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Umsatzerlöse: Definition nach § 277 HGB, Berechnung und Position in der GuV

Umsatzerlöse sind die Erlöse, die ein Unternehmen mit dem Verkauf seiner Produkte und Dienstleistungen erzielt. Sie stehen an erster Stelle der Gewinn- und Verlustrechnung und sind die wichtigste Ertragsquelle. In diesem Ratgeber erfährst du, wie Umsatzerlöse definiert sind, wie du sie berechnest und worin sie sich von Erträgen und Gewinn unterscheiden.

Das Wichtigste in Kürze

Das Wichtigste in Kürze

  • Umsatzerlöse sind die Erlöse aus dem Verkauf von Produkten und Dienstleistungen.
  • Sie sind in § 277 HGB definiert und stehen an erster Stelle der GuV.
  • Umsatzerlöse werden netto ausgewiesen, also nach Abzug von Erlösschmälerungen und Umsatzsteuer.
  • Erlöse sind Erträge aus dem Kerngeschäft, Ertrag ist der weitere Oberbegriff.
  • Der Gewinn ergibt sich erst nach Abzug aller Aufwendungen von den Erträgen.
  • In der GuV gibt es zwei Verfahren: das Gesamtkostenverfahren und das Umsatzkostenverfahren.

Was sind Umsatzerlöse?

Umsatzerlöse sind die Erlöse, die ein Unternehmen mit dem Verkauf und der Vermietung seiner Produkte sowie mit Dienstleistungen erzielt. Sie stammen aus dem eigentlichen Geschäftszweck.


Ausgewiesen werden die Umsatzerlöse netto, also nach Abzug von Erlösschmälerungen und Umsatzsteuer. Sie zeigen damit den tatsächlichen Erlös aus der betrieblichen Tätigkeit.


Für die meisten Unternehmen sind die Umsatzerlöse die mit Abstand wichtigste Ertragsquelle. Sie bilden den Ausgangspunkt der Gewinnermittlung.

Info

Umsatzerlöse werden immer ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Die Umsatzsteuer ist ein durchlaufender Posten, den das Unternehmen für das Finanzamt einzieht, und gehört deshalb nicht zum Erlös.

Definition nach § 277 HGB

Nach § 277 HGB umfassen die Umsatzerlöse die Erlöse aus dem Verkauf und der Vermietung oder Verpachtung von Produkten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen. Abgezogen werden Erlösschmälerungen und die Umsatzsteuer.


Seit einer Gesetzesänderung ist die Definition weit gefasst. Sie erfasst alle typischen Umsätze eines Unternehmens, nicht nur die aus einer eng verstandenen gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Umsatzerlöse als erste Position in der GuV

In der Gewinn- und Verlustrechnung stehen die Umsatzerlöse an erster Stelle. Sie sind die oberste Zeile und der Ausgangspunkt für die Ermittlung des Ergebnisses.


Von den Umsatzerlöse ausgehend werden die verschiedenen Aufwendungen abgezogen. Am Ende steht der Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag.

Erlöse, Erträge und Gewinn – die Unterschiede

Erlös, Ertrag und Gewinn werden oft verwechselt, meinen aber Unterschiedliches. Sie bauen aufeinander auf.


Die folgenden Abschnitte erklären die Abgrenzung.

Erlös vs. Ertrag

Der Ertrag ist der Oberbegriff für jede Wertmehrung in einer Periode. Der Erlös ist ein Ertrag, der aus der betrieblichen Leistungserstellung stammt, also aus dem Verkauf von Produkten und Dienstleistungen.


Umsatzerlöse sind damit eine Teilmenge der Erträge. Jeder Erlös ist ein Ertrag, aber nicht jeder Ertrag ist ein Umsatzerlös.

Ertrag vs. Gewinn

Der Ertrag ist noch nicht der Gewinn. Der Gewinn ergibt sich erst, wenn du von den Erträgen alle Aufwendungen abziehst.


Ein Unternehmen kann also hohe Erträge und trotzdem einen geringen Gewinn haben. Entscheidend ist das Verhältnis von Erträgen und Aufwendungen.

Umsatzerlöse vs. sonstige betriebliche Erträge

Umsatzerlöse stammen aus dem Kerngeschäft, sonstige betriebliche Erträge aus anderen Quellen. Zu den sonstigen betrieblichen Erträgen zählen zum Beispiel Erträge aus dem Verkauf von Anlagevermögen oder die Auflösung von Rückstellungen.


Diese Erträge gehören nicht zum eigentlichen Umsatz. Deshalb werden sie in der GuV getrennt von den Umsatzerlösen ausgewiesen.

