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Steuertipps

Berufskleidung: Welche Kosten kann ich von der Steuer absetzen?

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zuletzt aktualisiert am 9. Juni 2021

Für deinen Job bist du auf Arbeitskleidung angewiesen? Ob Kittel, Uniform oder Schutzkleidung: Wir erklären dir, was als Berufskleidung gilt und wie du deine Ausgaben für Kauf und Reinigung als Werbungskosten steuerlich absetzen kannst.

Was ist Arbeitskleidung?

Wer sich für den Bürojob ein paar gute Anzüge zulegt, hat leider keine Chance, diese von der Steuer abzusetzen. Das Finanzamt erkennt diese nicht als Arbeitskleidung an, auch wenn du deine Anzüge nicht privat trägst.

Von der Steuer absetzbare Arbeitskleidung ist eindeutig nur beruflich verwendbar und für die Tätigkeit notwendig und typisch, wie z. B. Bekleidung für Schornsteinfeger, Soldaten oder Köche. Sobald ein Kleidungsstück auch privat getragen werden kann, wird es steuerlich nicht mehr als typische Berufskleidung anerkannt. Das gilt z. B. für die Konzertkleidung von Musikern, laut einem BFH-Urteil (Aktenzeichen IV R 13/90).

Bestimmte berufstypische Kleidung und Gegenstände werden akzeptiert. Dazu gehören:

  • Schutzkleidung, z. B. Helm, Arbeitshandschuhe, Labormantel
  • Uniformen
  • Kittel in Heil- und Pflegeberufen
  • Amtskleidung von Geistlichen, Richtern
  • Dienstkleidung mit Dienstabzeichen von z. B. Polizisten
  • Anzug und Kostüm von z. B. Luftverkehrsangestellten
  • Sportkleidung für die dienstliche Teilnahme am Sport, z. B. für Sportlehrer, Polizisten oder bei der Bundeswehr
  • Schwarze Hosen / Röcke für Kellner

Nicht anerkannt werden zum Beispiel:

  • Unterwäsche, Strümpfe und Schuhe, die du mit der Arbeitskleidung trägst
  • Schicke Kleidung von z. B. Bankangestellten, Musikern, Schauspielern
  • Neutrale Kleidung, wie z. B. weiße T-Shirts für Altenpfleger

Kauf, Reinigung, Reparatur: Diese Kosten sind absetzbar

Neben den Kosten für den Kauf der Kleidung werden Aufwendungen zur Instandhaltung wie Näharbeiten und Reinigung als Werbungskosten anerkannt. Das Gute: Ist deine private Kleidung im Beruf beschmutzt oder beschädigt worden, sind auch diese Reinigungskosten bzw. der Restwert der zerstörten Kleidung abzugsfähig, sofern dein Arbeitgeber keinen Schadensersatz leistet

Nicht nur die Ausgaben für eine professionelle Reinigung kannst du in deiner Steuererklärung angeben. Auch, wenn du deine Berufsbekleidung selbst wäschst und bügelst sind die Kosten absetzbar.

Pauschale vs. Reinigungskosten: Wie setze ich Berufskleidung ab?

Um deine Arbeitskleidung abzusetzen, gibt es zwei Möglichkeiten:

Am einfachsten ist es, die Kosten mithilfe der „Arbeitsmittel-Pauschale“ von 110 Euro geltend zu machen. Viele Finanzämter erkennen diesen Betrag ohne Nachweis an, wenn du glaubhaft machen kannst, dass du typische Berufskleidung trägst.

Zu den Arbeitsmitteln zählen aber auch Aktentaschen, Fachliteratur oder Werkzeuge. Überschreiten deine gesamten Ausgaben für Arbeitsmittel den Betrag von 110 Euro, lohnt es sich, stattdessen die Reinigungskosten genau auszurechnen und separat anzugeben.

So berechnest du deine Waschkosten

Wenn du deine Berufskleidung in der chemischen Reinigung waschen lässt, musst du nur die Belege aufbewahren und kannst dann die vollen Aufwendungen geltend machen.

Benutzt du deine eigene Waschmaschine, kannst du die anteiligen Kosten entsprechend der folgenden Abbildung absetzen. Wohnst du beispielsweise in einem Zwei-Personen-Haushalt und wäschst 1 kg Berufskleidung bei 60 Grad, kannst du 0,48 Euro absetzen. Für Feinwäsche wären das in diesem Fall 0,60 Euro und bei Kochwäsche 0,50 Euro.

Dieser Durchschnittspreis enthält die anteiligen Kosten für den Kauf der Waschmaschine, Reparaturen sowie Betriebskosten wie Wasser, Strom und Waschmittel.

Reinigungskosten-Waschen_m

Beispiel für die Berechnung deiner Waschkosten:

Flugbegleiterin Merle lebt zusammen mit ihrem Mann. Jede Woche wäscht sie 4 kg Berufsbekleidung bei 60 Grad und 3 kg als Feinwäsche.

Abzüglich ihres Urlaubs und der Krankheitstage arbeitete sie 47 Wochen im Jahr. So berechnet Merle, wie viel Reinigungskosten sie absetzen kann:

47 Arbeitswochen x 0,48 Euro x 4 kg = 90,24
+ 47 Arbeitswochen x 0,60 Euro x 3 kg = 84,60
= 174,84 Euro

Ausgaben für den Trockner absetzen

Auch die Kosten für den Wäschetrockner kannst du steuerlich geltend machen. Hier kommt es darauf an, ob du einen Kondensationstrockner oder Ablufttrockner benutzt.

Bei einem Zwei-Personen-Haushalt mit Kondensationstrockner sind das dementsprechend 0,34 Euro pro Kilogramm Wäsche.

Diese Beträge rechnest du zu den übrigen Waschkosten einfach hinzu.

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Ausgaben für's Bügeln absetzen

Die Kosten für das Bügeln der Arbeitskleidung ergeben sich ebenfalls aus der Anzahl der Personen im Haushalt:

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Wo trage ich Arbeitskleidung in der Steuererklärung ein?

Bei Arbeitnehmern fallen die gesamten Ausgaben für Arbeitskleidung unter Werbungskosten. Diese trägst du in der Anlage N in Zeile 46 unter „Sonstiges“ ein. Noch einfacher geht das mit der Taxfix-App.

bewerbungskosten eintragen

Achtung: Du kannst nur deine eigenen Ausgaben von der Steuer absetzen. Hat dir dein Arbeitgeber Arbeitskleidung gekauft oder dich für die Anschaffung entschädigt, kannst du die Kosten nicht mehr absetzen. Hat er dir einen Teil erstattet, ziehst du den erstatteten Betrag von deinen Aufwendungen ab und gibst den Differenzbetrag in deiner Steuererklärung an.

Deine Ausgaben solltest du mit Belegen nachweisen können, wenn das Finanzamt dich zur Vorlage dieser auffordert.

Wenn du die Belege nicht gesammelt oder verloren hast, besteht dennoch die Möglichkeit, den oben erwähnten Pauschalbetrag von 110 Euro in deiner Steuererklärung anzugeben.

Disclaimer

Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keinen zertifizierten Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest Du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

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