Erika Küspert
Veröffentlicht am: 12.11.2025
Aktualisiert am: 12.11.2025
Lesezeit: 4 Minuten
Wertstellungsdatum: Bedeutung, Unterschied zum Buchungsdatum & rechtliche Regelungen
Das Wertstellungsdatum (auch Valutadatum genannt) ist im Bankwesen entscheidend dafür, ab wann ein Betrag tatsächlich verzinst oder verfügbar ist.
Es unterscheidet sich vom Buchungsdatum und beeinflusst, wann dein Geldkonto Zinsen erhält oder Zinsen zahlen muss.
Hier erfährst du, was das Wertstellungsdatum bedeutet, wie es funktioniert und welche Rechte du bei Fehlern hast.
Erika Küspert
Veröffentlicht am: 12.11.2025
Aktualisiert am: 12.11.2025
Lesezeit: 4 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Das Wertstellungsdatum bestimmt, ab wann eine Zahlung zinswirksam wird.
- Es unterscheidet sich vom Buchungsdatum, an dem die Transaktion technisch verbucht wird.
- Grundlage ist die EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) und § 675t BGB .
- Für Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen gelten klare Wertstellungsregeln.
- Bei fehlerhaften Wertstellungen kannst du eine Korrektur und Erstattung von Zinsverlusten verlangen.
Was bedeutet Wertstellungsdatum im Bankwesen?
Das Wertstellungsdatum ist der Tag, an dem eine Zahlung auf deinem Konto zinswirksam wird – also ab wann sie bei Geldeingängen Guthabenzinsen oder bei Ausgängen Sollzinsen beeinflusst.
Beispiel:
Deine Überweisung wird am 10. Mai gebucht, aber die Wertstellung erfolgt erst am 11. Mai.
→ Zinsen oder Verfügbarkeit gelten erst ab dem 11. Mai.
Das Wertstellungsdatum dient also der Zinsberechnung und der zeitgenauen Abgrenzung von Zahlungsströmen.
Worin unterscheidet sich das Wertstellungsdatum vom Buchungsdatum?
Das Buchungsdatum ist das Datum, an dem die Bank eine Zahlung technisch verarbeitet und im Kontoauszug anzeigt.
Das Wertstellungsdatum dagegen legt fest, ab welchem Tag die Zahlung für Zinsen oder Saldenberechnung relevant ist.
Begriff | Bedeutung | Auswirkung |
Buchungsdatum | Tag der Verbuchung auf dem Konto | erscheint im Online-Banking / Kontoauszug |
Wertstellungsdatum | Tag, ab dem der Betrag zinswirksam wird | relevant für Zinsen und Guthabenverfügbarkeit |
Kurz gesagt
Buchungsdatum = sichtbar, Wertstellungsdatum = zinsrelevant.
Welche Rolle spielt das Wertstellungsdatum für Zinsen und Kontoführung?
Das Wertstellungsdatum beeinflusst, wie lange dein Geld auf dem Konto Zinsen bringt oder kostet.
Bei Guthabenkonten wirkt es sich auf die Zinsgutschrift aus, bei Krediten auf die Zinsbelastung.
Beispiel:
Wenn deine Bank eine Zahlung zwei Tage später wertstellt, als sie gebucht wurde, verlierst du Zinsen oder zahlst unnötig mehr Sollzinsen.
Daher ist die Wertstellung insbesondere bei:
- Tagesgeld- und Festgeldkonten,
- Dispositionskrediten,
- und Geschäftskonten
von großer Bedeutung.
Welche gesetzlichen Regelungen gelten für Wertstellungen in der EU?
Rechtsgrundlage ist die Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) und deren Umsetzung im § 675t Bürgerliches Gesetzbuch (BGB).
Darin ist geregelt:
- Geldeingänge müssen am Tag des Zahlungseingangs wertgestellt werden.
- Geldeingänge auf dem Konto des Empfängers sind sofort verfügbar.
- Ausgehende Zahlungen dürfen nicht rückdatiert werden.
- Wertstellungsverzögerungen sind unzulässig – außer bei technischen Fehlern oder Feiertagen.
Ziel der PSD2:
Mehr Transparenz und Fairness bei Bankgeschäften – Banken dürfen durch spätere Wertstellung keine Zinsvorteile mehr erzielen.
Welche Rechte haben Bankkund*innen bei fehlerhaften oder verspäteten Wertstellungen?
Wenn eine Bank eine Zahlung zu spät wertstellt oder rückwirkend Zinsen berechnet, hast du klare Rechte:
- Anspruch auf Korrektur (§ § 675y BGB ):
Die Bank muss das Wertstellungsdatum richtigstellen. - Erstattung von Zinsverlusten ( § 675u BGB ):
Entstandene Zinsnachteile müssen ausgeglichen werden. - Reklamation:
Du kannst binnen 13 Monaten nach der Buchung schriftlich Beschwerde einreichen.
Tipp
Überprüfe regelmäßig deine Kontoauszüge und notiere Buchungs- und Wertstellungsdaten – vor allem bei hohen Beträgen oder Auslandstransaktionen.
Wie wirkt sich das Wertstellungsdatum auf Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen aus?
Überweisungen
- Geldeingänge müssen am gleichen Tag wertgestellt werden, an dem sie eingehen.
- Bei Online-Überweisungen gilt: spätestens am nächsten Bankarbeitstag nach Auftrag.
Lastschriften
- Bei SEPA-Lastschriften erfolgt die Wertstellung zum Fälligkeitsdatum.
- Rückbuchungen werden auf den Tag der ursprünglichen Belastung zurückdatiert.
Kartenzahlungen
- Das Wertstellungsdatum hängt vom Abrechnungszeitpunkt des Händlers ab.
Bei Kreditkarten erfolgt die Wertstellung meist am Abrechnungstag, nicht am Kaufdatum.
Wichtig
Bei Wochenenden oder Feiertagen kann die Wertstellung auf den nächsten Bankarbeitstag verschoben werden.
FAQ zum Thema Wertstellungsdatum
Nach § 675t Abs. 1 BGB muss ein Zahlungseingang am selben Tag wertgestellt und verfügbar sein, an dem er bei der Bank eingeht.
Das heißt: Du kannst das Geld sofort verwenden, auch wenn die Buchung erst später sichtbar ist.
Nur in Ausnahmefällen – etwa bei:
- Fehlbuchungen,
- Rücklastschriften,
- oder Korrekturen falscher Buchungen.
Eine nachträgliche Verschiebung zum Nachteil des Kunden ist nicht erlaubt (§ 675t Abs. 2 BGB).
Häufige Probleme sind:
- Verzögerte Wertstellung bei Geldeingängen,
- Verschiebung auf Wochenenden oder Feiertage,
- falsche Zinsberechnungen bei Dispo- oder Anlagekonten.
Was du tun kannst:
- Kontoauszüge regelmäßig prüfen.
- Bei Abweichungen schriftlich reklamieren.
- Bei Nichtreaktion → an die Schlichtungsstelle deiner Bank oder an die BaFin wenden.
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