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Vorratsgesellschaft: Vorteile, Kosten und Ablauf beim Kauf

Eine Vorratsgesellschaft ist eine fertig gegründete Gesellschaft, die noch keine Geschäfte gemacht hat und sofort übernommen werden kann. Sie spart Zeit, weil die Gründung bereits abgeschlossen ist. In diesem Ratgeber erfährst du, wie sich eine Vorratsgesellschaft von einer Mantelgesellschaft unterscheidet, welche Vor- und Nachteile sie hat und wie der Kauf abläuft.

Das Wichtigste in Kürze

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Vorratsgesellschaft ist eine fertig gegründete, aber noch nie aktive Gesellschaft.
  • Sie ermöglicht einen sofortigen Start mit beschränkter Haftung.
  • Anders als eine Mantelgesellschaft hat sie keine versteckten Altlasten.
  • Der Kaufpreis liegt über den Kosten einer Neugründung.
  • Steuernummer und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer müssen neu beantragt werden.
  • Für den Kauf gibt es keine Gründungsfördermittel.

Was ist eine Vorratsgesellschaft?

Eine Vorratsgesellschaft ist eine Gesellschaft, die auf Vorrat gegründet wurde und noch keine Geschäftstätigkeit aufgenommen hat. Ihr Stammkapital ist bereits eingezahlt, und sie ist im Handelsregister eingetragen.

Der Zweck ist die sofortige Verfügbarkeit. Wer schnell eine haftungsbeschränkte Gesellschaft braucht, kann eine Vorratsgesellschaft kaufen, statt selbst zu gründen.

Nach dem Kauf passt der neue Inhaber die Gesellschaft an seine Zwecke an. Er ändert zum Beispiel den Namen, den Sitz und den Unternehmensgegenstand.

Info

Eine Vorratsgesellschaft wurde eigens zum Verkauf gegründet und war nie wirtschaftlich aktiv. Genau das unterscheidet sie von einer gebrauchten Mantelgesellschaft.

Definition und Abgrenzung zur Mantelgesellschaft

Der Unterschied zur Mantelgesellschaft liegt in der Vorgeschichte. Eine Vorratsgesellschaft war nie aktiv und hat keine Geschäftsvergangenheit.

Eine Mantelgesellschaft war dagegen früher wirtschaftlich tätig und ist inzwischen leer. Bei ihr besteht das Risiko versteckter Altlasten wie alter Verbindlichkeiten, das es bei einer Vorratsgesellschaft nicht gibt.

Welche Rechtsformen gibt es als Vorratsgesellschaft?

Vorratsgesellschaften gibt es vor allem als Kapitalgesellschaften. Am häufigsten ist die GmbH, weil sie Haftungsbeschränkung und einen guten Ruf verbindet.

Daneben werden auch die UG und die AG als Vorratsgesellschaft angeboten. Die Wahl hängt vom benötigten Kapital und vom Zweck ab.

Vorteile einer Vorratsgesellschaft

Der größte Vorteil einer Vorratsgesellschaft ist der schnelle Start. Sie ist sofort einsatzbereit und haftungsbeschränkt.

Die folgenden Punkte zeigen die wichtigsten Vorteile.

Sofortige Geschäftsfähigkeit und Zeitersparnis

Eine Vorratsgesellschaft ist sofort geschäftsfähig. Weil die Gründung bereits abgeschlossen ist, entfällt die Wartezeit bis zur Eintragung ins Handelsregister.

Das ist besonders wertvoll, wenn ein Auftrag oder ein Vertrag schnell eine GmbH erfordert. Der neue Inhaber kann sofort im Namen der Gesellschaft handeln.

Haftungsbeschränkung ab dem ersten Tag

Die Haftungsbeschränkung gilt bei einer Vorratsgesellschaft von Anfang an. Da die Gesellschaft bereits eingetragen ist, haftet grundsätzlich nur das Gesellschaftsvermögen.

Bei einer Neugründung besteht dagegen bis zur Eintragung eine persönliche Haftung. Die Vorratsgesellschaft vermeidet diese Phase der unbeschränkten Haftung.

Keine versteckten Altlasten

Eine Vorratsgesellschaft war nie aktiv und hat deshalb keine Altlasten. Es gibt keine alten Verträge, Schulden oder Verbindlichkeiten.

Das ist ein wichtiger Vorteil gegenüber der Mantelgesellschaft. Der Käufer übernimmt eine „saubere“ Gesellschaft ohne Risiken aus der Vergangenheit.

Nachteile und Risiken beim Kauf einer Vorratsgesellschaft

Eine Vorratsgesellschaft hat auch Nachteile. Vor allem ist sie teurer als eine Neugründung.

Die folgenden Punkte solltest du beachten.

Zusätzliche Kosten gegenüber einer Neugründung

Eine Vorratsgesellschaft kostet mehr als eine Neugründung. Neben dem eingezahlten Stammkapital zahlst du einen Aufschlag an den Anbieter.

