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Steuererklärung: Diese Fristen zur Abgabe gelten

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3. März 2020

Bislang galt der 31. Mai als Abgabetermin für die Steuererklärung. Das ist seit 2019 anders. Wir erklären, wer wann seine Steuererklärung einreichen muss.

Neue Fristen für die Steuererklärung: Ab wann gelten sie?

Bundestag und Bundesrat haben im Jahr 2016 dem Gesetzentwurf zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens zugestimmt. Damit gelten – neben weiteren Änderungen – auch folgende neuen Abgabefristen:

  • Steuererklärungen müssen von Steuerpflichtigen, die sich nicht steuerlich beraten lassen, künftig nicht mehr bis Ende Mai, sondern erst bis Ende Juli abgegeben werden.
  • Steuerpflichtige, die von Steuerberatern beraten werden, erhalten zwei Monate mehr Zeit und müssen die Erklärung erst bis 28. Februar des übernächsten Jahres abgeben.

Die neuen Regelungen zur Steuererklärungsfrist gelten erstmals für Besteuerungszeiträume, die nach dem 31.12.2017 beginnen.
Sie gilt somit ab der Steuererklärung für 2018.

Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung

Ab dem Jahr 2019 (Steuerjahr 2018) gilt erstmals der neue Termin: Personen, die verpflichtet sind, eine Steuererklärung einzureichen, müssen ihre Unterlagen bis zum 31. Juli des Folgejahres ans Finanzamt übermitteln.

Dies ergibt folgende Abgabetermine:

Steuererklärung für das Jahr...
Abgabefrist:
2016
abgelaufen
2017
abgelaufen
2018
abgelaufen
2019
31. Juli 2020
2020
31. Juli 2021

Die Pflicht-Steuererklärungen können auch nach der Frist eingereicht werden. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass du Verspätungszuschläge und Mahngebühren an das Finanzamt zahlen musst. Mehr dazu erfährst du hier.

Musst du eine Steuererklärung einreichen? Die Checkliste gibt dir die Antwort:

  • Deine Steuerklasse ist III, IV mit Faktor, V oder VI
  • Du bist selbständig oder freiberuflich tätig
  • Du oder dein Ehepartner habt einen Freibetrag eintragen lassen
  • Deine steuerpflichtigen Nebeneinkünfte sind höher als 410 Euro, dazu zählen auch Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Kurzarbeitergeld
  • Du warst bei mehr als einem Arbeitgeber gleichzeitig beschäftigt
  • Du hattest Kapitalerträge auf die keine Abgeltungssteuer abgeführt wurde
  • Du hast einen Verlustvortrag aus den Vorjahren

Außerdem musst du eine Steuererklärung einreichen, wenn dein Finanzamt dich dazu auffordert. Das kann es auch dann, wenn keiner der oben genannten Gründe auf dich zutrifft.

Längere Abgabefrist mit Steuerberater

Wer seine Steuererklärung mit einem Steuerberater anfertigt, bekommt mehr Zeit. Bis zum Inkrafttreten der neuen Regelung muss die Steuererklärung weiterhin bis zum Jahresende des Folgejahres beim Finanzamt sein. Die Änderung sieht dann den letzten Tag im Februar des Folgejahres als neues Fristende vor. (Wenn dieser Termin auf ein Wochenende fällt, dann gilt der darauf folgende Werktag als Fristende.)

Das ergibt folgende Steuerberater-Abgabetermine:

Steuererklärung für das Steuerjahr...
letzter Abgabetermin:
2015
abgelaufen
2016
abgelaufen
2017
abgelaufen
2018
2. März 2020
2019
1. März 2021
2020
28. Februar 2022

Freiwillige Steuererklärung

Die oben genannten Fristen gelten natürlich nur für Leute, die eine Steuererklärung abgeben müssen.
Alle anderen können sie freiwillig einreichen. Mit der freiwilligen, rückwirkenden Abgabe kann man sich vier Jahre Zeit lassen.

Achtung, Mythos!
Die Abgabe wird nicht zur Pflicht, wenn man seine Steuererklärung einmal freiwillig eingereicht hat.

Für die freiwillige Steuererklärung gelten folgende Fristen:

Steuererklärung für das Jahr...
Abgabefrist:
2015
abgelaufen
2016
31. Dezember 2020
2017
31. Dezember 2021
2018
31. Dezember 2022
2019
31. Dezember 2023
2020
31. Dezember 2024

Taxfix-Tipp
Häufig lohnt sich die freiwillige Abgabe. Das trifft zum Beispiel dann zu, wenn deine Werbungskosten den Betrag von 1.000 Euro übersteigen. Diese 1.000-Euro-Marke sprengst du bereits bei einem täglichen Arbeitsweg von 15 km – in einer Richtung. Dabei sind die weiteren Werbungskosten noch gar nicht eingerechnet.

Abgabetermin verpasst? Keine Panik!

Wer den Abgabetermin verpasst hat, sollte zuerst einmal Ruhe bewahren. In der Regel drückt das Finanzamt ein Auge zu, wenn die Steuererklärung ein paar Tage später eintrifft.

Wenn du im Vorfeld schon weißt, dass du die Frist nicht einhalten kannst, weil dir zum Beispiel wichtige Unterlagen fehlen, kannst du eine Fristverlängerung beim Finanzamt beantragen. Darauf besteht jedoch kein Anspruch. Du erhöhst deine Chancen jedoch mit einer plausiblen Begründung.

Wenn das Finanzamt weder die Steuererklärung noch einen Antrag auf Fristverlängerung vorliegen hat, fordert es häufig zur Abgabe auf. Die in diesem Schreiben genannte Frist sollte man nicht verstreichen lassen, sonst droht ein Verspätungszuschlag.

Strafe bei neuer Regelung
Mit den neuen Abgabefristen gelten auch neue Regeln für den Verspätungszuschlag. 25 Euro pro angefangenem verspäteten Monat sind dann der Mindestbetrag. Pünktlich sein zahlt sich also aus.

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