Erika Küspert
Veröffentlicht am: 07.07.2026
Aktualisiert am: 07.07.2026
Lesezeit: 4 Minuten
Bestandskonten und Erfolgskonten — Unterschiede und Buchungslogik einfach erklärt
Bestandskonten und Erfolgskonten sind die Grundlage der doppelten Buchführung. Bestandskonten zeigen Vermögen und Kapital, Erfolgskonten zeigen Aufwendungen und Erträge eines Geschäftsjahres.
Erika Küspert
Veröffentlicht am: 07.07.2026
Aktualisiert am: 07.07.2026
Lesezeit: 4 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
- Bestandskonten hängen direkt mit der Bilanz zusammen.
- Erfolgskonten erfassen Aufwendungen und Erträge.
- Bestandskonten werden über die Bilanz abgeschlossen.
- Erfolgskonten werden über das GuV-Konto abgeschlossen.
- Erfolgskonten starten jedes Geschäftsjahr neu.
- Eigenkapital ist ein Bestandskonto, auch wenn es mit dem Jahresergebnis zusammenhängt.
Was sind Bestandskonten?
Bestandskonten sind Konten, auf denen Vermögenswerte und Kapitalbestände erfasst werden. Sie bilden damit die Grundlage für die Bilanz.
Dazu gehören zum Beispiel Kasse, Bank, Forderungen, Maschinen, Verbindlichkeiten oder Eigenkapital. Ihr Saldo zeigt immer einen Bestand zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Aktive und passive Bestandskonten
Aktive Bestandskonten stehen auf der Aktivseite der Bilanz. Dazu gehören zum Beispiel Kasse, Bank, Forderungen oder Maschinen.
Passive Bestandskonten stehen auf der Passivseite der Bilanz. Dazu gehören zum Beispiel Eigenkapital, Rückstellungen oder Verbindlichkeiten.
Art des Bestandskontos | Typische Beispiele |
Aktive Bestandskonten | Kasse, Bank, Forderungen, Maschinen |
Passive Bestandskonten | Eigenkapital, Rückstellungen, Verbindlichkeiten |
Anfangsbestand und Abschluss über die Bilanz
Bestandskonten übernehmen ihren Anfangsbestand aus der Eröffnungsbilanz oder aus dem Schlussbestand des Vorjahres. Deshalb beginnen sie nicht jedes Jahr bei null.
Am Ende des Geschäftsjahres werden sie über die Bilanz abgeschlossen. So wird sichtbar, welche Vermögens- und Kapitalbestände am Bilanzstichtag vorhanden sind.
Info
Bestandskonten zeigen keinen Erfolg eines Zeitraums, sondern einen Bestand zu einem Stichtag. Genau deshalb gehören sie zur Bilanz und nicht direkt zur Gewinn- und Verlustrechnung.
Was sind Erfolgskonten?
Erfolgskonten sind Konten, auf denen Aufwendungen und Erträge eines Geschäftsjahres erfasst werden. Sie zeigen damit, wie sich Gewinn oder Verlust im laufenden Zeitraum entwickelt.
Typische Beispiele sind Miete, Wareneinkauf, Löhne, Zinserträge oder Umsatzerlöse. Anders als Bestandskonten beziehen sie sich also nicht auf einen Bestand, sondern auf eine Veränderung im Zeitraum.
Aufwandskonten und Ertragskonten
Aufwandskonten erfassen Werte, die den Gewinn mindern. Dazu gehören zum Beispiel Miete, Gehälter, Versicherungen oder Büromaterial.
Ertragskonten erfassen Werte, die den Gewinn erhöhen. Dazu gehören zum Beispiel Umsatzerlöse, Provisionserträge oder Zinserträge.
Art des Erfolgskontos | Typische Beispiele |
Aufwandskonten | Miete, Gehälter, Versicherungen |
Ertragskonten | Umsatzerlöse, Provisionen, Zinsen |
Abschluss über das GuV-Konto
Erfolgskonten werden am Ende des Geschäftsjahres über das GuV-Konto abgeschlossen. Auf diesem Weg wird der Jahreserfolg als Gewinn oder Verlust zusammengeführt.
