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Werbungskostenpauschale ganz einfach überschreiten

13. Juni 2018

Mit Werbungskosten kannst du viel Steuern sparen. Richtig interessant werden diese Ausgaben erst, wenn mehr als 1.000 Euro zusammenkommen. Denn nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

Die Werbungskostenpauschale

Jedem Arbeitnehmer steht eine Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 Euro zu. Die Pauschale, auch Arbeitnehmer-Pauschbetrag genannt, wird dir bei deiner Steuererklärung von deinem Bruttolohn abgezogen. Dadurch sinkt deine steuerliche Belastung. Ganz automatisch. Der Betrag steht dir pro Steuerjahr nur einmal zu, selbst wenn du ein zweites Arbeitsverhältnis hattest.

Gekürzt werden darf der Jahresbetrag nicht. Auch dann nicht, wenn du nicht das ganze Jahr gearbeitet hast oder offensichtlich weniger Werbungskosten als der Pauschbetrag angefallen sind.

Wenn du verheiratet bis oder einer Lebenspartnerschaft lebst, steht dir und deinem Partner je ein Pauschbetrag zur Verfügung. Dabei darf jeder Partner frei entscheiden, ob er den Pauschbetrag nutzt oder höhere Kosten nachweist.

So überspringst du die 1.000 Euro-Grenze

Deine Werbungskosten setzen sich aus vielen Einzelposten zusammen. Gemeinsam ist ihnen, dass die Kosten beruflich veranlasst sein müssen. Kommst du bei deren Addition auf mehr als 1.000 Euro, wirkt sich jeder Euro über dieser Grenze direkt steuermindernd aus.

Dafür solltest du alle Belege sammeln. Denn willst du mehr als 1.000 Euro absetzen, brauchst du häufig Nachweise.

Hier steckt besonders viel Potenzial:

  • Kilometerpauschale
  • Fortbildungskosten
  • Zweitwohnung

Kilometerpauschale

Bei vielen Arbeitnehmern sind die Fahrtkosten der größten Posten der Werbungskosten. Die 1.000-Euro-Grenze durchbrichst du schon, wenn deine Arbeitsstelle 14,5 Kilometer entfernt von deiner Wohnung ist:

Kilometerpauschale_mKilometerpauschale_d

Wie du deine Fahrtkosten absetzt, zeigen wir dir in dieser Anleitung.

Fortbildung

Wenn du dich beruflich weiterbildest, kannst du diese Ausgaben als Werbungskosten absetzen. Dabei kannst du alles angeben, was du im Zusammenhang mit der Fortbildung bezahlt hast:

  • Kursgebühren
  • Zulassungs- und Prüfungsgebühren
  • Reisekosten (entweder mit der Kilometerpauschale oder die tatsächlichen Kosten)
  • Reisenebenkosten (z.B. Parkgebühren)
  • Ausgaben für notwendige Übernachtungen und Verpflegung
  • Fachliteratur
  • Weitere Lernmittel, die du für die Fortbildung gekauft hast

Diese Summe der Einzelkosten beläuft sich schnell auf mehr als 1.000 Euro. Damit hättest du die magische Grenze der Werbungskostenpauschale übertroffen.

Wie du deine Fortbildungskosten absetzen kannst, zeigen wir dir in dieser Anleitung.

Zweitwohnung – Doppelte Haushaltsführung

Du hast aus beruflichen eine Zweitwohnung? Dann solltest du problemlos mehr als 1.000 Euro als Werbungskosten absetzen können. Wahrscheinlich summieren sich bereits die Unterkunftskosten auf einen höheren Betrag.
Eine Miete von 85 Euro pro Monat würde dafür schon ausreichen. Über das Jahr gerechnet würdest du 1.020 Euro Mietausgaben für die Zweitwohnung haben.

Aber auch die Fahrtkosten für die Familienheimfahrten fallen stark ins Gewicht, wie das folgende Beispiel zeigt:

Familienheimfahrten_mFamilienheimfahrten_d

Des Weiteren stehen dir für die ersten drei Monate die folgenden Verpflegungspauschalen zu:

  • 24 Euro für 24 Stunden Abwesenheit von der Hauptwohnung
  • 12 Euro für mindestens 8 Stunden Abwesenheit

Beispiel für die Verpflegungspauschale:
Du verlässt deine Hauptwohnung jeden Montagmorgen um 6 Uhr und kehrst Freitagnachmittag um 17 Uhr zurück. Für diesen Fall kannst du folgenden Pauschalen nutzen:

  • Für Montag und Freitag: jeweils 12 Euro
  • Für Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: jeweils 24 Euro
  • Keine Verpflegungskostenpauschale am Wochenende

Vereinfacht auf 12 Wochen verteilt kannst du eine Verpflegungskostenpauschale von 1.152 Euro ansetzen (288 Euro für die Montage & Freitage und 864 Euro für Dienstage & Mittwoche & Donnerstage).

Erfahre hier weitere Details zum Thema „Doppelte Haushaltsführung“

Mehr als 1.000 Euro – Danach zählt jeder Euro!

Hast du die Werbungskostenpauschale einmal überschritten, zahlt sich jeder weitere Euro direkt aus. Jedes gekaufte Fachbuch und jeder Taschenrechner senkt deine Steuerlast. Auch Kontoführungsgebühren, bestimmte Versicherungen oder Steuerberaterkosten für die Erstellung der Anlage N fallen unter die Werbungskosten.

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