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Deckungsbeitrag — Definition, Formel und Deckungsbeitragsrechnung einfach erklärt

Der Deckungsbeitrag zeigt dir, wie viel von deinem Umsatz nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt. Dieser Betrag dient dazu, Fixkosten zu decken und danach Gewinn zu erwirtschaften.

Das Wichtigste in Kürze

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Deckungsbeitrag zeigt, welchen Beitrag ein Produkt oder Auftrag zur Deckung der Fixkosten leistet.
  • Die Grundformel lautet: Umsatz minus variable Kosten.
  • Der Deckungsbeitrag 1 betrachtet meist nur die variablen Kosten.
  • Der Deckungsbeitrag 2 geht einen Schritt weiter und berücksichtigt zusätzliche fixe Zuordnungen.
  • Der relative Deckungsbeitrag hilft bei Engpässen in Produktion oder Zeit.
  • Der Deckungsgrad zeigt den Deckungsbeitrag im Verhältnis zum Umsatz.

Was ist der Deckungsbeitrag?

Der Deckungsbeitrag ist der Teil des Umsatzes, der nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt. Er zeigt also, wie viel Geld zur Deckung der Fixkosten und anschließend für den Gewinn verfügbar ist.

Damit ist der Deckungsbeitrag eine wichtige Kennzahl für Preisentscheidungen, Sortimentssteuerung und Rentabilitätsanalysen. Besonders in Unternehmen mit mehreren Produkten oder knappen Kapazitäten ist er sehr hilfreich.

Info

Ein hoher Umsatz allein sagt wenig aus. Erst der Deckungsbeitrag zeigt, ob ein Produkt wirtschaftlich wirklich etwas beiträgt.

Deckungsbeitrag berechnen — Formel und Beispiel

Die Grundidee ist einfach: Zuerst ziehst du die variablen Kosten vom Umsatz ab. Das Ergebnis ist der Deckungsbeitrag.

Die einfache Formel lautet:

Deckungsbeitrag = Umsatz − variable Kosten

Beispiel:

  • Verkaufspreis eines Produkts: 100 Euro
  • variable Kosten: 60 Euro

Dann gilt:

100 − 60 = 40 Euro

Der Deckungsbeitrag beträgt also 40 Euro pro Stück. Diese 40 Euro stehen zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung.

Deckungsbeitrag 1 — einstufige Berechnung

Der Deckungsbeitrag 1 ist die einfachste Form der Berechnung. Er ergibt sich direkt aus Umsatz minus variablen Kosten.

Er eignet sich gut für erste Entscheidungen, zum Beispiel bei Preisuntergrenzen, Aufträgen oder einfachen Produktvergleichen.

DB 1 = Umsatz − variable Kosten

Deckungsbeitrag 2 — mehrstufige Berechnung

Der Deckungsbeitrag 2 geht einen Schritt weiter. Hier werden vom Deckungsbeitrag 1 zusätzlich produkt- oder bereichsbezogene fixe Kosten abgezogen.

Damit zeigt der Deckungsbeitrag 2 genauer, welchen Beitrag ein Produkt oder Bereich nach Berücksichtigung bestimmter Fixkosten noch leistet.

DB 2 = DB 1 − produktfixe Kosten


Kennzahl

Was abgezogen wird

Deckungsbeitrag 1

nur variable Kosten

Deckungsbeitrag 2

variable Kosten plus zuordenbare fixe Kosten

Tipp:

Der Deckungsbeitrag 1 ist oft ideal für schnelle Entscheidungen. Der Deckungsbeitrag 2 ist besser, wenn du tiefer verstehen willst, ob sich ein Produkt oder Bereich wirklich lohnt.