Das Ergebnis wirkt sich anschließend auf das Eigenkapital aus. Deshalb gibt es eine Verbindung zwischen GuV und Bilanz, obwohl Erfolgskonten selbst nicht direkt in der Bilanz stehen.
Unterschied zwischen Bestandskonten und Erfolgskonten
Der wichtigste Unterschied liegt darin, was das Konto abbildet. Bestandskonten zeigen einen Bestand zu einem Stichtag, Erfolgskonten zeigen Aufwendungen und Erträge innerhalb eines Zeitraums.
Bestandskonten gehören damit zur Bilanzlogik, Erfolgskonten zur Logik der Gewinn- und Verlustrechnung. Beide Kontenarten arbeiten aber zusammen und sind für eine vollständige Buchführung notwendig.
Merkmal | Bestandskonten | Erfolgskonten |
Was wird erfasst? | Vermögen und Kapital | Aufwendungen und Erträge |
Bezug | Stichtag | Zeitraum |
Abschluss | Über die Bilanz | Über das GuV-Konto |
Jahresstart | Mit Anfangsbestand | Bei null |
Wenn du unsicher bist, frage dich:
Geht es um einen vorhandenen Wert wie Bank oder Verbindlichkeit? Dann ist es meist ein Bestandskonto. Geht es um Miete oder Umsatz eines Zeitraums? Dann ist es meist ein Erfolgskonto.
Buchungsbeispiele — Bestandskonten vs. Erfolgskonten in der Praxis
Buchungsbeispiele helfen am besten, den Unterschied zu verstehen. Wenn ein Kunde eine offene Rechnung bezahlt, betrifft das oft nur Bestandskonten, weil sich zum Beispiel Bank erhöht und Forderungen verringern.
Wenn du dagegen Büromaterial einkaufst oder einen Umsatz erzielst, sind meist Erfolgskonten beteiligt. Dann geht es nicht nur um Bestände, sondern auch um Aufwand oder Ertrag.
Beispiel 1: Kunde bezahlt eine offene Rechnung
- Bank steigt.
- Forderungen sinken.
- Es sind zwei Bestandskonten betroffen.
- Ggf. ist auch die USt betroffen, welche aber wie ein durchlaufender Posten in der doppelten Buchführung behandelt wird.
Beispiel 2: Miete wird überwiesen
- Bank sinkt.
- Mietaufwand wird gebucht.
- Es ist ein Bestandskonto und ein Erfolgskonto betroffen.
Beispiel 3: Ware wird verkauft
- Forderung oder Bank steigt.
- Umsatzerlös wird gebucht.
- Es ist ein Bestandskonto und ein Erfolgskonto betroffen.
Schritt-für-Schritt-Checkliste
- Prüfe, ob ein Bestand oder ein Zeitraumserfolg betroffen ist.
- Ordne das Konto als Bestandskonto oder Erfolgskonto ein.
- Prüfe, ob das Konto zur Bilanz oder zur GuV gehört.
- Buche den Geschäftsvorfall mit den passenden Konten.
- Kontrolliere am Jahresende den richtigen Abschluss über Bilanz oder GuV.
FAQ zu Bestands- und Erfolgskonten
Erfolgskonten starten jedes Geschäftsjahr bei null, weil sie nur die Aufwendungen und Erträge dieses einen Zeitraums erfassen. Bestandskonten werden dagegen fortgeführt, weil Vermögen und Schulden am Jahresende nicht verschwinden, sondern als Anfangsbestand ins neue Jahr übergehen.
Das Eigenkapitalkonto ist ein Bestandskonto. Es steht auf der Passivseite der Bilanz, auch wenn sich der Jahresgewinn oder Jahresverlust später auf das Eigenkapital auswirkt.
Bestandskonten liefern die Werte für die Bilanz. Erfolgskonten fließen in die Gewinn- und Verlustrechnung ein, deren Ergebnis am Ende das Eigenkapital und damit die Bilanz beeinflusst.
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