt sich nur dann, wenn einer der Ehegatten spürbar weniger verdient als der andere. Und das sind leider oft die Frauen. Damit fehlt der Anreiz, die berufliche Situation zu optimieren, da der Steuervorteil für das Ehepaar wegfallen würde. So bleiben Frauen eher in Teilzeitjobs. Für die Frau hat dies negative Folgen, zum Beispiel bei der Berechnung von Rentenpunkten oder anderen Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld.
  5. Für bessere finanzielle Chancen von Alleinerziehenden sorgen: Alleinerziehende sind mit 42,9 Prozent⁵ am stärksten von Armut betroffen. In Deutschland gibt es 2,76 Millionen Alleinerziehende – das entspricht ungefähr jeder fünften Familie. Mit 82 Prozent stellen jedoch Frauen die Mehrheit der Alleinerziehenden dar. Alleinerziehende Mütter stehen oft vor vielfältigen Herausforderungen neben Beruf, Haushalt und Kindererziehung. Das gilt vor allem dann, wenn der Partner keinen Unterhalt für den gemeinsamen Nachwuchs zahlt. Gerade in finanziell angespannten Situationen werden Alleinerziehende häufig systematisch benachteiligt. So wird bei Alleinerziehenden bis heute das Kindergeld auf den staatlichen Unterhaltsvorschuss angerechnet. Alleinerziehende und ihre Kinder müssen nachhaltig finanziell besser gestellt werden, um Armut zu vermeiden – und zwar ohne Verrechnungen.  


Taten statt nur schöner Worte

37 Prozent⁶ der Frauen in Deutschland haben ihre Steuererklärung noch nie selbst erledigt. Indem Frauen ihre Steuererklärungen einreichen, können sie auf die Ungleichheiten im Steuersystem aufmerksam machen und dazu beitragen, Veränderungen herbeizuführen. 

Am Weltfrauentag schenkt Europas führende mobile Steuerplattform Taxfix allen Frauen eine kostenlose Steuererklärung für einen ersten Schritt in Richtung finanzielle Unabhängigkeit – denn Frauen haben mehr verdient  als schöne Worte und Blumen. Mehr Infos unter: taxfix.de/frauen-verdienen-mehr

Legende

1 Statistisches Bundesamt.

2 Deutsche Rentenversicherung

3 Statistisches Bundesamt.

4 Verbraucherzentrale Hamburg.

5 Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Über Taxfix

Die Taxfix Group ist Europas führende Finanzplattform für digitale Steuererklärungen, mit über 5 Millionen eingereichten Steuererklärungen in Deutschland, Italien und Spanien. Die Mission von Taxfix ist es, Menschen dabei zu helfen, ihre Finanzen in die eigene Hand zu nehmen und finanzielle Teilhabe für alle zu ermöglichen. Die Plattform mit ihren Marken Taxfix, Steuerbot und nun auch TaxScouts (aktiv in Großbritannien und Spanien) bietet eine breite Palette an innovativen Steuererklärungslösungen, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Vorlieben der Nutzer*innen zugeschnitten sind. Vom einfachen digitalen Steuererklärungsservice, bei dem Nutzer*innen durch einen einfachen Frage-und Antwort-Prozess geführt werden bis hin zum Experten-Service, bei dem zertifizierte Steuerberater*innen den gesamten Steuererklärungsprozess übernehmen.

Inzwischen sind mehr als 400 Mitarbeitende, darunter Steuerexpert*innen, Entwickler*innen und IT-Sicherheitsexpert*innen – in Berlin, Stuttgart/Fellbach und Madrid an der Weiterentwicklung des Taxfix-Angebots beteiligt.  Gegründet im Jahr 2016, wird die Taxfix Group von namhaften Investoren wie Index Ventures, Valar Ventures, Creandum, Redalpine und Teachers’ Venture Growth (TVG) unterstützt.