Die Deckungsbeitragsrechnung als Entscheidungsinstrument

Die Deckungsbeitragsrechnung hilft dir, wirtschaftliche Entscheidungen besser zu treffen. Sie zeigt nicht nur, ob ein Produkt Umsatz bringt, sondern ob es wirklich zur Kostendeckung beiträgt.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Preisentscheidungen
  • Sortimentssteuerung
  • Annahme oder Ablehnung von Zusatzaufträgen
  • Break-Even-Analysen
  • Bewertung einzelner Produkte, Aufträge oder Kunden

Gerade in der Praxis ist das wichtig, weil ein Produkt mit niedrigem Umsatz trotzdem wertvoll sein kann, wenn sein Deckungsbeitrag stark ist. Umgekehrt kann ein umsatzstarkes Produkt wirtschaftlich enttäuschen.

Relativer Deckungsbeitrag — Formel bei Engpässen

Der relative Deckungsbeitrag wird wichtig, wenn ein Engpass besteht, zum Beispiel eine knappe Maschinenstunde, begrenzte Arbeitszeit oder geringe Lagerkapazität. Dann zählt nicht nur der absolute Deckungsbeitrag, sondern wie viel Deckungsbeitrag pro Engpasseinheit erzielt wird.

Die vereinfachte Formel lautet:

relativer Deckungsbeitrag = Deckungsbeitrag ÷ Engpasseinheit


Beispiel

  • Produkt A: Deckungsbeitrag 50 Euro, benötigt 2 Maschinenstunden  
  • Produkt B: Deckungsbeitrag 40 Euro, benötigt 1 Maschinenstunde

Dann gilt:

A: 50 ÷ 2 = 25 Euro je Maschinenstunde

B: 40 ÷ 1 = 40 Euro je Maschinenstunde

Obwohl Produkt A absolut mehr Deckungsbeitrag bringt, ist Produkt B bei Engpassbedingungen wirtschaftlich vorteilhafter.


Deckungsgrad berechnen — Deckungsbeitrag im Verhältnis zum Umsatz

Der Deckungsgrad zeigt, wie hoch der Deckungsbeitrag im Verhältnis zum Umsatz ist. Er ist damit eine prozentuale Kennzahl für die Wirtschaftlichkeit.

Die Formel lautet:

Deckungsgrad = (Deckungsbeitrag ÷ Umsatz) × 100

Beispiel:

  • Umsatz: 100 Euro
  • Deckungsbeitrag: 40 Euro

Dann ergibt sich:

(40 ÷ 100) × 100 = 40 %

Ein Deckungsgrad von 40 % bedeutet, dass 40 Prozent des Umsatzes nach Abzug der variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten und für Gewinn zur Verfügung stehen.

Schritt-für-Schritt-Checkliste

  • Ermittle den Umsatz für Produkt, Auftrag oder Zeitraum.
  • Berechne die variablen Kosten.
  • Ziehe die variablen Kosten vom Umsatz ab.
  • Prüfe, ob zusätzlich fixe Einzelkosten berücksichtigt werden sollen.
  • Berechne bei Bedarf relativen Deckungsbeitrag oder Deckungsgrad.
  • Vergleiche die Ergebnisse mit Alternativen oder Vorperioden.

Tipp

Wenn du Ausgaben, Preise und Unternehmenszahlen leichter verstehen willst, kannst du mit Taxfix Schritt für Schritt arbeiten. Warum nicht direkt kostenlos starten?

FAQ zum Deckungsbeitrag

Der Deckungsbeitrag 1 berücksichtigt nur den Umsatz und die variablen Kosten. Der Deckungsbeitrag 2 zieht zusätzlich bestimmte fixe Kosten ab, die einem Produkt oder Bereich direkt zugeordnet werden können.

Ein Produkt sollte nicht allein deshalb gestrichen werden, weil es wenig Gewinn ausweist. Entscheidend ist, ob es einen positiven Deckungsbeitrag leistet und wie es sich im Verhältnis zu Engpässen, Fixkosten und Alternativen verhält.

Er zeigt, welches Produkt pro Engpasseinheit den höchsten wirtschaftlichen Beitrag liefert. Dadurch kannst du knappe Kapazitäten gezielter für die wirtschaftlich stärkeren Produkte einsetzen.

Disclaimer

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