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Degressive Abschreibung — Formel, Berechnung und aktuelle Regelungen

Die degressive Abschreibung verteilt die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Wirtschaftsguts nicht gleichmäßig, sondern mit höheren Abschreibungsbeträgen in den ersten Jahren. Das kann die Steuerlast gerade am Anfang stärker senken und Investitionen attraktiver machen.

Das Wichtigste in Kürze

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der degressiven Abschreibung sinken die Abschreibungsbeträge im Zeitverlauf.
  • Die Methode führt in den ersten Jahren zu höheren Abschreibungen als die lineare AfA.
  • Für bewegliche Wirtschaftsgüter gelten befristete Sonderregelungen für 2024 bis 2027.
  • Für Anschaffungen nach dem 31. März 2024 und vor dem 1. Januar 2025 gilt eine 20-Prozent-Regelung.
  • Für Investitionen nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 gilt eine neue Regelung bis zu 30 Prozent.
  • Ein Wechsel von degressiv zu linear kann später sinnvoll sein.

Was ist die degressive Abschreibung?

Die degressive Abschreibung ist eine Abschreibungsmethode, bei der jedes Jahr ein fester Prozentsatz vom jeweiligen Restbuchwert abgeschrieben wird. Dadurch sind die Abschreibungsbeträge am Anfang höher und werden mit der Zeit kleiner.

Das unterscheidet sie von der linearen Abschreibung, bei der jedes Jahr derselbe Betrag angesetzt wird. Die degressive Methode wirkt damit besonders in den ersten Jahren steuermindernd.

Info

Degressiv bedeutet nicht, dass insgesamt mehr abgeschrieben wird. Es wird nur anders über die Jahre verteilt.

Degressive AfA — aktuelle Regelungen 2024 bis 2027

Die degressive AfA wurde in den letzten Jahren mehrfach zeitlich befristet eingeführt oder erweitert. Deshalb ist der Anschaffungs- oder Herstellungszeitpunkt besonders wichtig.

Degressive Abschreibung 2024 — 20-Prozent-Regelung

Für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die nach dem 31. März 2024 und vor dem 1. Januar 2025 angeschafft oder hergestellt wurden, gilt eine degressive Abschreibung mit höchstens dem Zweifachen der linearen AfA und maximal 20 Prozent (§ 7 Abs. 2 EStG).

Das bedeutet: Selbst wenn das Zweifache der linearen AfA rechnerisch höher wäre, bleibt der Abschreibungssatz auf 20 Prozent begrenzt.

Neue 30-Prozent-Super-AfA ab Mitte 2025

Für Investitionen in bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 gilt eine neue degressive Regelung mit höchstens dem Dreifachen der linearen AfA und maximal 30 Prozent (§ 7 Abs. 2 EStG).

Diese Regelung erhöht den Abschreibungsspielraum im ersten Jahr und in den Folgejahren deutlich. Gerade bei investitionsstarken Unternehmen kann das die Steuerlast frühzeitig spürbar senken.


Zeitraum der Anschaffung/Herstellung

Regelung

nach dem 31. März 2024 bis vor dem 1. Januar 2025

höchstens 20 Prozent, maximal das Zweifache der linearen AfA

nach dem 30. Juni 2025 bis vor dem 1. Januar 2028

höchstens 30 Prozent, maximal das Dreifache der linearen AfA

Degressive Abschreibung berechnen — Formel und Beispiel

Die degressive Abschreibung wird nicht vom ursprünglichen Anschaffungswert jedes Jahres neu berechnet, sondern vom jeweiligen Restbuchwert.

Die vereinfachte Formel lautet:

Abschreibung = Restbuchwert × degressiver AfA-Satz

Beispiel:

  • Anschaffungskosten: 10.000 Euro
  • degressiver AfA-Satz: 20 Prozent

Jahr 1:

10.000 × 20 % = 2.000 Euro

Restbuchwert am Ende von Jahr 1:

10.000 − 2.000 = 8.000 Euro

Jahr 2:

8.000 × 20 % = 1.600 Euro

Restbuchwert am Ende von Jahr 2:

8.000 − 1.600 = 6.400 Euro

So sinken die Abschreibungsbeträge im Zeitverlauf automatisch.

Tipp

Für das Jahr der Anschaffung musst du immer auch den genauen Anschaffungszeitpunkt und die zeitanteilige Nutzung prüfen. Gerade hier passieren in der Praxis viele Fehler.

Degressiv vs. linear — welche Methode lohnt sich wann?

Die degressive Abschreibung lohnt sich vor allem dann, wenn du in den ersten Jahren nach der Anschaffung eine stärkere steuerliche Entlastung möchtest. Sie bringt höhere Abschreibungen am Anfang und verschiebt die Entlastung nach vorn.

Die lineare Abschreibung ist dagegen gleichmäßiger und einfacher planbar. Sie kann sinnvoller sein, wenn du konstante Aufwände über die gesamte Nutzungsdauer bevorzugst.


Methode

Typischer Vorteil

Degressiv

höhere Abschreibung in den ersten Jahren

Linear

gleichmäßige Abschreibungsbeträge über die Nutzungsdauer


Wann der Wechsel von degressiv zu linear sinnvoll ist

Ein Wechsel von degressiv zu linear kann sinnvoll sein, sobald die lineare Abschreibung auf den verbleibenden Restbuchwert höher wäre als die degressive Abschreibung. Dann nutzt du die verbleibende Abschreibungsdauer oft wirtschaftlich günstiger aus.

Wichtig ist: Der Wechsel ist von degressiv zu linear möglich, aber nicht einfach beliebig in die andere Richtung zurück.

Welche Wirtschaftsgüter dürfen degressiv abgeschrieben werden?

Die befristete degressive AfA gilt grundsätzlich für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens. Dazu können zum Beispiel Maschinen, Fahrzeuge oder bestimmte Betriebsausstattungen gehören.

Nicht jedes Wirtschaftsgut ist begünstigt. Entscheidend ist, dass es sich um ein abnutzbares bewegliches Wirtschaftsgut des Anlagevermögens handelt und dass die Anschaffung oder Herstellung in den begünstigten Zeitraum fällt.

Tipp

Wenn du Investitionen, Abschreibungen und Steuerunterlagen einfacher im Blick behalten willst, kannst du mit Taxfix Schritt für Schritt arbeiten. Warum nicht direkt kostenlos starten?

FAQ zur degressiven Abschreibung

In der Regel nein. Der typische steuerliche Wechsel ist von der degressiven zur linearen Abschreibung möglich, nicht aber umgekehrt als frei wählbare Rückkehr in die degressive Methode.

Entscheidend sind die gesetzlichen Voraussetzungen der jeweiligen Regelung. Ob gebrauchte Wirtschaftsgüter begünstigt sind, hängt von der konkreten Fassung und Anwendung der Vorschrift im Einzelfall ab und sollte im Zweifel geprüft werden.

Im ersten Jahr kann die Steuerlast sinken, weil der Abschreibungsbetrag oft höher ist als bei der linearen Methode. Dadurch mindert sich der steuerpflichtige Gewinn früher und stärker.

Disclaimer

Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keine*n zertifizierte*n Steuerberater*in. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

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