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Mehrwertsteuer berechnen: Netto, Brutto und MwSt einfach herausrechnen

Netto ist der Preis ohne Mehrwertsteuer, Brutto der Preis inklusive Mehrwertsteuer. Um von einem Betrag zum anderen zu kommen, brauchst du nur zwei einfache Formeln. In diesem Ratgeber lernst du, wie du 19 % oder 7 % aufschlägst, die Mehrwertsteuer aus einem Bruttobetrag herausrechnest und den häufigsten Rechenfehler vermeidest.

Das Wichtigste in Kürze

Das Wichtigste in Kürze

  • Netto ist der Preis ohne Mehrwertsteuer, Brutto der Preis mit Mehrwertsteuer.
  • Von Netto zu Brutto rechnest du mit dem Faktor 1,19 (bei 19 %) oder 1,07 (bei 7 %).
  • Von Brutto zu Netto teilst du durch 1,19 beziehungsweise 1,07.
  • Der häufigste Fehler: 19 % einfach vom Bruttobetrag abzuziehen – das ergibt ein falsches Netto.
  • Im Bruttopreis stecken bei 19 % rund 15,97 % Mehrwertsteuer, nicht 19 %.
  • Nur umsatzsteuerpflichtige Unternehmen dürfen die Mehrwertsteuer auf Rechnungen ausweisen.

Was ist Netto, was ist Brutto?

Netto und Brutto beschreiben denselben Preis einmal ohne und einmal mit Mehrwertsteuer. Die Differenz zwischen beiden Beträgen ist genau die Mehrwertsteuer.


Der Unterschied ist wichtig, weil Preise je nach Zusammenhang unterschiedlich angegeben werden. Verbraucher sehen fast immer Bruttopreise, während im Geschäftsverkehr oft Nettopreise genannt werden.

Info

Im Zusammenhang mit Preisen meint Netto „ohne Mehrwertsteuer“. Bei Löhnen bedeutet Netto dagegen „nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben“ – das sind zwei verschiedene Dinge.

Netto – Preis ohne MwSt

Der Nettopreis ist der Preis einer Ware oder Leistung ohne Mehrwertsteuer. Er ist die Grundlage, auf die die Mehrwertsteuer erst aufgeschlagen wird.


Für Unternehmen ist der Nettobetrag besonders wichtig, weil sie damit kalkulieren. Die Mehrwertsteuer ist für sie ein durchlaufender Posten, den sie ans Finanzamt weiterreichen.

Bruttopreis – Preis mit MwSt

Der Bruttopreis ist der Endpreis inklusive Mehrwertsteuer. Er ist der Betrag, den du als Kundin oder Kunde tatsächlich bezahlst.


Im Handel mit Verbrauchern müssen Preise als Bruttopreise angegeben werden. Das schreibt die Preisangabenverordnung vor, damit du den Endpreis sofort erkennst.

Unterschied Brutto und Netto einfach erklärt

Der Unterschied zwischen Brutto und Netto ist genau der Betrag der Mehrwertsteuer. Netto ist der Ausgangswert, Brutto der Wert nach Aufschlag der Steuer.


Ein einfaches Beispiel: Kostet eine Ware netto 100 € und gilt der Satz von 19 %, kommen 19 € Mehrwertsteuer dazu. Der Bruttopreis beträgt dann 119 €.

MwSt berechnen – die Formeln

Um die Mehrwertsteuer zu berechnen, brauchst du nur den Nettobetrag oder den Bruttobetrag und den passenden Steuersatz. Mit zwei Grundformeln deckst du beide Richtungen ab.


Die wichtigsten Faktoren sind 1,19 für den Regelsteuersatz und 1,07 für den ermäßigten Steuersatz.

Von Netto zu Brutto (MwSt aufschlagen)

Von Netto zu Brutto kommst du, indem du den Nettobetrag mit dem Faktor des Steuersatzes multiplizierst. Bei 19 % multiplizierst du mit 1,19, bei 7 % mit 1,07.


  • Bruttobetrag = Nettobetrag × 1,19 (bei 19 %)
  • Mehrwertsteuer = Nettobetrag × 0,19 (bei 19 %)


Beispiel: 200 € netto × 1,19 = 238 € brutto. Die enthaltene Mehrwertsteuer beträgt 38 €.

MwSt rausrechnen – von Brutto zu Netto

Von Brutto zu Netto kommst du, indem du den Bruttobetrag durch den Faktor des Steuersatzes teilst. Bei 19 % teilst du durch 1,19, bei 7 % durch 1,07.


  • Nettobetrag = Bruttobetrag ÷ 1,19 (bei 19 %)
  • Mehrwertsteuer = Bruttobetrag − Nettobetrag


Beispiel: 238 € brutto ÷ 1,19 = 200 € netto. Die Mehrwertsteuer beträgt 238 € − 200 € = 38 €.

Der häufigste Rechenfehler bei 19 %

Der häufigste Fehler ist, einfach 19 % vom Bruttobetrag abzuziehen, um das Netto zu erhalten. Das ist falsch, weil sich die 19 % auf den Nettobetrag beziehen, nicht auf den Bruttobetrag.


Ein Beispiel zeigt den Unterschied: Bei 119 € brutto ergibt der falsche Weg 119 € × 0,81 = 96,39 €. Richtig sind aber 119 € ÷ 1,19 = 100 €.


Der Grund: Im Bruttopreis stecken bei 19 % nur rund 15,97 % Mehrwertsteuer. Das entspricht dem Anteil 19/119.