Dieser Aufschlag ist der Preis für die Zeitersparnis und die sofortige Verfügbarkeit. Wer keine Eile hat, fährt mit einer Neugründung meist günstiger.

Fehlende Steuernummer und USt-IdNr

Eine Vorratsgesellschaft hat noch keine eigene Steuernummer und keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer für die eigentliche Tätigkeit. Diese müssen nach dem Kauf beim Finanzamt und beim Bundeszentralamt für Steuern beantragt werden.

Das kostet etwas Zeit und relativiert den Vorteil des schnellen Starts. Für den vollen Geschäftsbetrieb sind diese Nummern nötig.

Aufwand bei Sitzverlegung in ein anderes Bundesland

Vorratsgesellschaften haben oft einen vorgegebenen Sitz. Willst du den Sitz in ein anderes Bundesland verlegen, entsteht zusätzlicher Aufwand.

Nötig sind dann eine notarielle Beurkundung und eine Änderung im Handelsregister. Das verursacht weitere Kosten und Zeit.

Vorratsgesellschaft kaufen — Ablauf Schritt für Schritt

Der Kauf einer Vorratsgesellschaft läuft in mehreren Schritten ab. Wichtig sind ein seriöser Anbieter und eine saubere Übertragung.

Die folgenden Abschnitte zeigen den Ablauf.

Seriöse Anbieter finden und Kaufpreis prüfen

Zunächst suchst du einen seriösen Anbieter. Achte darauf, dass die Gesellschaft nachweislich nie aktiv war und das Stammkapital vollständig eingezahlt ist.

Prüfe den Kaufpreis genau und lasse dir alle Unterlagen zeigen. Ein transparenter Anbieter legt die Gründungsdokumente und den aktuellen Handelsregisterauszug offen.

Notarielle Beurkundung und Handelsregisteränderung

Der Kauf erfolgt über die Übertragung der Geschäftsanteile, die notariell beurkundet wird. Dabei werden auch die Änderungen wie neuer Geschäftsführer, Name und Unternehmensgegenstand festgelegt.

Anschließend werden die Änderungen ins Handelsregister eingetragen. Wichtig ist, die Übernahme als sogenannte wirtschaftliche Neugründung gegenüber dem Registergericht offenzulegen, damit die Kapitalregeln eingehalten werden.

Kosten einer Vorratsgesellschaft im Überblick

Die Kosten einer Vorratsgesellschaft setzen sich aus mehreren Teilen zusammen. Der größte Posten ist das Stammkapital, das bei einer GmbH bereits eingezahlt ist.

Hinzu kommt der Aufschlag des Anbieters für die sofortige Verfügbarkeit. Dieser liegt je nach Anbieter im Bereich von einigen tausend Euro.

Weitere Kosten entstehen für den Notar und die Änderungen im Handelsregister. In der Summe ist eine Vorratsgesellschaft deutlich teurer als eine klassische Neugründung.

Wann lohnt sich eine Vorratsgesellschaft?

Eine Vorratsgesellschaft lohnt sich vor allem, wenn es schnell gehen muss. Wer sofort eine haftungsbeschränkte Gesellschaft für einen Auftrag oder ein Projekt braucht, spart mit ihr wertvolle Zeit.

Auch die sofortige Haftungsbeschränkung kann den höheren Preis rechtfertigen. Gerade bei zeitkritischen Geschäften ist das ein echter Vorteil.

Wer dagegen keine Eile hat, ist mit einer Neugründung meist günstiger. Dann lassen sich die Kosten für den Aufschlag sparen.

FAQ zur Vorratsgesellschaft

Der Kaufpreis einer Vorrats-GmbH setzt sich aus dem bereits eingezahlten Stammkapital von in der Regel 25.000 € und einem Aufschlag des Anbieters zusammen. Der Aufschlag liegt meist im Bereich von einigen tausend Euro. Hinzu kommen Kosten für den Notar und die Änderungen im Handelsregister.

Eine Vorratsgesellschaft wurde eigens zum Verkauf gegründet und war nie wirtschaftlich aktiv, sie hat also keine Altlasten. Eine Mantelgesellschaft war dagegen früher aktiv und ist inzwischen leer, weshalb versteckte Verbindlichkeiten aus der Vergangenheit bestehen können. Die Vorratsgesellschaft gilt deshalb als das risikoärmere Modell.

Nein, für den Kauf einer Vorratsgesellschaft gibt es keine speziellen Gründungsfördermittel. Zuschüsse und Förderprogramme sind auf die echte Existenzgründung ausgerichtet, nicht auf den Erwerb einer bestehenden Gesellschaft. Für die eigentliche Geschäftstätigkeit können später aber andere Förderungen infrage kommen.

Disclaimer

Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keine*n zertifizierte*n Steuerberater*in. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

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