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Hohe Zinsen vom Finanzamt bei Steuerrückzahlungen

8. Dezember 2017

Mit der Steuererklärung winkt nicht nur eine Steuererstattung. Wer es geschickt anstellt, nutzt die Steuererklärung auch als Geldanlage. Es winken Zinsen, die jedes Tages- oder Festgeld toppen.

Es winken 6 Prozent Zinsen vom Finanzamt

Das Finanzamt zahlt dir zusätzlich zu deiner Steuererstattung einen Bonus in Form von Zinsen – jedoch erst, nachdem ein zinsfreier Zeitraum verstrichen ist. Die Berechnung der Zinsen beginnt 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die Steuer entstanden ist. So bekommst du bei einer späten Steuererstattung 0,5 Prozent Zinsen pro Monat (siehe: §233a und 238 AO).

Das hört sich wenig an. Aber über das Jahr gerechnet summieren sich diese 0,5 Prozent auf 6 Prozent. Das ist besonders im Vergleich zu herkömmlichen Geldanlagen ein sehr hoher Wert.

So profitierst du von hohen Zinsen

Wenn du immer pünktlich deine Steuererklärung einreichst, wirst du kaum in den Genuss der Zinszahlung vom Finanzamt kommen. In der Regel hast du deinen Steuerbescheid nach zwei oder drei Monaten vorliegen und wie oben erwähnt beginnt die Zinsrechnung erst viel später.

In den folgenden Fällen, wird dein Steuerbescheid erst sehr spät wirksam:

  • Du hast beim Finanzamt Einspruch gegen deinen vorläufigen Steuerbescheid eingelegt.
  • Du gehst gerichtlich gegen die Entscheidung des Finanzamts vor, das dir bestimmte Posten nicht anerkennen will.
  • Du gibst deine freiwillige Steuererklärung erst sehr spät ab.

Besonders den letzten Punkt kannst du zu deinen Gunsten beeinflussen. Denn für die Abgabe der freiwilligen Steuererklärung hast du vier Jahre Zeit.

Dazu ein Beispiel:

Du gibst deine freiwillige Steuererklärung des Jahres 2012 am letztmöglichen Termin, dem 31. Dezember 2016 ab. Der Steuerbescheid dazu geht dir Anfang März 2017 zu und weist eine Steuererstattung von 1.500 Euro aus.

Neben dieser Summe steht dir zusätzlich eine Verzinsung zu. Nach Ablauf der ersten 15 zinsfreien Monate verbleiben 35 verzinste Monate – von April 2014 bis Februar 2017 – die sich folgendermaßen auswirken:

Rechnung Zinsen Steuererklärung

Du erhältst neben der Erstattung zusätzlich 262,50 Euro Zinsen, insgesamt also 1.762,50 Euro.

Muss ich die Zinsen beantragen?

Nein, sollten dir Erstattungszinsen zustehen, musst du nicht tätig werden. Das Finanzamt berechnet die Höhe der Zinsen eigenständig und überweist sie gemeinsam mit der Steuererstattung auf dein Konto.

Müssen die Zinseinnahmen versteuert werden?

Die Zinserträge, die dir das Finanzamt zahlt, musst du als Einkunft aus Kapitalvermögen versteuern (§20 EStG). Denn von diesen Zinsen hast du noch keine Kapitalertragssteuer (auch Abgeltungssteuer genannt) abgeführt.

Dafür musst du den Zinsertrag in die Anlage KAP eintragen. Maßgeblich ist das Jahr der Auszahlung durch das Finanzamt.

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Gibt es auch Nachteile?

Je länger du warten kannst, desto höher fällt der Zinsbonus aus. Das solltest du aber nur tun, wenn es zur einer Steuererstattung kommt. Denn Zinsen werden auch für den gegenteiligen Fall berechnet, wenn du eine Steuernachzahlung zu leisten hast. Auch hier beträgt die Zinshöhe 0,5 Prozent.

Anders als die Erstattungszinsen haben die Verzugszinsen keine steuerliche Bedeutung. Du kannst sie also nicht in deiner Steuererklärung absetzen.

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