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Pflege von Angehörigen: Kann ich Pflegekosten absetzen?

19. August 2019

Die Pflege von Angehörigen stellt oft eine hohe Belastung dar. Damit du dabei finanziell entlastet wirst, kannst du Pflegekosten von der Steuer absetzen. Was dazu gehört und wie das geht, erklären wir dir hier.

Wann kann ich Pflegekosten absetzen?

Wenn du Angehörige pflegst, darfst du die dir entstandenen Kosten mit deiner Steuererklärung absetzen. Es muss sich dabei jedoch um Verwandte oder zumindest sehr enge Freunde handeln, damit das klappt.

Damit du die Pflegekosten absetzen kannst, muss der Angehörige entweder

  • in deiner Wohnung gepflegt werden,
  • in seiner Wohnung gepflegt werden,
  • oder in einer Pflegeeinrichtung (Heim) untergebracht sein.

Außerdem musst du die Pflegebedürftigkeit nachweisen. Deine zu pflegenden Angehörigen müssen mindestens Pflegestufe IV haben oder sie sind „hilflos“, d.h. dass sie jeden Tag dauernd fremde Hilfe benötigen, damit du die Pflegekosten absetzen kannst. Für den Nachweis nimmst du die Bescheinigung der Pflegekasse oder den Behindertenausweis mit den Merkzeichen H für hilflos oder Bl für blind.

Welche Pflegekosten kann ich absetzen?

Bei der Pflege von Angehörigen fallen beispielsweise die folgenden Kosten an, die du absetzen kannst:

  • Pflege durch dich bzw. Pflegepersonal
  • Fahrtkosten, die im Zusammenhang mit der Pflege stehen
  • Unterbringung (in der eigenen Wohnung oder im Heim)
  • Pflegevorrichtungen (z.B. spezielle Betten, Prothesen)
  • Medikamente
  • Lebensmittel
  • Kleidung

Achtung:
Hat die Pflegekasse Kosten übernommen, kannst du diese nicht mehr geltend machen. Wurden diese allerding nur anteilig erstattet, darfst du die übrigen Pflegekosten steuerlich absetzen.

Wie kann ich Pflegekosten absetzen?

Pflegekosten sind steuerlich gesehen außergewöhnliche Belastungen. Das sind private Ausgaben, die steuerlich erst dann absetzbar sind, wenn sie zwangsläufig höher sind, als bei anderen Steuerzahlern mit gleichem Einkommen und Familienstand.

Die zumutbare Belastung
Damit deine Pflegekosten als außergewöhnliche Belastungen anerkannt werden, müssen sie eine bestimmte Grenze überschreiten: Die zumutbare Eigenbelastung. Die Pflegekosten bis zur Höhe dieser Grenze müssen von dir allein getragen werden. Erst die Kosten darüber werden in deiner Steuererklärung berücksichtigt.

Pflegekosten nachweisen
Du darfst deine Pflegekosten absetzen, wenn du sie nachweisen kannst. Dafür brauchst du Rechnungen und Belege für die Einstufung der Pflegebedürftigkeit deines Angehörigen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Bescheid der Pflegekasse
  • Schwerbehindertenausweis
  • Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes
  • Quittungen über Medikamente, Lebensmittel, Pflegevorrichtungen
  • Rechnungen des Pflegepersonals
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Der Pflegepauschbetrag

Hast du einen Angehörigen bei dir oder in dessen Wohnung persönlich gepflegt, kannst du den Pflege-Pauschbetrag in Höhe von 924 Euro nutzen. Dafür muss die pflegebedürftige Person allerdings Pflegestufe 3 haben oder hilflos sein (Merkzeichen H auf dem Behindertenausweis). Außerdem darfst du für die Pflege keine Bezahlung annehmen.

Wenn noch andere Personen an der Pflege beteiligt sind, musst du mindestens zehn Prozent der Pflege übernehmen. Der Pflegepauschbetrag wird dann allerdings auf die Pflegenden aufgeteilt.

Tipp:
Um den Pflege-Pauschbetrag zu nutzen, musst du deine zumutbare Belastung nicht überschreiten. Nur Kosten, die den Betrag übersteigen, kannst du als „Andere außergewöhnliche Belastungen“ absetzen. Dann muss die zumutbare Belastungsgrenze allerdings wieder überschritten und die Pflegekosten nachgewiesen werden.

Pflegedienste – Haushaltsnahe Dienstleistungen

Du kannst auch sogenannte haushaltsnahe Pflegeleistungen von der Steuer absetzen, wenn du zum Beispiel einen ambulanten Pflegedienst für die Pflege deines Angehörigen engagiert hast. Wie immer dürfen nur die Kosten abgesetzt werden, die nicht von der Pflegekasse übernommen wurden. Außerdem zieht das Finanzamt nur 20 Prozent der tatsächlichen Ausgaben von deiner Steuer ab – und das bis zu einem Maximalbetrag von 4.000 Euro.

Beispiel:
Du bist verheiratet und hast zwei Kinder. Deine Mutter hat die Pflegestufe 2 und wird von dir mit Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes in deiner Wohnung gepflegt.

Die Kosten für den Pflegedienst betragen monatlich 1.200 Euro. Von der Pflegekasse bekommst du jeden Monat 689 Euro erstattet. Im Jahr hast du also einen Eigenanteil von 6.132 Euro zu tragen.

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Heimunterbringung

Wenn du für die Heimunterbringung deines Angehörigen Kosten hast, kannst du diese auch absetzen. Allerdings müssen diese gleichfalls um die zumutbare Belastung und Pflegeleistungen der Pflegekasse gekürzt werden. Weiterhin kann eine sogenannte Haushaltsersparnis die abziehbaren Pflegekosten kürzen. Sie tritt allerdings nur bei einer Haushaltsauflösung des Pflegebedürftigen auf.

Achtung:
Eine altersbedingte Heimunterbringung kannst du leider nicht von der Steuer absetzen. Sollte allerding eine Pflegebedürftigkeit erst nach dem Umzug in ein Altersheim o.ä. eintreten, sind die daraus entstehenden Pflegekosten wieder absetzbar.

In deiner Steuererklärung trägst du die Pflegekosten auf dem Mantelbogen auf Seite 3 ein:

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Wie du deine Pflegekosten im Einzelnen absetzt, kannst du in unserer Anleitung nachlesen: Außergewöhnliche Belastungen: Pflegekosten absetzen

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