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SKR 04: Aufbau, Kontenklassen und Unterschied zum SKR 03

Der SKR 04 ist einer der beiden am weitesten verbreiteten Kontenrahmen in Deutschland. Anders als der SKR 03 ordnet er die Konten nach der Struktur von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. In diesem Ratgeber erfährst du, wie der SKR 04 aufgebaut ist, welche Kontenklassen es gibt und für wen er sich eignet.

Das Wichtigste auf einen Blick

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der SKR 04 ist ein Standardkontenrahmen von DATEV und in Deutschland sehr verbreitet.
  • Er folgt dem Abschlussgliederungsprinzip und orientiert sich an Bilanz und GuV.
  • Der SKR 03 folgt dagegen dem Prozessgliederungsprinzip und orientiert sich am Geschäftsablauf.
  • Die Konten sind in die Kontenklassen 0 bis 9 gegliedert.
  • Die Erlöse stehen im SKR 04 in Kontenklasse 4, im SKR 03 dagegen in Klasse 8.
  • Inhaltlich sind SKR 03 und SKR 04 gleichwertig, sie unterscheiden sich nur in der Anordnung.

Was ist der SKR 04?

Der SKR 04 ist ein Standardkontenrahmen, also ein einheitliches Ordnungssystem für alle Konten der Buchhaltung. Er wird von DATEV herausgegeben und gehört zu den gebräuchlichsten Kontenrahmen in Deutschland.

Der SKR 04 ist so aufgebaut, dass sich Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung besonders einfach ableiten lassen. Die Konten sind in derselben Reihenfolge angeordnet wie im Jahresabschluss.

Daraus leitet jedes Unternehmen seinen individuellen Kontenplan ab. Der SKR 04 gibt dabei die Nummern und die Struktur der Konten vor.

Info

„SKR“ steht für Standardkontenrahmen. Die beiden gebräuchlichsten Varianten sind der SKR 03 und der SKR 04, beide stammen von DATEV.

Aufbau des SKR 04 – Abschlussgliederungsprinzip

Der SKR 04 ist nach dem Abschlussgliederungsprinzip aufgebaut. Die Konten folgen der Gliederung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung.

Diese Struktur macht den SKR 04 besonders praktisch für die Erstellung des Jahresabschlusses.

Orientierung an Bilanz und GuV

Die Konten im SKR 04 sind so geordnet, wie sie später in Bilanz und GuV erscheinen. Zuerst kommen die Aktivkonten mit Anlage- und Umlaufvermögen, danach das Eigen- und Fremdkapital, anschließend Erträge und Aufwendungen.

Damit spiegelt der Kontenrahmen direkt den Jahresabschluss wider. Für die Bilanzierung und die Abschlussarbeiten ist das ein großer Vorteil.

Unterschied zum SKR 03 (Prozessgliederungsprinzip)

Der SKR 03 ist dagegen nach dem Prozessgliederungsprinzip aufgebaut. Seine Konten folgen dem betrieblichen Geschäftsablauf vom Einkauf bis zum Verkauf.

Der wichtigste sichtbare Unterschied betrifft die Erlöse: Im SKR 04 stehen sie in Kontenklasse 4, im SKR 03 dagegen in Klasse 8. Inhaltlich sind beide Kontenrahmen aber gleichwertig.

Kontenklassen im SKR 04 Kontenrahmen

Der SKR 04 gliedert alle Konten in zehn Kontenklassen von 0 bis 9. Die erste Ziffer der Kontonummer zeigt, zu welcher Klasse ein Konto gehört.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.

Kontenklasse

Inhalt

0

Anlagevermögen

1

Umlaufvermögen

2

Eigenkapital

3

Fremdkapital

4

Betriebliche Erträge

5

Materialaufwand

6

Betriebliche Aufwendungen

7

Weitere Aufwendungen und Erträge

8 und 9

Vortrags- und statistische Konten

Klasse 0 – Anlagevermögen

Die Kontenklasse 0 enthält das Anlagevermögen. Hier werden alle Vermögensgegenstände erfasst, die dauerhaft dem Betrieb dienen.

Dazu gehören zum Beispiel Grundstücke, Gebäude, Maschinen und Fahrzeuge. Die Klasse steht am Anfang, weil das Anlagevermögen auch in der Bilanz zuerst erscheint.

Klasse 1 – Umlaufvermögen

Die Kontenklasse 1 umfasst das Umlaufvermögen. Das sind die kurzfristig gebundenen Vermögenswerte des Unternehmens.

Dazu zählen Vorräte, Forderungen, Bank- und Kassenbestände sowie die abziehbare Vorsteuer. Diese Werte sind für den laufenden Zahlungsverkehr wichtig.

Klasse 2 – Eigenkapital

Die Kontenklasse 2 enthält das Eigenkapital. Hier werden das Kapital der Inhaber, Rücklagen und Privatkonten geführt.

Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften liegen hier auch die Konten für Privatentnahmen und Privateinlagen. Die Klasse zeigt, wie viel Kapital dem Unternehmen selbst gehört.

Klasse 3 – Fremdkapital

Die Kontenklasse 3 umfasst das Fremdkapital. Dazu gehören alle Verpflichtungen des Unternehmens gegenüber Dritten.

