Internet- & Telefonkosten:
Was kann man von der Steuer absetzen?

17. Januar 2020

Du nutzt dein privates Smartphone auch für geschäftliche Telefonate und nach Feierabend schreibst du E-Mails von zu Hause? In diesem Fall sind deine Internet- und Telefonkosten nicht ausschließlich privat und du kannst einen Teil von der Steuer absetzen. Hier erfährst du wie.

Welche Kosten sind steuerlich absetzbar?

Das Finanzamt erkennt die Kosten für das Smartphone und den Internetanschluss an. Zusätzlich auch Grund- und Gesprächsgebühren oder die Flatrate. Die Anschaffungskosten für die Geräte selbst kannst du ebenfalls angeben. Das gilt auch für mögliche Reparaturkosten.

Seit 2018 liegt die Grenze dessen, was du z. B. für ein Smartphone absetzen darfst, bei 800 Euro netto bzw. 952 Euro inkl. der Mehrwertsteuer. Sollte der Kaufbetrag darüber liegen, musst du die Anschaffung über mehrere Jahre abschreiben.

Hier erfährst du, wie du deine Geräte oder auch weitere teurere Käufe über mehrere Jahre abschreiben und wie du die einzelnen Jahresbeträge berechnen kannst.

Zwei Wege, die Telefon- und Internetkosten abzusetzen

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Telekommunikationskosten in der Steuererklärung geltend gemacht werden können:

    1. Als Arbeitnehmer darf man seine Kosten für die private Nutzung mit 20 Prozent pauschal als Werbungskosten geltend machen, und bis zu 20 Euro monatlich eintragen. Diese Höchstgrenze schließt jedoch einmalige Aufwendungen wie beispielsweise Reparaturen oder Anschaffung nicht mit ein.
    2. Eine andere Option ist, die anfallenden Internet- und Telefonkosten mit Einzelnachweisen zu belegen. Hierbei musst du dir überlegen, in welchem Verhältnis die beruflichen und privaten Nutzungen von Handy & Co. zueinander stehen.

Den veranschlagten Prozentsatz für eine berufliche Verwendung solltest du begründen und anschließend anhand von Einzelnachweisen belegen können.

Ein Beispiel: Möchtest du eine berufliche Nutzung von 50 Prozent absetzen, solltest du diesen Anteil mit den Rechnungen der letzten drei Monate nachweisen können.

Ein Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass es keine Höchstgrenze gibt. Du darfst also in diesem Fall 50 Prozent von allen anfallenden Rechnungen, auch von den Anschaffungs- bzw. Reparaturkosten absetzen.

Gut zu wissen: Hat das Finanzamt einmal die Belege akzeptiert, gilt das in der Regel auf für die Steuererklärungen der folgenden Jahre.

Du hattest hohe Ausgaben für Festnetz, Internet und Smartphone? Dann starte jetzt mit deiner Steuererklärung. Schnell und einfach.

Regelung für Selbstständige

Für Selbstständige gilt eine ähnliche Regelung: Telefonkosten können als Betriebsausgaben deklariert werden, wenn der berufliche Nutzungsanteil mindestens 10 Prozent beträgt. Wichtig ist auch hier, dass du als Freelancer private und berufliche Gespräche trennen kannst. Natürlich ist das am einfachsten, wenn du über getrennte Anschlüsse und Abrechnungen verfügst. Ansonsten gilt wie bei Angestellten die eigene Einschätzung, die mit den Einzelverbindungsnachweisen aus einem Zeitraum von drei Monaten belegt werden muss.

Sind die Geräte oder Anschlüsse zu mehr als 90 Prozent beruflich genutzt, sind die laufenden Kosten vollständig absetzbar. Verfügst du beispielsweise über zwei Telefonnummern, aber nur einen Anschluss, musst du die berufliche Verwendung trotzdem nachweisen, da sonst das Finanzamt immer von einem jeweils hälftigen Anteil Verhältnis ausgeht.

Verwandte Artikel