Tipp:

Merke dir die Faustformel zum Herausrechnen. Bei 19 % ist die Mehrwertsteuer 19/119 des Bruttobetrags, bei 7 % sind es 7/107 des Bruttobetrags.

Mehrwertsteuer berechnen – Beispiele mit 19 % und 7 %

Mit den beiden Formeln kannst du jeden Betrag in beide Richtungen umrechnen. Die folgende Tabelle zeigt Beispiele für den Regelsteuersatz und den ermäßigten Steuersatz.


Nettobetrag

Steuersatz

Mehrwertsteuer

Bruttobetrag

100 €

19 %

19,00 €

119,00 €

500 €

19 %

95,00 €

595,00 €

100 €

7 %

7,00 €

107,00 €

50 €

7 %

3,50 €

53,50 €


Umgekehrt funktioniert es genauso. Ein Bruttobetrag von 250 € enthält bei 19 % eine Mehrwertsteuer von 39,92 € (250 € ÷ 1,19 = 210,08 € netto).


Bei 7 % enthält ein Bruttobetrag von 107 € genau 7 € Mehrwertsteuer und 100 € netto. So prüfst du schnell, ob ein ausgewiesener Steuerbetrag stimmt.

Mehrwertsteuer ausweisbar – was bedeutet das?

„Ausweisbar“ bedeutet, dass die Mehrwertsteuer auf einer Rechnung offen und getrennt angegeben werden darf. Nur dann kann ein Unternehmen diese Steuer später als Vorsteuer geltend machen.


Ob die Mehrwertsteuer ausgewiesen werden darf, hängt vom Status des Verkäufers ab. Nicht jeder darf Mehrwertsteuer ausweisen.

Wann darf MwSt ausgewiesen werden?

Mehrwertsteuer darf nur von umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen ausgewiesen werden, die der Regelbesteuerung unterliegen. Sie geben den Nettobetrag, den Steuersatz und den Steuerbetrag getrennt auf der Rechnung an.


Kleinunternehmer nach § 19 UStG dürfen dagegen keine Mehrwertsteuer ausweisen. Weisen sie die Steuer trotzdem aus, schulden sie diesen Betrag dem Finanzamt, obwohl sie eigentlich befreit sind.

Bedeutung von „zzgl. MwSt"

„Zzgl. MwSt“ heißt „zuzüglich Mehrwertsteuer“ und bedeutet, dass der genannte Preis ein Nettopreis ist. Die Mehrwertsteuer kommt also noch obendrauf.


Diese Angabe ist vor allem im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen üblich. Gegenüber Verbrauchern ist sie unzulässig, weil dort immer der Bruttopreis genannt werden muss.

Mehrwertsteuer herausrechnen in der Praxis

In der Praxis rechnest du die Mehrwertsteuer vor allem dann heraus, wenn du Rechnungen prüfst oder die Vorsteuer ermittelst. Beides basiert auf denselben Formeln, hat aber unterschiedliche Ziele.


Wichtig ist, dass du immer den richtigen Steuersatz verwendest und sauber zwischen Netto und Brutto trennst.

Rechnungen prüfen

Beim Prüfen einer Rechnung rechnest du nach, ob Netto, Steuersatz und ausgewiesener Steuerbetrag zusammenpassen. So erkennst du schnell, ob sich ein Fehler eingeschlichen hat.


  • Prüfe, ob der angegebene Steuersatz zur Ware oder Leistung passt.
  • Rechne den Nettobetrag mit dem Faktor auf den Bruttobetrag hoch.
  • Vergleiche den errechneten mit dem ausgewiesenen Steuerbetrag.


Bei Kleinbetragsrechnungen bis 250 € genügt die Angabe des Bruttobetrags und des Steuersatzes. Den Steuerbetrag rechnest du dann selbst mit der Formel für das Herausrechnen aus.

Vorsteuerabzug für Unternehmer

Für Unternehmer ist das Herausrechnen die Grundlage des Vorsteuerabzugs. Die auf Eingangsrechnungen ausgewiesene Mehrwertsteuer können sie als Vorsteuer vom Finanzamt zurückholen.


Voraussetzung ist eine ordnungsgemäße Rechnung mit korrekt ausgewiesener Mehrwertsteuer. Kleinunternehmer können keine Vorsteuer abziehen, weil sie selbst keine Mehrwertsteuer ausweisen.

FAQ zur Berechnung der Mehrwertsteuer

Netto ist immer ohne Mehrwertsteuer. Der Nettobetrag ist der reine Preis, auf den die Mehrwertsteuer erst aufgeschlagen wird, um den Bruttobetrag zu ergeben. Achtung: Bei Löhnen bedeutet Netto etwas anderes, nämlich den Betrag nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben.

Du teilst den Bruttobetrag durch 1,19 (bei 19 %) oder durch 1,07 (bei 7 %) und erhältst so das Netto. Die Mehrwertsteuer ist dann die Differenz zwischen Brutto und Netto. Bei 119 € brutto sind das 119 € ÷ 1,19 = 100 € netto und damit 19 € Mehrwertsteuer.

Der Nettopreis ist der Preis ohne Mehrwertsteuer, der Bruttopreis der Preis mit Mehrwertsteuer. Die Differenz zwischen beiden ist genau der Steuerbetrag. Verbraucher sehen immer den Bruttopreis, während im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen oft der Nettopreis mit dem Zusatz „zzgl. MwSt“ genannt wird.

Disclaimer

Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keine*n zertifizierte*n Steuerberater*in. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

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