Erfasst werden zum Beispiel Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Darlehen, Rückstellungen und die Umsatzsteuer. Die Klasse bildet die Schulden des Unternehmens ab.

Klasse 4 – Betriebliche Erträge

Die Kontenklasse 4 enthält die betrieblichen Erträge. Der wichtigste Posten sind die Umsatzerlöse aus Lieferungen und Leistungen.

Die Erlöse sind meist nach Steuersätzen getrennt, etwa 19 % und 7 % Umsatzsteuer. Dass die Erträge schon in Klasse 4 stehen, ist ein deutlicher Unterschied zum SKR 03.

Klasse 5 – Materialaufwand

Die Kontenklasse 5 umfasst den Materialaufwand. Hier werden der Wareneinkauf und der Verbrauch von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen gebucht.

Dieser Aufwand hängt unmittelbar mit dem Umsatz zusammen. Die Klasse bildet die direkten Kosten der Leistungserstellung ab.

Klasse 6 – Betriebliche Aufwendungen

Die Kontenklasse 6 enthält die übrigen betrieblichen Aufwendungen. Das sind die laufenden Kosten des Betriebs jenseits des Materials.

Dazu gehören zum Beispiel Löhne und Gehälter, Raumkosten, Abschreibungen und Kfz-Kosten. Diese Klasse ist im Alltag besonders umfangreich.

Klasse 7 – Weitere Aufwendungen und Erträge

Die Kontenklasse 7 umfasst weitere Aufwendungen und Erträge außerhalb des eigentlichen Betriebszwecks. Dazu gehören vor allem das Finanzergebnis und die Steuern.

Erfasst werden hier zum Beispiel Zinsaufwendungen, Zinserträge sowie betriebliche Steuern. Auch außerordentliche und periodenfremde Posten liegen in dieser Klasse.

Klasse 8 und 9 – Vortrags- und statistische Konten

Die Kontenklassen 8 und 9 dienen technischen Zwecken. Klasse 9 enthält die Vortrags- und statistischen Konten, etwa die Saldenvorträge zu Beginn des Geschäftsjahres.

Diese Konten fließen nicht in die eigentliche Buchung ein, sondern unterstützen den Jahresabschluss und interne Auswertungen. Klasse 8 ist im SKR 04 weitgehend frei und steht für individuelle Zwecke zur Verfügung.

Wichtige Konten im SKR 04

Einige Konten des SKR 04 kommen in fast jeder Buchhaltung vor. Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl der wichtigsten Konten mit ihren üblichen Nummern.

Konto

Bezeichnung

1600

Kasse

1800

Bank

1200

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

1406

Abziehbare Vorsteuer 19 %

3300

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

3806

Umsatzsteuer 19 %

4400

Erlöse 19 % Umsatzsteuer

5200

Wareneingang

6000

Löhne und Gehälter

6310

Miete und Raumkosten

Die genaue Bezeichnung einzelner Konten kann je nach Version des SKR 04 leicht abweichen. Die hier genannten Nummern entsprechen aber den üblichen Standardkonten.

SKR 04 vs. SKR 03 – welcher Kontenrahmen passt?

Ob SKR 04 oder SKR 03 die bessere Wahl ist, hängt vor allem von der Arbeitsweise ab. Der SKR 04 ist stärker am Jahresabschluss orientiert, der SKR 03 stärker am laufenden Geschäftsablauf.

Die folgende Tabelle stellt beide gegenüber.

Merkmal

SKR 04

SKR 03

Gliederungsprinzip

Abschlussgliederung

Prozessgliederung

Orientierung

Bilanz und GuV

betrieblicher Geschäftsablauf

Erlöse

Kontenklasse 4

Kontenklasse 8

Besondere Eignung

abschlussnahe Arbeit und Bilanzierung

laufende Buchung nah am Ablauf

In der Praxis ist die Entscheidung oft eine Frage der Gewohnheit oder der Vorgabe des Steuerberaters. Wichtig ist vor allem, innerhalb eines Unternehmens durchgängig denselben Kontenrahmen zu nutzen.

FAQ

Der SKR 04 ist nach dem Abschlussgliederungsprinzip in zehn Kontenklassen von 0 bis 9 gegliedert. Die Konten folgen der Struktur von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung: zuerst Anlage- und Umlaufvermögen, dann Eigen- und Fremdkapital, anschließend Erträge und Aufwendungen. Die Klassen 8 und 9 dienen technischen Zwecken wie Vortrags- und statistischen Konten.

Der Unterschied liegt im Ordnungsprinzip. Der SKR 04 orientiert sich an Bilanz und GuV (Abschlussgliederung), der SKR 03 am betrieblichen Geschäftsablauf (Prozessgliederung). Ein gut sichtbares Beispiel sind die Erlöse: Sie stehen im SKR 04 in Klasse 4, im SKR 03 in Klasse 8. Inhaltlich sind beide Kontenrahmen gleichwertig.

Der SKR 04 eignet sich besonders für Unternehmen, die eng an Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung arbeiten, etwa bilanzierungspflichtige Betriebe und Kapitalgesellschaften. Weil sich der Jahresabschluss direkt aus der Kontenstruktur ableiten lässt, wird er zunehmend genutzt. Letztlich hängt die Wahl aber oft von der Vorgabe des Steuerberaters ab.

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