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Gewerbesteuersatz: Berechnung, Hebesatz & Unterschiede nach Gemeinden

Der Gewerbesteuersatz bestimmt, wie viel Gewerbesteuer dein Unternehmen zahlen muss – abhängig vom Standort.
Er setzt sich aus einer bundeseinheitlichen Messzahl und einem kommunalen Hebesatz zusammen.
Hier erfährst du, wie der Gewerbesteuersatz berechnet wird, welche Unterschiede es gibt und warum die Standortwahl entscheidend ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Gewerbesteuersatz ergibt sich aus Messzahl × Hebesatz.

  • Die Messzahl beträgt 3,5 % (bundesweit einheitlich).

  • Der Hebesatz wird von jeder Gemeinde selbst festgelegt – meist zwischen 200 % und 900 %.

  • Durchschnittlicher Gewerbesteuersatz in Deutschland: ca. 400 %.

  • Unternehmen in Großstädten zahlen meist deutlich mehr als in kleineren Gemeinden.

Was versteht man unter dem Gewerbesteuersatz – und wie wird er berechnet?

Der Gewerbesteuersatz ist der Faktor, mit dem die Gewerbesteuerlast eines Unternehmens berechnet wird.
Er ergibt sich aus der Multiplikation der Gewerbesteuermesszahl (nach § 11 Abs. 2 GewStG) mit dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde.

Formel:

Gewerbesteuer = Gewerbeertrag × 3,5 % (Messzahl) × Hebesatz

Beispiel

Ein Gewerbeertrag von 100.000 € in einer Stadt mit Hebesatz 400 % ergibt:

100.000 × 3,5 % × 400 = 14.000 € Gewerbesteuer


2. Welche Rolle spielt der Hebesatz bei der Festsetzung der Gewerbesteuer?

Der Hebesatz ist der wichtigste Faktor bei der Berechnung – er wird von jeder Gemeinde individuell festgelegt.
Damit bestimmen Kommunen selbst, wie hoch die Gewerbesteuer in ihrem Gebiet ausfällt.

  • Städte mit vielen Unternehmen setzen meist höhere Hebesätze,

  • ländliche Gemeinden nutzen niedrige Hebesätze, um Betriebe anzulocken.

Gesetzliche Grundlage: § 16 Gewerbesteuergesetz (GewStG).

Der Hebesatz darf nicht unter 200 % liegen – nach oben gibt es keine gesetzliche Grenze.


Wie hoch ist der durchschnittliche Gewerbesteuersatz in Deutschland?

Der durchschnittliche Hebesatz in Deutschland liegt laut Statistischem Bundesamt (Stand 2025) bei etwa 400 %.
Das bedeutet:
Im Schnitt zahlen Unternehmen 14 % Gewerbesteuer auf ihren Gewinn (3,5 % × 400 %).

Richtwerte:

  • Kleine Gemeinden: 200–300 %

  • Mittlere Städte: 350–450 %

  • Großstädte: 450–900 %

Beispiel

Ein Unternehmen mit 100.000 € Gewinn zahlt:

  • bei 200 % Hebesatz → 7.000 €

  • bei 400 % Hebesatz → 14.000 €

  • bei 900 % Hebesatz → 31.500 €

Welche Spanne existiert bei den Hebesätzen je nach Gemeinde?

Die Spanne ist erheblich:
Während manche Gemeinden nur 200 % Hebesatz verlangen, erheben Großstädte teilweise über 900 %.

Gemeinde / Stadt (2025)

Hebesatz (%)

Norderfriedrichskoog (SH)

200 %

München

490 %

Hamburg

470 %

Berlin

410 %

Köln

475 %

Frankfurt am Main

460 %

Dortmund

480 %

Düsseldorf

440 %

Leipzig

450 %

Stuttgart

420 %

Tipp

Gerade bei der Standortwahl oder Unternehmensgründung lohnt sich ein Blick auf die lokalen Hebesätze – sie können deine Steuerlast stark beeinflussen.

Wie beeinflusst die Standortwahl den tatsächlichen Gewerbesteuersatz?

Die Wahl deines Unternehmensstandorts kann mehrere Prozentpunkte Unterschied in deiner effektiven Steuerlast ausmachen.
Zwei gleich erfolgreiche Unternehmen zahlen je nach Gemeinde sehr unterschiedliche Summen an Gewerbesteuer.

Beispiel:

  • Standort A (Hebesatz 300 %) → 10.500 € Steuer

  • Standort B (Hebesatz 450 %) → 15.750 € Steuer
    → Unterschied: 5.250 € pro Jahr

Wichtig

Nur der tatsächliche Betriebsstättenstandort zählt – also wo die Geschäftstätigkeit ausgeübt wird, nicht der Wohnsitz der Unternehmer*in.

Welche gesetzlichen Mindest- und Höchstgrenzen gelten für den Gewerbesteuersatz?

  • Mindesthebesatz: 200 % ( § 16 Abs. 4 GewStG )

  • Höchstgrenze: keine – Gemeinden dürfen den Hebesatz frei bestimmen.

  • Messzahl: fix 3,5 % (bundesweit einheitlich seit 2008).

Die tatsächliche Steuerbelastung ergibt sich also ausschließlich aus dem kommunalen Hebesatz.

Beispielhafte Spannweite 2025:

  • Niedrigster Hebesatz: 200 % (z. B. in ländlichen Gemeinden Schleswig-Holsteins)

  • Höchster Hebesatz: 900 % (z. B. in München-Südost, einige Stadtbezirke NRWs)

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FAQ: Häufige Fragen zum Gewerbesteuersatz

Ja – und zwar deutlich.
Während manche Gemeinden in Deutschland nur 200 % verlangen, erheben andere bis zu 900 %.
Der Unterschied kann deine jährliche Steuerlast um mehrere Tausend Euro verändern.

Die Gewerbesteuer berechnet sich nach:

Gewerbesteuer = Gewerbeertrag × 3,5 % × Hebesatz 

Die Messzahl (3,5 %) ist bundesweit gleich, der Hebesatz variiert nach Gemeinde.
Er ist damit der entscheidende Faktor für die tatsächliche Höhe deiner Gewerbesteuer.

Günstige Gemeinden (2025):

  • Monheim am Rhein (Nordrhein-Westfalen): 260 %

  • Lutter (Thüringen): 250 %

  • Schönefeld (Brandenburg): 357 %

Teure Großstädte (2025):

  • München: 490 %

  • Köln: 475 %

  • Dortmund: 485 %

  • Berlin: 410 %

  • Hamburg: 470 %

Tipp:
Für junge Unternehmen oder Start-ups kann sich die Ansiedlung in einer Region mit niedrigem Hebesatz deutlich lohnen. Schon Unterschiede von 100 % im Hebesatz können die effektive Gewerbesteuerlast spürbar senken.

Disclaimer

Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keine*n zertifizierte*n Steuerberater*in. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

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