Zum Hauptinhalt springen

GuV-Konto: Aufbau, Abschluss und Buchungsbeispiele

Das GuV-Konto ist das Sammelkonto, auf dem du am Periodenende alle Aufwendungen und Erträge zusammenführst, um den Gewinn oder Verlust zu ermitteln. Es ist damit die „Brücke“ zwischen den vielen einzelnen Erfolgskonten (z. B. Miete, Wareneinsatz, Umsatzerlöse) und dem Eigenkapital.

Das Wichtigste in Kürze

Das Wichtigste in Kürze

  • Das GuV-Konto bündelt am Jahresende die Salden deiner Ertrags- und Aufwandskonten.
  • Auf der Soll-Seite stehen typischerweise die Aufwendungen, auf der Haben-Seite die Erträge.
  • Der Saldo zeigt, ob du Gewinn (Erträge > Aufwendungen) oder Verlust (Aufwendungen > Erträge) gemacht hast.
  • Nach der Ermittlung wird der Saldo per Abschlussbuchung auf das Eigenkapitalkonto übertragen.
  • Das GuV-Konto ist nicht die Bilanz: Es zeigt das Jahresergebnis, die Bilanz zeigt Vermögen und Schulden zum Stichtag.

Was ist ein GuV-Konto?

Ein GuV-Konto ist ein Konto der doppelten Buchführung, auf dem am Ende des Geschäftsjahrs alle Erfolgskonten abgeschlossen werden, damit du daraus den Jahresgewinn oder Jahresverlust ableiten kannst.

Praktisch bedeutet das:

  • Du hast im Jahr viele Aufwandskonten (z. B. Miete, Werbung, Wareneinsatz).
  • Du hast im Jahr viele Ertragskonten (z. B. Umsatzerlöse).
  • Am Ende landen die Salden gesammelt im GuV-Konto.

GuV-Konto vs. GuV-Rechnung

Das GuV-Konto ist ein Buchhaltungskonto (T-Konto-Logik). Die GuV-Rechnung ist die Darstellung des Ergebnisses im Jahresabschluss.

Aufbau des GuV-Kontos

Das GuV-Konto ist in der Regel als T-Konto aufgebaut: links Soll, rechts Haben.

Soll-Seite – Aufwendungen

Auf der Soll-Seite stehen die Aufwendungen. Hierhin werden die Salden der Aufwandskonten übertragen.

Typische Beispiele:

  • Wareneinsatz
  • Miete
  • Löhne/Gehälter
  • Abschreibungen
  • Sonstige betriebliche Aufwendungen

H3: Haben-Seite – Erträge

Auf der Haben-Seite stehen die Erträge. Hierhin werden die Salden der Ertragskonten übertragen.

Typische Beispiele:

  • Umsatzerlöse
  • Sonstige betriebliche Erträge
  • Zinserträge (je nach Kontenplan)

Merkhilfe

Im GuV-Konto gilt: Aufwand in Soll, Ertrag in Haben.

Erfolgskonten und das GuV-Konto

Erfolgskonten sind Konten, die nur die Vorgänge eines Geschäftsjahrs abbilden. Am Jahresende werden sie auf Null gestellt, indem du sie über das GuV-Konto abschließt.

Aufwandskonten

Aufwandskonten erfassen Werteverzehr im Jahr (z. B. Material, Personal, Miete). Sie werden am Jahresende über das GuV-Konto abgeschlossen.

Ertragskonten

Ertragskonten erfassen Wertzufluss im Jahr (z. B. Umsätze). Auch sie werden am Jahresende über das GuV-Konto abgeschlossen.

GuV-Konto abschließen – Schritt für Schritt

Du schließt das GuV-Konto ab, indem du zuerst alle Erfolgskonten in die GuV überträgst, dann den Saldo ermittelst und am Ende auf Eigenkapital buchst.

Schritt-für-Schritt-Checkliste

  • Alle Aufwandskonten abschließen (Saldo ins GuV-Konto übertragen).
  • Alle Ertragskonten abschließen (Saldo ins GuV-Konto übertragen).
  • Im GuV-Konto den Saldo bilden.
  • Saldo als Gewinn oder Verlust interpretieren.
  • Abschlussbuchung: Saldo auf das Eigenkapitalkonto übertragen.

Salden der Erfolgskonten übertragen

Die Salden der Erfolgskonten werden so gebucht, dass die Erfolgskonten danach 0 sind und der Betrag im GuV-Konto landet.

  • Aufwandskonten: Abschluss so, dass der Aufwand im GuV-Konto auf der Soll-Seite erscheint.
  • Ertragskonten: Abschluss so, dass der Ertrag im GuV-Konto auf der Haben-Seite erscheint.

Gewinn oder Verlust ermitteln

Gewinn oder Verlust erkennst du am Saldo:

  • Gewinn: Haben-Seite (Erträge) ist größer als Soll-Seite (Aufwendungen).
  • Verlust: Soll-Seite (Aufwendungen) ist größer als Haben-Seite (Erträge).