Umsatzerlöse berechnen

Die Umsatzerlöse berechnest du, indem du vom Bruttoumsatz die Erlösschmälerungen und die Umsatzsteuer abziehst. Das Ergebnis ist der Nettoumsatzerlös.


Ein einfaches Rechenbeispiel macht das deutlich.

Bruttoumsatz abzüglich Erlösschmälerungen und Umsatzsteuer

Ausgangspunkt ist der Bruttoumsatz, also die gesamten Verkaufserlöse inklusive Umsatzsteuer. Davon ziehst du zunächst die Erlösschmälerungen ab, etwa Rabatte, Skonti und Boni.


Anschließend rechnest du die Umsatzsteuer heraus. Übrig bleibt der Nettoumsatzerlös, der in der GuV ausgewiesen wird.

Rechenbeispiel

Angenommen, ein Unternehmen erzielt einen Bruttoumsatz von 119.000 € bei 19 % Umsatzsteuer und gewährt 4.000 € Rabatte und Skonti.


  • Bruttoumsatz: 119.000 €
  • abzüglich Umsatzsteuer: ergibt 100.000 € netto
  • abzüglich Erlösschmälerungen von 4.000 €
  • Umsatzerlöse: 96.000 €


So ergibt sich aus dem Bruttoumsatz Schritt für Schritt der ausgewiesene Umsatzerlös.

Sonstige betriebliche Aufwendungen in der GuV

Den Umsatzerlösen stehen in der GuV verschiedene Aufwendungen gegenüber. Eine wichtige Sammelposition sind die sonstigen betrieblichen Aufwendungen.


Sie umfassen alle betrieblichen Kosten, die nicht Material oder Personal sind.

Was zählt zu den sonstigen betrieblichen Aufwendungen?

Zu den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zählen zum Beispiel Miete, Werbung, Versicherungen, Reisekosten sowie Rechts- und Beratungskosten. Sie fallen laufend im Betrieb an.


Diese Aufwendungen mindern den Gewinn. In der GuV werden sie als eigene Position zusammengefasst.

Abgrenzung zu den Umsatzerlösen

Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Aufwendungen stehen auf entgegengesetzten Seiten der GuV. Die Umsatzerlöse sind Erträge, die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Kosten.


Beide zusammen tragen zum Ergebnis bei: Die Erträge erhöhen den Gewinn, die Aufwendungen mindern ihn. Erst die Gegenüberstellung ergibt den Erfolg des Unternehmens.


Umsatzerlöse in der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse sind der Ausgangspunkt der Gewinn- und Verlustrechnung. Von ihnen ausgehend führen zwei Verfahren zum Ergebnis.


Beide Verfahren kommen zum selben Gewinn, ordnen die Posten aber unterschiedlich.

Gesamtkostenverfahren vs. Umsatzkostenverfahren

Beim Gesamtkostenverfahren werden alle Aufwendungen nach Arten gegliedert und den Umsatzerlösen sowie den Bestandsveränderungen gegenübergestellt. Es zeigt die gesamte Produktionsleistung einer Periode.


Beim Umsatzkostenverfahren werden den Umsatzerlösen nur die Herstellungskosten der tatsächlich verkauften Leistungen gegenübergestellt. Beide Verfahren führen zum gleichen Ergebnis, unterscheiden sich aber im Aufbau.

Von den Umsatzerlösen zum Gewinn

Von den Umsatzerlösen bis zum Gewinn werden nach und nach die Aufwendungen abgezogen. Dazu gehören Material, Personal, Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen.


Hinzu kommen das Finanzergebnis und die Steuern. Am Ende steht der Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag als Ergebnis der Periode.

FAQ zu Umsatzerlösen

Umsatzerlöse sind die Erlöse, die ein Unternehmen mit dem Verkauf seiner Produkte und Dienstleistungen erzielt. Sie sind in § 277 HGB definiert und werden netto ausgewiesen, also nach Abzug von Erlösschmälerungen und Umsatzsteuer. In der Gewinn- und Verlustrechnung stehen sie an erster Stelle.

Der Ertrag ist der Oberbegriff für jede Wertmehrung eines Unternehmens in einer Periode. Der Erlös ist ein Ertrag aus der betrieblichen Leistungserstellung, also aus dem Verkauf von Produkten und Dienstleistungen. Umsatzerlöse sind damit eine Teilmenge der Erträge – jeder Erlös ist ein Ertrag, aber nicht umgekehrt.

Die Umsatzerlöse stehen an erster Stelle der Gewinn- und Verlustrechnung. Sie sind die oberste Zeile und der Ausgangspunkt für die Gewinnermittlung. Von ihnen ausgehend werden die Aufwendungen abgezogen, bis am Ende der Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag steht.

Disclaimer

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