Erika Küspert
Veröffentlicht am: 13.07.2026
Aktualisiert am: 13.07.2026
Lesezeit: 4 Minuten
EBITDA und EBIT — Bedeutung, Formel und Berechnung einfach erklärt
EBIT und EBITDA sind Kennzahlen, mit denen du die operative Ertragskraft eines Unternehmens besser einordnen kannst als nur mit dem Jahresüberschuss. EBIT zeigt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, EBITDA zusätzlich vor Abschreibungen. Dadurch lassen sich Unternehmen oft leichter vergleichen, auch wenn sie unterschiedlich finanziert sind oder stark in Anlagen investieren.
Erika Küspert
Veröffentlicht am: 13.07.2026
Aktualisiert am: 13.07.2026
Lesezeit: 4 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
- EBIT bedeutet Ergebnis vor Zinsen und Steuern.
- EBITDA bedeutet Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.
- EBITDA eignet sich oft gut, um die operative Leistung verschiedener Unternehmen zu vergleichen.
- Die EBITDA-Marge zeigt, wie profitabel das operative Geschäft im Verhältnis zum Umsatz ist.
Was ist EBIT? — Bedeutung auf Deutsch
EBIT ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Die Kennzahl zeigt, wie profitabel das operative Geschäft eines Unternehmens ist, ohne den Einfluss von Finanzierung und Ertragsteuern.
Auf Deutsch wird EBIT oft als operatives Ergebnis bezeichnet. Für Analysen ist die Kennzahl hilfreich, weil du besser sehen kannst, was das eigentliche Geschäft verdient.
Wofür steht EBIT?
- Earnings
- Before
- Interest and
- Taxes
Was ist EBITDA? — Abkürzung und Definition
EBITDA ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Im Vergleich zum EBIT rechnet EBITDA zusätzlich Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte wieder heraus.
Dadurch zeigt EBITDA noch stärker den laufenden operativen Geschäftserfolg, unabhängig davon, wie hoch die bilanziellen Abschreibungen ausfallen.
Wofür steht EBITDA?
- Earnings
- Before
- Interest
- Taxes
- Depreciation and
- Amortization
EBITDA berechnen — Formel und Beispiel
EBITDA berechnest du, indem du zum EBIT die Abschreibungen wieder hinzurechnest. Alternativ kannst du vom Jahresüberschuss ausgehen und Zinsen, Steuern sowie Abschreibungen zurückrechnen.
Die einfache Grundformel lautet:
EBITDA = EBIT + Abschreibungen
Vom Jahresüberschuss zum EBIT
Vom Jahresüberschuss kommst du zum EBIT, indem du Zinsaufwand und Steuern wieder hinzurechnest. So blendest du Finanzierung und Steuerlast aus und erhältst das operative Ergebnis.
Vereinfachte Herleitung:
- Jahresüberschuss: 120.000 €
- Zinsaufwand: 30.000 €
- Steuern: 50.000 €
- = EBIT: 200.000 €
Vom EBIT zum EBITDA
Vom EBIT kommst du zum EBITDA, indem du planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen wieder hinzurechnest. So siehst du das Ergebnis vor den bilanziellen Wertminderungen.
Beispiel:
- EBIT: 200.000 €
- Abschreibungen: 40.000 €
- = EBITDA: 240.000 €
Formel zum Merken
Wenn du schnell prüfen willst, ob ein Unternehmen operativ stark ist, schau dir zuerst EBITDA, dann EBIT und erst danach den Jahresüberschuss an.
Unterschied zwischen EBIT und EBITDA
Der Unterschied zwischen EBIT und EBITDA ist, dass EBITDA die Abschreibungen zusätzlich ausklammert, während EBIT sie bereits berücksichtigt. EBITDA liegt deshalb häufig über dem EBIT.
Das bedeutet in der Praxis:
- EBIT ist näher an der tatsächlichen Erfolgsrechnung.
- EBITDA ist stärker auf die operative Leistungsfähigkeit fokussiert.
- Unternehmen mit hohen Investitionen oder hohen Abschreibungen wirken im EBITDA oft profitabler als im EBIT.
Mini-Vergleichstabelle
Kennzahl | Berücksichtigt Zinsen? | Berücksichtigt Steuern? | Berücksichtigt Abschreibungen? |
EBIT | nein | nein | ja |
EBITDA | nein | nein | nein |
EBITDA-Marge — operative Rentabilität messen
Die EBITDA-Marge zeigt, wie viel EBITDA pro Euro Umsatz übrig bleibt. Damit misst du die operative Rentabilität eines Unternehmens unabhängig von Zinsen, Steuern und Abschreibungen.
Die Formel lautet:
EBITDA-Marge = EBITDA / Umsatz × 100
Beispiel:
- Umsatz: 1.000.000 €
- EBITDA: 240.000 €
- EBITDA-Marge: 24 %
Je höher die EBITDA-Marge, desto stärker ist meist das operative Geschäft. Du solltest Unternehmen aber nur sinnvoll vergleichen, wenn sie in einer ähnlichen Branche tätig sind.
Wann EBIT und wann EBITDA verwenden?
EBIT verwendest du, wenn du das operative Ergebnis realistischer und näher an der Erfolgsrechnung bewerten willst. EBITDA verwendest du, wenn du Unternehmen branchenintern vergleichen oder den operativen Cashflow grob annähern möchtest.
Faustregel:
- EBIT für solidere Ergebnisanalyse
- EBITDA für Vergleichbarkeit und operative Performance
- Jahresüberschuss für das Endergebnis nach allen Einflüssen
FAQ zu EBITDA und EBIT
EBITDA gilt oft als ein besserer Vergleichsmaßstab, weil es Zinsen, Steuern und Abschreibungen ausblendet. Dadurch lassen sich operative Unterschiede zwischen Unternehmen klarer vergleichen, auch wenn sie unterschiedlich finanziert sind oder verschiedene Abschreibungsstrukturen haben.
Ja, ein Unternehmen kann ein positives EBITDA und trotzdem einen negativen Jahresüberschuss haben. Das passiert zum Beispiel dann, wenn hohe Abschreibungen, hohe Zinskosten oder eine starke Steuerbelastung das Ergebnis nach unten drücken.
Die EBITDA-Marge zeigt, wie profitabel das operative Geschäft im Verhältnis zum Umsatz ist. Eine hohe Marge spricht meist dafür, dass das Unternehmen aus seinem Umsatz einen vergleichsweise hohen operativen Ergebnisbeitrag erzielt.
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