Abschlussbuchung auf das Eigenkapitalkonto

Am Ende wird der Saldo des GuV-Kontos auf das Eigenkapitalkonto gebucht:

  • Gewinn erhöht das Eigenkapital.
  • Verlust mindert das Eigenkapital.

Warum Eigenkapital?

Das Jahresergebnis gehört wirtschaftlich den Eigentümern. Deshalb wird es über das Eigenkapital im Abschluss „mitgenommen“.

GuV-Konto Beispiel mit Buchungssätzen

Hier ein vereinfachtes Beispiel (ohne SKR03/SKR04-Nummern), damit du die Logik erkennst.

Ausgangslage (Salden am Jahresende)

  • Aufwandskonto Miete: 12.000 €
  • Aufwandskonto Wareneinsatz: 60.000 €
  • Ertragskonto Umsatzerlöse: 100.000 €

Abschluss der Erfolgskonten auf das GuV-Konto

1) Aufwandskonten abschließen

  • GuV an Miete 12.000 €
  • GuV an Wareneinsatz 60.000 €

2) Ertragskonten abschließen

  • Umsatzerlöse 100.000 € an GuV

Ergebnis im GuV-Konto

  • Soll (Aufwendungen): 72.000 €
  • Haben (Erträge): 100.000 €
  • Gewinn: 28.000 €

Abschlussbuchung auf Eigenkapital

  • GuV 28.000 € an Eigenkapital 28.000 €

Typische Stolperfalle

Viele verwechseln die Richtung der Buchung bei Gewinn/Verlust. Wenn du dir unsicher bist: Ziel ist, dass das GuV-Konto nach Abschluss auch 0 ist und das Ergebnis im Eigenkapital ankommt.

Unterschied zwischen GuV-Konto und Bilanz

Der Unterschied ist: Das GuV-Konto zeigt die Entstehung des Ergebnisses (Erfolg), die Bilanz zeigt den Bestand (Vermögen/Schulden) zu einem Stichtag.

Kurz gesagt:

  • GuV-Konto: Erträge und Aufwendungen → Gewinn/Verlust im Jahr
  • Bilanz: Aktiva und Passiva → Vermögen/Schulden am Stichtag

FAQ zum GuV-Konto

Das hängt von Satzung und Bedarf ab. In der Praxis findet sie häufig mindestens einmal jährlich statt, weil der Jahresabschluss festgestellt und über die Gewinnverwendung entschieden werden muss.

Ja, Beschlüsse können unter bestimmten Voraussetzungen angefochten werden, zum Beispiel bei Formfehlern, fehlerhafter Einladung oder Verstößen gegen Gesetz oder Satzung. Entscheidend sind dabei Fristen und die konkrete Rechtslage im Einzelfall.

Wenn die Gesellschafterliste nicht aktuell ist, kann das zu erheblichen praktischen Problemen führen: Es kann unklar sein, wer Stimmrechte ausüben darf, und es kann zu Verzögerungen bei Registervorgängen, Finanzierungen oder Anteilsübertragungen kommen. Außerdem besteht das Risiko, dass gesetzliche Pflichten zur Einreichung nicht erfüllt wurden.

Disclaimer

Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keine*n zertifizierte*n Steuerberater*in. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Das könnte auch dich interessieren

Holding gründen: Bedeutung, Steuervorteile und wann sich eine Holding GmbH lohnt

Eine Holding ist eine Gesellschaft, die Beteiligungen an anderen Unternehmen hält und dadurch Vermögen, Gewinne oder die Unternehmensstruktur bündelt. Für viele Gründer:innen und Unternehmer:innen ist eine Holding GmbH vor allem interessant, weil Ausschüttungen und Unternehmensverkäufe steuerlich günstiger gestaltet werden können. Gleichzeitig bringt die Struktur zusätzliche Kosten, Pflichten und mehr organisatorischen Aufwand mit sich.


Jul 15, 2026 - von Erika Küspert

Hauptbuch in der Buchhaltung: Aufbau, Funktion und Beispiele

Das Hauptbuch ist das „Zentrum“ der doppelten Buchführung: Hier werden alle Geschäftsvorfälle am Ende nach Sachkonten geordnet zusammengeführt. So entsteht aus vielen Einzelbuchungen eine Struktur, aus der du Bilanz und GuV ableiten kannst.


Jul 15, 2026 - von Erika Küspert

HGB: Das Handelsgesetzbuch und seine Bedeutung für die Bilanzierung

Das Handelsgesetzbuch (HGB) ist die wichtigste gesetzliche Grundlage für die Buchführung, Bilanzierung und den Jahresabschluss vieler Unternehmen in Deutschland. Es regelt, wer Bücher führen muss, wie eine Bilanz aufgebaut ist und welche Grundsätze bei der Rechnungslegung gelten. Wenn du ein Unternehmen führst oder dich mit Buchhaltung beschäftigst, hilft dir das HGB dabei, Abschlüsse korrekt und nachvollziehbar zu erstellen.


Jul 15, 2026 - von Erika Küspert